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romantik-komödie , usa 1999
original
the story of us
regie
rob reiner
drehbuch
jessie nelson, alan zweibel
cast
bruce willis,
michelle pfeiffer,
paul reiser,
rita wilson, u.a.
spielzeit
94 Minuten
kinostart
23. März 2000
homepage
bewertung

6 von 10 Augen
Was es bedeutet, sich das Versprechen für die Ewigkeit zu geben, weiß man erst, wenn man den langjährigen Alltag zu meistern vermag, ohne dem Verlust an der eigenen Persönlichkeit nachzuweinen. Job, Familie, Liebe - oft zuviel auf einmal! Geradezu unmöglich immer allem in gleichem Maße gerecht zu werden. Auf leisen Sohlen schleicht sich der zermürbende Alltag an, und plötzlich stimmt gar nichts mehr.  
Auch bei Katie und Ben Jordan (Michelle Pfeiffer und Bruce Willis) gab es keinen Seitensprung, keine mittelschwere Krise oder ähnliches, was es zu überwinden gegeben hätte. Und doch ist eines Tages die Luft raus, da gibt es nichts mehr, was man sich zu sagen hätte, die Blicke weichen einander aus. Nach 15 Jahren Ehe sind sie im Alltag gestrandet. Da ist nichts, was es an dem anderen noch zu entdecken gäbe. Vom Alltag ausgepowert, ist der Zauber des Verliebtseins schon lange verflogen. Doch wie sie mit dieser Situation umzugehen haben, wissen Katie und Ben selber nicht. Schließlich gibt es da auch noch die beiden Kinder Erin (Colleen Rennison) und Josh (Jake Sandvig). Ihnen zuliebe mimen sie weiterhin die sich liebenden und treusorgenden Eltern, was die Situation nur verkompliziert, sämtliche Beteiligten zusätzlich verunsichert. Wie gerufen kommt ihnen daher das alljährliche Sommercamp der Kinder - Ben zieht ins Hotel. 

Beide versprechen sich von dieser Trennung eine nervliche Entlastung, doch gerade jetzt, wo man dem anderen räumlich fern ist, beginnt es, an der Seele zu kratzen. Katie und Ben realisieren immer mehr die gemeinsame Sackgasse, aus der der einzig scheinbare Weg nur darüber führt, sich wieder zu entlieben. Doch dieser Schritt entpuppt sich als Bewährungs- und Belastungsprobe für das Paar. Ab hier spielt der Film abwechselnd im Hier und im Damals. Also wie man sich kennenlernte, das erste Date, das erste Kind, das zweite, der erste Streit, der erste Therapeut, der zweite, der fünfte usw. (also nicht untypisch für die uns auftuende 'amerikanische' Familie). Nebenbei erfährt man kontinuierlich, wie sich das Getrenntsein bei beiden so entwickelt.  

Wer nach dieser Zusammenfassung jedoch einen Herzschmerzfilm mit Taschentuchromantik vor allem für das weibliche Publikum erwartet, wird eher überrascht sein. Wie schon bei Harry und Sally liefert uns Rob Reiner ein Werk unterhaltsamer Ernsthaftigkeit. Kurios erscheint einem schon fast dieser ständige Wechsel zwischen Melodram und Komödie. Ungewöhnlich auch unter diesem Aspekt die Starbesetzung mit Bruce Willis und Michelle Pfeiffer, wobei die Rollen klar verteilt sind: Willis für den Witz, Pfeiffer für die Ernsthaftigkeit. Allerdings funktionieren beide prächtig in ihren Rollen. Besonders Michelle Pfeiffer spielt mit viel Feingefühl die verbitterte und verletzte Katie, welche als Kreuzworträtseldesignerin ihren Ordnungsdrang kompensiert, während ihr Mann es nie fertig bringt, das Wischwaschwasser im Auto nachzufüllen. Ben ist eben ein verträumter Schriftsteller, der wenig davon hält, sich an irgendeiner Umwelt zu orientieren, sondern sich immer was zurechtbastelt, alles ein bißchen weniger ernst nimmt.  

Wenn man bedenkt, daß die meisten Filme mit Eheproblemen wirklich tragisch, reißerisch, eben überzeichnet sind, wirkt die Geschichte der Jordans echt und überzeugend! Das liegt nicht zuletzt an der subtilen und unspektakulären Schilderung der tagtäglichen Problematik. Leider ist die Gratwanderung zwischen Melodram und Komödie hin und wieder störend. Auch wenn die meisten Gags gut sind, wirken sie oft deplaziert - vielleicht ist es aber auch nur der Eindruck, daß der Film eigentlich mehr könnte. 
Sarah Bräuer

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