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Animal - Das Tier im Manne

Animal - Das Tier im Manne
komödie , usa 2001
original
the animal
regie
luke greenfield
drehbuch
rob schneider, tom brady
cast
rob schneider,
john c. mcginley,
coleen haskell, u.a.
spielzeit
85 Minuten
kinostart
6. September 2001
homepage
bewertung

2 von 10 Augen

Marvin Mange (Rob Schneider) ist ein Verlierer wie er im Buche steht: Seit Jahr und Tag wünscht sich der trottelige Chaot, seinen Job als Assistent in der Asservatenkammer gegen den eines "richtigen" Polizisten einzutauschen, so wie Daddy einer war. Demgegenüber stehen seine offensichtlichen geistigen und körperlichen Defizite und nicht zuletzt der Spott und die Ablehnung der zukünftigen Kollegen. Doch all dies ändert sich, als Marvin nach einem Unfall vom verrückten Wissenschaftler Dr. Wilder (Michael Canton) heimlich gerettet und wieder zusammengeflickt wird - allerdings unter Einbeziehung eines halben Dutzend Tierorgane. Die Folgen sind verblüffend. Der ehemals schwächliche und ängstliche Marvin rennt plötzlich schneller als ein Pferd, hat Heißhunger auf Aquariumsfische und Sexgelüste nach Ziegen und kann ihm nicht Wohlgesonnene mit bösartigem Hundeknurren vertreiben. Diese neuen tierischen Instinkte bringen Marvin plötzlich Ruhm und den Aufstieg zum richtigen Polizisten - eifersüchtig beäugt vom zunehmend ins Hintertreffen tretenden Sgt. Sisk (John C. McGinley). Schließlich winkt sogar ein Date mit der süßen Tierschützerin Rianna (Colleen Haskell). Gleichzeitig aber muß sich Marvin Sorgen machen, ob er seine tierischen Instinkte unter Kontrolle hat: Denn Gerüchte über ein Monster in Menschengestalt, daß Kühe und Jäger angreift, sorgen dafür, daß Marvin seine neuen Kräfte brauchen wird... 

Ach man ist es ja eigentlich leid, das ewige Jammern über die jeweils neuen Untiefen des Debil- und Fäkalhumors, der aus Hollywood herübergeschwemmt kommt. Ja, auch das Niveau dieser Brachialklamotte ist wiederum nur Menschen mit I.Q. knapp unter Raumtemperatur und Lobotomiegeschädigten zu empfehlen. Richtig schmerzhaft wird es allerdings, wenn man sich das Entstehungsumfeld dieses Unsinns anschaut. Mit dem Stichwort "Saturday Night Live" wird der traurige Niedergang des amerikanischen Humorverständnisses deutlich dokumentiert. Dazu ein Blick in die späten 70er und frühen 80er Jahre. "Saturday Night Live" brachte Leute wie James Belushi, Bill Murray, Dan Aykroyd oder Eddie Murphy hervor - Gute bis geniale Komiker, die folgerichtig regelrechte Klassiker schufen: "Blues Brothers", "Und täglich grüßt das Murmeltier", "Beverly Hills Cop", um nur einige zu nennen. Was aber brachte uns das "Saturday Night Live"-Ensemble der 90er Jahre? Leute wie Adam Sandler, David Spade und eben Rob Schneider. Dazu Jahrhundertwerke wie "Little Nicky", "Joe Dreck" und "Deuce Bigelow: Male Gigolo". Noch Fragen? 
Protagonist Schneider sieht rein optisch aus wie die Dumpfbackenversion vom Wrestlingchampion und zukünftigem Schauspieler Dwayne "The Rock" Johnson ("Die Mumie kehrt zurück") und wie dieser entbehrt auch Schneider jeglichen schauspielerischen Talents. Aber in heutigen Zeiten, wo völlige Talentlosigkeit bei Castings offensichtlich Grundvoraussetzung für einen Job sind (zum Beleg dieser These genügt ein Blick auf die Moderatoren der hiesigen Musiksender) reicht schon ein dummes Gesicht, um eine Filmkarriere spendiert zu bekommen. Video killed the Radio StarMediocrity kills the Movie Stars! Was in gewisser Hinsicht - wenn auch ein wenig sympathischer - für Schneiders Co-Star Colleen Haskell gilt. Das kleine Schnuckelchen - so eine Art Jona mit Dido-Frisur - wurde nämlich frisch vom US-"Inselduell" "Survivor" für diesen Film gecastet. Was zwar eine recht rührende Geschichte ist und für Miss Haskell eine tolle Karrierechance, jedoch über die qualitativen Maßstäbe dieses Films Bände spricht. Immerhin, der deutsche Kinozuschauer ist ja um Kinostar Zlatko knapp herumgekommen. Außerdem gönnt man es der zumindest nicht vollkommen talentlosen und durchaus nett anzuschauenden Dame mehr als dem Shakesbier-Hölle-Prollo. 

Daß aber solch offensichtlicher Mist wie "Animal - Das Tier im Manne" immer noch eine Krallen-, Pfoten- oder Schwanzbreite über solch Zelluloidexkrementen wie "Tomcats" anzusiedeln ist, liegt an ein paar Kleinigkeiten. Zu marginal, um diesen Film auch nur ansatzweise akzeptable Unterhaltung zu nennen, aber immerhin. Am besten kommt noch die von Marvins schwarzem Kumpel Miles (Guy Torry) vertretene These des "Reverse Racism" rüber, wonach er - der Schwarze - sich mehr erlauben könne als alle anderen und alle Leute zu ihm besonders nett seien, um Jahrhunderte lange Leiden durch Sklaverei und Rassismus wieder gutzumachen und gerade dadurch ihn als Schwarzen wiederum diskriminieren. Ein recht origineller Ansatz, der im plumpen Geblödel natürlich völlig verloren herumsteht, aber unter fähigeren, satirischeren Händen (außer denen von Spike Lee!) durchaus ausbaufähig wäre. Und wenn zum Schluß für etwa fünf Minuten ein gut montiertes "Whodunnit" mit überraschender Auflösung zur Schau gestellt wird, erreicht der Film für Sekunden eine Originalität, die befremdet. Als könnten sie es doch. Leider wirkt auch diese Sequenz wie ein versehentlicher Zufallstreffer, denn ansonsten orientierte man sich eher am Credo einer gewissen Miss Sophie: The same procedure as in every silly dumbfuck movie.

 
Simon Staake

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