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7 Jungfrauen

7 Jungfrauen
jugend-drama , spanien 2005
original
7 virgines
regie
alberto rodriguez
drehbuch
alberto rodriguez, rafael cobos lopez
cast
juan josé ballesta,
jesús carroza,
vincente romero,
alba rodriguez, u.a.
spielzeit
86 Minuten
kinostart
9. November 2006
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Der 16-jährige Tano erhält 48 Stunden Freigang aus dem Jugendgefängnis, um an der Hochzeit seines älteren Bruders teilzunehmen. Doch die Feierlichkeiten interessieren den rebellischen Halbstarken herzlich wenig. Für ihn bieten sie lediglich die Gelegenheit, zwei Tage lang volles Programm auf den Putz zu hauen: Mit den Jungs Party machen, mit der Freundin vögeln und generell den gesamten Knast-Frust mit grenzenloser Freiheit vergessen machen. Mit seinem besten Kumpel Richi zieht Tano los durch ihr Revier, die Armenviertel von Sevilla, und sofort ist alles wie immer: Die beiden stehlen und prügeln, flirten und nehmen Drogen und gegen generell keiner Gelegenheit aus dem Weg, um für Aufregung und/oder Ärger zu sorgen.

Vom Titel sollte man sich nicht täuschen lassen: Um Jungfrauen geht's hier nicht eine Sekunde, der Titel ist lediglich eine Anspielung auf ein abergläubisches andalusisches Spiel, das einem angeblich die eigene Zukunft vorhersagen kann, und deutet so das eigentliche Thema von "7 Jungfrauen" an: die Perspektivlosigkeit Tanos und aller sozial schwachen jungen Leute, für die er repräsentativ steht. Problembezirke wie hier in Sevilla gibt es wohl in jeder europäischen Großstadt, lediglich der Grad der Gesetzlosigkeit und Verwahrlosung variiert. Regisseur Rodriguez nennt die hier lebenden Menschen selbst "die Unsichtbaren", weil sie und ihre Lebenswelt von der herrschenden Mittelschicht ignoriert werden, und diese Abweisung ist es, die seiner Meinung nach die Gewalt und Gesetzlosigkeit erst auslöst: Diese dienen der Selbstbestätigung, überhaupt noch Einfluss aufs eigene Schicksal zu haben, überhaupt noch wahrgenommen zu werden von einer Gesellschaft, die einen am liebsten vergessen würde.
Der Versuch des Filmverleihs, "7 Jungfrauen" als hippen, lebenshungrigen Teenager-Streifen mit fetzigem Hiphop-Soundtrack zu vermarkten, geht ergo auch ziemlich an der Realität des Films vorbei, der relativ schnell klar stellt, dass Tano alles andere als ein Held ist und auf ihn weit mehr frustrierende als befreiende Erlebnisse warten. Nur für zwei Tage aus dem Knast raus, kann und will Tano es nicht verhindern, dass er als Richis Komplize wieder straffällig wird, und Regisseur Rodriguez zeichnet dieses Dasein sehr deutlich als unausweichlich. Tano folgt seinem Instinkt und den wenigen Lektionen, die ihm das Leben gelehrt hat, und das alles scheint nur zwei Wege zu ermöglichen: Kriminalität oder Resignation. Oder beides. 
Rodriguez folgt seinen Anti-Helden quasi dokumentarisch auf ihren Streifzügen durch die Stadt, etabliert seine Themen und Aussagen subtil und fast schon unmerklich, und man braucht als Zuschauer eine Weile, bis man hinter dem geradezu wütenden Verlangen nach Kicks und Lebensfreude, das Tano und Richi antreibt, die unterdrückte Angst und Verzweiflung erkennt, dass ihnen das Leben niemals mehr als das hier bieten wird. Was als kompromissloses Party-Wochenende beginnt, wandelt sich langsam zu einer Parade der Enttäuschungen und Frustrationen, eingefangen in teilweise brillanten Bildern von der Sorte, die mehr sagen als tausend Worte. Gerade die Szenen mit Tanos älterem Bruder, der jeglichen Kampf aufgegeben hat und sich offensichtlich mit dieser Resignation auch in seine Ehe ergibt, sind von besonders trauriger, unterschwelliger Intensität.

Die schleichende Konsequenz, mit der Rodriguez seine Hauptfigur und damit den gesamten Film langsam von rastloser "Scheiß drauf"-Partylaune zu disillusionierender Ausweglosigkeit kippen lässt, istbewundernswert und zeugt von großem inszenatorischen Talent. Die letzten Bilder des Films, die wohl nicht ohne Absicht an Truffauts "Sie küssten und sie schlugen ihn" erinnern, bringen die Moral des sinnlosen Fluchtversuchs auf den Punkt: Tano wird seiner Welt und damit seinem Schicksal nicht entkommen können. 
Einzig, und das ist das große Manko des Films: Er hat es auch nicht versucht. Rodriguez zeigt die Welt seiner "Unsichtbaren" und postuliert, dass diese Welt einen gefangen nimmt und niemals frei lässt. Einen "Beweis" bleibt er allerdings schuldig. "7 Jungfrauen" bewegt sich in der Tradition von "Ghetto-Filmen" wie John Singletons "Boyz in the Hood" (der auch kurz zitiert wird), doch im Gegensatz zu seinen Vorgängern zeigt er keinen Weg "nach draußen", nicht einmal einen Versuch, und beraubt sich damit selbst einer wirklich konkreten Aussage, ob nun einem positiven "Du kannst es schaffen, wenn…" oder einem negativen "Du wirst es niemals schaffen, weil…". 
Als kraftvolle, intensive Jugend- und Sozialstudie weiß "7 Jungfrauen" durchaus zu beeindrucken, auch dank seiner beiden in Spanien preisgekrönten Hauptdarsteller. Doch letztlich hinterfragt er zu wenig, um ein wirklich denkwürdiger Film zu sein, und hält mit seiner dünnen Geschichte die Distanz zwischen Publikum und Filmfiguren zu groß, um seiner Tragödie eine kraftvolle Moral geben zu können.

Frank-Michael Helmke

10

Der Film ist einfach klasse.... kennt jemand noch mehr von solchen filmen? Gute arbeit...

10

Der Film is super geil !!!! aber ich brauch auch den soundtrack ! *HELP*

10

hey leuter der film ist die wahrheit!!
ich möchte gerne dass lied am ende haben könnte jamand mir es wie es heißt !

9

Dieser Film ist echt gut!
Ich mag es wenn es kein Happyend gibt. Sehr lebensecht gefilmt und alles ergibt einen Sinn. Da spanische Schauspieler sowieso sehr gut anzugucken sind und ich spanische musik abgöttisch liebe muss er mir gut gefallen haben.
Vielleich ein bisschen zu viel von dem Wort "Wixxer" drinne...aber so ist das ja in Spanien..

con cariño la ChicaDelSol ; )

Hey ganz wichtig!!!!! wie heisst das Lied das gespielt wird waerend der Hochzeit glaub ich!!! Ich MUSS DAS WISSEN .. Freu mich ueber jeden Tipp!!!

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