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After the Sunset

After the Sunset
gauner-komödie , usa 2004
original
regie
brett ratner
drehbuch
paul zryszewski
cast
pierce brosnan,
salma hayek,
woody harrelson,
don cheadle, u.a.
spielzeit
97 Minuten
kinostart
6. Januar 2005
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Max (Pierce Brosnan), Lola (Salma Hayek), und Stanley (Woody Harrelson) - immer wieder laufen sich diese drei über den Weg. Dabei handelt es sich aber hier keineswegs um eine Dreiecksgeschichte in Liebesdingen. Denn die Liebe von Max und Lola kann und will Stanley nicht bedrohen. Den verbissenen FBI-Agenten treibt ein ganz anderes Ziel an: Er will den notorischen Juwelendieb Max endlich zur Strecke bringen und sich für die zahlreichen von ihm erlittenen Demütigungen rächen. Und so reist er dem Gaunerpärchen sogar bis auf die Bahamas hinterher, wo Max ihm treuherzig versichert, er habe sich nun, nicht zuletzt auf Wunsch seiner Frau, endgültig zur Ruhe gesetzt. Das kann Stanley keinesfalls akzeptieren, und so setzt er Max einen neuen Floh ins Ohr: An Bord einer Luxusyacht ganz in der Nähe befindet sich nämlich einer der größten und teuersten Diamanten der Welt, und dieser Gelegenheit wird der eitle Dieb doch wohl kaum widerstehen können?

Wenn Pierce Brosnan gerade mal nicht den berühmtesten Agenten der Welt mimt, bleibt er trotzdem meist im Genre und wechselt dabei dann auch gern mal auf die andere Seite des Gesetzes. Wobei ein von Brosnan verkörperter Bösewicht natürlich kein wirklich fieser Kerl, sondern höchstens ein hintertriebenes, charmantes Schlitzohr ist. So ist er halt, so sieht er auch aus und so sahen wir ihn bereits in der "Thomas Crown Affäre" und als "Schneider von Panama". Nun gibt er Max, den Meisterdieb außer Dienst, und man kann schon im Vornherein ziemlich gut einschätzen was einen bei "After the Sunset" erwartet, nämlich eine leichtfüßige Gaunerkomödie vor exotischer Kulisse. 
Was dem Publikum hier dagegen nicht geboten wird, ist wirkliche Spannung und Dramatik. Auch die Raubzüge zu Beginn und Ende des Films gehören nicht unbedingt in die Kategorie "wahnsinnig raffiniert ausgeklügelter Masterplan". Nein, dieser Film lebt fast ausschließlich vom gut aufgelegten Spiel seiner drei Protagonisten, die sich hier ständig gegenseitig an der Nase herumführen, das Ganze dabei aber trotzdem nicht allzu ernst nehmen. Max bucht für den verkrampften Stanley dabei gern auch mal die Luxussuite im Hotel und lässt ihn mit Wein, Weib und noch mehr Wein verwöhnen. Nach einem Streit mit Lola, die es gar nicht witzig findet, dass ihr Max wieder neue kriminelle Pläne schmiedet, kommt dieser schließlich sogar im Zimmer des Agenten unter, der mit seinem Nemesis einfach mal einen säuft und eine durchzechte Nacht verbringt. 
Woody Harrelson ist dabei als verkniffener FBI-Agent überraschenderweise auch das eigentliche Herz des Films und sein Charakter des ewigen Losers sorgt dementsprechend auch für die meisten Lacher. Gegen den stets alles gebenden Stanley wirkt Brosnans routinierte Darstellung sogar etwa blass, allerdings hat man ihm eben auch wieder eine Rolle gegeben, die er auf Autopilot spielen kann. Bemerkenswert (oder auch etwas befremdlich) ist dagegen die Erkenntnis, dass Salma Hayeks Lola hier fast ausschließlich als optisches Beiwerk herhalten muss, die ihren Körper und dabei vor allem ihre wohlgeformten Brüste nahezu in jeder Einstellung vorteilhaft ins Bild setzt. Da war Frau Hayek mit "Frida" zuletzt aber schon deutlich weiter.

Es sieht eben alles toll aus hier und wird auch genauso hübsch inszeniert, die schönen und reichen Menschen genauso wie die paradiesische Kulisse. Dazu ein paar geistreiche und witzige Dialoge und wir haben einen netten, altmodischen Film. Ungefähr so einen, wie ihn Alfred Hitchcook vor rund 50 Jahren mit "Über den Dächern von Nizza" auch nicht anders inszeniert hat - und richtig spannend war der schließlich auch nicht. Aber genau wie damals fühlt man sich auch von "After the Sunset" gut unterhalten und tritt immerhin mit einem kleinen Lächeln wieder hinaus ins Tageslicht.

Volker Robrahn

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