kleine Werbepause
Anzeige

Alexander

Alexander
historien-epos , usa 2004
original
alexander
regie
oliver stone
drehbuch
oliver stone, christopher kyle
cast
jared leto,
colin farrell,
angelina jolie,
val kilmer,
anthony hopkins,
rosario dawson, u.a.
spielzeit
176 Minuten
kinostart
23. Dezember 2004
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Das hätte ihm eigentlich niemand zugetraut: Der kleine Alexander wird von seinem Vater, dem sauf- und rauflustigen König Philip von Makedonien nicht gerade für einen echten Mann mit starker Kämpfernatur gehalten. Seine Mutter Olympia wacht wie eine Glucke über ihn und lässt dabei keine Gelegenheit aus, den Jungen gegen seinen Vater aufzuwiegeln. Als dieser jedoch einem Attentat zum Opfer fällt, beginnt Alexander in seiner neuen Rolle als König alle zu verblüffen: Er zieht in den Krieg gegen die übermächtigen Perser und gewinnt. Er zieht mit seiner zuerst kleinen Armee immer weiter nach Osten und verliert dabei nie eine Schlacht. In nur etwas mehr als 10 Jahren gelingt es ihm, die gesamte damals bekannte Welt zu erobern, zahlreiche neue Städte zu gründen und auch noch für ein Miteinander der verschiedenen Kulturen zu sorgen. Mehr als 300 Jahre vor Christi Geburt gelang diesem Mann etwas, was keinem nach ihm mehr gelingen sollte: Die Weltherrschaft. Er ist Alexander, der Große.

Das hätte ihm eigentlich niemand mehr zugetraut: Hollywood-Rebell Oliver Stone macht seit jeher seine ganz eigenen Filme, die immer kontrovers sind aber keinesfalls immer auch ein Publikum finden. Dabei legt sich Stone gerne mit den Studiobossen an und zieht seinen Stiefel kompromisslos durch. Wenn dieser Regisseur also seit Kindertagen davon träumt, auf aufwändigste Weise das Leben eines der größten Helden der Antike zu verfilmen, wird ihm doch wohl niemand das dafür nötige Kleingeld zur Verfügung stellen, oder? Wären da nicht ausgerechnet diese deutschen Geldgeber, die seit einigen Jahren mit einer erstaunlichen Treffsicherheit in kommerzielle Totgeburten aus Hollywood investieren. So einen (namentlich Thomas Schühly und Constantin Film) hat sich Stone ausgeguckt und er muss bei seiner Präsentation äußerst überzeugend gewesen sein: 160 Millionen Dollar hat man ihm bewilligt um seinen Traum zu verwirklichen. So gesehen ist auch Oliver Stone irgendwo ein ganz Großer.

Und los geht's: Aufwändige Schlachten und Massenszenen, blutige Gemetzel, gewaltige Elefanten. Das darf man von einem Epos mit dem Anspruch, die Geschichte Alexanders zu zeigen, ja auch erwarten. Bei Stone dann eben eine Nummer derber und schmutziger als beim klinisch relativ sauberen "Troja". Beides Filme, die ihre Existenz dem unerwarteten Erfolg von Ridley Scotts "Gladiator" verdanken. Während aber Wolfgang Petersen sein Werk mit postertauglichen Schönlingen besetzte, den Damen den süßen Orlando Bloom und den Hintern von Brad Pitt sowie den Männern Diane Kruger bescherte, will Stone von solch glattpolierten Figuren natürlich nichts wissen. Sein Alexander ist mindestens bisexuell und liebt eigentlich nur seinen Jugendfreund Hephaistion. Die Griechen waren entsetzt und protestierten gegen solch ein Portrait ihrer Nationalikone, aber Stone handelt dieses Thema doch recht stilvoll ab, obwohl er es etwas zu häufig in den Vordergrund rückt.
Die wahren Gestörten sind hier ohnehin die Eltern des blonden Jünglings, und da man damals noch keinen Psychiater hatte, reagieren sich die beiden eben anders ab: Der einäugige König Philip (ein routinierter Val Kilmer) ist eigentlich immer ein übler Prolet geblieben und benimmt sich entsprechend. Mutter Olympia (Angelina Jolie) spinnt ihre Intrigen in einem schaurigen Gemach, welches ganz nach dem etwas abseitigen Geschmack des von ihr verehrten Schlangenkultes eingerichtet wurde. Jolie macht ihre Sache mit der Verkörperung eines extremen und durchweg unsympathischen Charakters durchaus ordentlich und erweist sich als gute Wahl. Dass sie in Wahrheit praktisch genauso alt ist wie ihr Filmsohn Colin Farrell ist dabei kein wirkliches Problem, da sie die meisten gemeinsamen Szenen mit dem noch kindlichen Alexander hat.
Und der gute Colin selbst? Nun ja, die Heraus- und Anforderungen dieser Rolle sind schon sehr, sehr groß und Herr Farrell bemüht sich leidlich. Er ist wahrhaftig kein schlechter und vor allem ein vielseitiger Schauspieler, aber letztendlich schafft auch er es nicht, einem die Figur des Alexander so nahe zu bringen, dass man als Zuschauer wirklich erfassen kann, was diesen Mann im Innersten antreibt, weshalb ihn alle verehren und ihm folgen. Eine Aufgabe, die aber vielleicht auch zu groß ist, um in einem zweieinhalbstündigen Film gelöst zu werden.
Einem Film, der aber nicht langweilt, sondern die historischen Reisen des Feldherrn ziemlich akkurat abhandelt und damit durchaus die eine oder andere Bildungslücke stopfen kann. Damit hat er "Troja" dann sogar etwas voraus, um diesen Vergleich noch einmal zu bemühen. Und auch sonst ist "Alexander" ein vielleicht etwas schrägerer, aber ganz bestimmt kein schlechterer Film. Meist unterhaltsam und manchmal etwas verwirrend, wenn Stone z.B. einen dramaturgisch fragwürdigen Zeitsprung macht, nur um das Ausgelassene später nachzureichen. Da hat man dann doch stark das Gefühl, hier möchte jemand einfach nur originell sein, auch wenn es gerade keinen großen Sinn macht. Aber es ist halt sein Film, "und wenn das Publikum den nicht begreift, habe es ja schließlich selbst schuld" lässt der Meister in Interviews verlauten. Und lehnt sich ansonsten gemütlich zurück, wie man das nach der Verwirklichung eines Traumes so macht. Dass der Film seine Kosten nach dem desaströsen US-Start selbstverständlich nicht annährend wieder einspielen wird, ist schließlich nicht mehr sein Problem. Und auch nicht unseres, daher lautet das Fazit: Nicht alles ist gelungen, aber fürs Geld wir doch Einiges geboten. Kann man sich angucken.

