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Alles über Adam

Alles über Adam
komödie , großbritannien/irland 2000
original
about adam
regie
gerard stembridge
drehbuch
gerard stembridge
cast
stuart townsend,
kate hudson,
frances o´connor,
charlotte bradley,
alan maher, u.a.
spielzeit
97 Minuten
kinostart
16. August 2001
homepage
bewertung

8 von 10 Augen

Kaum hat sich die junge "singende Kellnerin oder kellnernde Sängerin" Lucy aus der enttäuschenden Beziehung mit einem Stand-Up Comedian herausgewunden, der auf der Bühne zwar glänzt, im Privatleben aber ein totaler Looser ist, da begegnet sie dem charmanten und gutaussehenden Adam. Und der ist nicht nur ein echter Traummann, wie er im Buche steht, sondern wird auch von Lucys überkritischer Familie schnell ins Herz geschlossen.

Was wie eine typische Hollywood-RomCom nach Schema F beginnt, entpuppt sich schon bald als ein (fast) kitschfreier und vor allem sehr unkonventioneller Liebesfilm. Denn während der Zuschauer noch gespannt auf den Haken an der Sache wartet (schließlich sind perfekte Männer im Kino entweder homosexuell, Heiratsschwindler oder Serienkiller), gibt es nach ungefähr einer halben Stunde eine Zäsur und wir erleben die gleiche "Girl-Meets-Boy" Geschichte noch einmal, diesmal allerdings aus der Perspektive von Lucys schüchterner und hochgebildeter Schwester Laura. Auch sie verfällt dem mysteriösen Adam, der bei ihr aber eine ganz andere Masche aufzieht und sich vom schüchternen Nice-Guy zum zerstreuten Intellektuellen mausert. Und noch bevor dieser zweite Handlungsstrang zu Ende gesponnen ist, gibt es erneut einen Wechsel der Erzählperspektive: Der Zuschauer sieht die Ereignisse, wie sie von Lucys Bruder David wahrgenommen werden, dessen testosteron-lastige Männerfreundschaft zu Adam schon bald einen ganz neuen Level an Intimität erreicht. Doch damit nicht genug. Schließlich gibt es da noch Lucys älteste Schwester Alice....

Die Idee, die gleiche Geschichte aus mehreren Blickwinkeln zu erzählen, ist sicherlich nicht neu. Was Stembridges Film allerdings so eigenständig und innovativ macht, ist die Tatsache, daß er die verschiedenen Perspektiven der Reihe nach durchgeht, anstatt zwischen ihnen hin und her zu springen. Dabei beschränkt er sich auch nicht darauf, nur eine bestimmte Zeitschleife immer wieder neu zu erzählen, sondern treibt die Story mit den wechselnden Blickwinkeln stets weiter voran. So begleitet der Zuschauer Lucy zum Beispiel nur bis zu ihrem Heiratsantrag, während wir ihrem Bruder und den Schwester auch in den Wochen danach folgen und die einzelnen Subplots sich zunehmend überschneiden, bis aus den verschiedenen subjektiven Fragmenten eine in sich geschlossene Handlung wird.

Genau diese Erzählweise verleiht "About Adam" eine Kohärenz, die ihn zu mehr macht als zu einem bloßen Episodenfilm. Natürlich tauchen bestimmte Schlüsselszenen immer wieder auf, doch da die (oftmals zum Brüllen komischen) inneren Monologe der jeweiligen Figur aus dem Off wiedergegeben werden, erscheinen selbst bekannte Szenen stets in einem ganz anderen Licht.

Obwohl das Drehbuch mit einem für britische Filme fast schon obligatorischen Alltagshumor und sehr authentischen Dialogen aufwartet, ist es vor allem die unverbrauchte Besetzung, die "About Adam" zu einem echten Geheimtip macht. Die hierzulande zum größten Teil unbekannten Darsteller (am ehesten dürfte noch Kate "Almost Famous" Hudson ein Begriff sein) spielen ihre Rollen mit einer Natürlichkeit, die dafür sorgt, daß die ständigen Perspektivenwechsel nie zur reinen Effekthascherei werden und dafür, daß die oftmals sehr egoistisch handelnden, aber durchweg liebenswerten Figuren somit immer im Vordergrund stehen.

Selbst der polygame Adam, der in jedem Hollywood-Film zu einem perversen Fiesling verkommen wäre, den es auf den rechten Weg zu führen gilt, ist in diesem Streifen ganz eindeutig ein Sympathieträger. Mit einer gewissen Schadenfreude verfolgt der Zuschauer Adams ungenierte Anmachen und Verführungsversuche, denen nicht nur die vier Geschwister, sondern auch gleich eine ganze Reihe von Hollywood-Klischees zum Opfer fallen. Daß die weiblichen Protagonisten trotz alledem die tragende Kraft des Films bleiben und weitaus mehr sind als eine naiv-drollige Kulisse für die Ränkespiele eines omnipotenten Liebesgottes, spricht ein weiteres Mal für die hervorragende Darstellerleistung, das geniale Skript und einen Regisseur, der diszipliniert genug war, seine Charaktere nicht in der ungewöhnlichen Inszenierung untergehen zu lassen.

Jan Kucharzewski

10

Ich kann auch nicht mehr viel dazu sagen außer: Einer der besten Filme den ich je gesehen habe! - Einsame Spitzenklasse!!! So einen tollen Film wird es wahrscheinlich nie wieder geben!

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