Volker Robrahn

7

ich weiss es ist schon lange her da sich alle mit dem film alexander beschaeftigt haben,bin was spaet dran, aber ich hab mal ne frage. ich wuerde gerne den namen des schauspielers wissen, welcher den langhaarigen diener gespielt hat, die szene wo alle riefen: kuess ihn!
weiss irgendwer wo ich das rausfinden kann?
der typ sah echt interessant und geil aus, alle achten immer blos auf die hauptfiguren und starschauspieler......
wuerd mich ueber ne antwort freuen.
gruss miriam

2

Wie kann man einen so langweiligen film ueber eine der faszienirendsten persoenlichkein der geschichte drehen,einfach entaeuschend.

5

Obwohl Colin Farrell meiner Meinung nach die Rolle des Alexander sehr gut darstellt, ist der gesamte Film doch etwas langatmig und stellenweise sehr langweilig. Vor allem das so tolle Schauspieler wie Anthony Hopkins und Angelina Jolie nicht überzeugen können, verwundert mit doch sehr. Dafür bietet Val Kilmer eine überraschend gute Leistung.

9

Mal ganz davon abgesehen wie die Beziehung von Alexander und Hepaistion im Film dargestellt war, gibt es durchaus historische Quellen, die aussagen, dass Alexander Hepaistion geliebt hat.

Homer und Platon z.B. haben oft über die Liebe zwischen Männern gesprochen (siehe platonische Liebe) bei der man nicht auch im sexuellen Sinne) schwul sein muss.
Ich denke, dass sich Oliver Stone bei der Darstellung ihrer Bezeihung auch für die plantonische Liebe entschieden hat - zumal die Griechen mit Klagen gedroht haben, sollte man Alexanders Homosexualitüät explizit darstellen, da sie um den guten Ruf ihres Helden fürchteten.

Im Film vergleichen die beiden sich deshalb so oft mit Achilles und Patroclos, weil sie geschrieben haben, dass Achilles und Patroclos
sich geliebt haben - was man in Troja ja einfach rausgelassen hat!

Da setzt man dem Publikum eine "ganz normale" Liebesgeschichte vor die Nase damit ja keiner was zu meckern hat.

Wenn Oliver Stone sich eben dazu entschieden hat Alexander mit allen Facetten darzustellen und nicht nur als stink normaler Hollywood-Held, dann finde ich das mehr als mutig und richtig.

Alles in allem fand ich den Film richtig gut. Die Schlachtszenen waren teilweise ein wenig langatmig aber an sonsten hatte ich nichts auszusetzten.
Warum in allen Medien zu hören war, dass Angelina Jolie eine totale Fehlbesetztung wäre, kann ich nicht nachtvollziehen - auch wenn ich selbst am Anfang Vorurteile gegenüber ihrere Besetzung hatte. Schließlich hätte sie vom Alter her auch Alexanders Ehefrau sein könnnen...

2

total wie troja und co.

ziemlich mies
ich find da wär mehr drin gewesen

7

man ersetze soundtrack (vangelis), angelina jolie, anthony hopkins, val kilmer und jared leto gegen unbekannte schauspieler, man ersetze perücken, maskenbildner, roxanes Brüste und so manche requisite und - push - es hätte ein besserer film werden können. Und vor allem mit einem besseren Soundtrack hätte es ein deutlich besserer film werden können, denn so wird die Szenerie mit billig weichspülartigem fahrstuhltauglichem Gedudel regelrecht massakriert, was ich unerträglich finde. Jedoch sind Hindukush-Szenen atemberaubend schön. Und übrigens auch Collin Farrell, der wirklich in diese rolle passt und dessen Natürlichkeit diesen ganzen Film gerettet hat vor dem totalen Fiasko.

Kommentar hinzufügen

Freiwillige Angabe; die E-Mailadresse wird nicht angezeigt.
 
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
5 + 2 =
Diese einfache Rechenaufgabe ist zu lösen und das Ergebnis einzugeben, z.B. muss für 1+3 der Wert 4 eingegeben werden.