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Asterix & Obelix: Im Auftrag ihrer Majestät

Asterix & Obelix: Im Auftrag ihrer Majestät
komödie , frankreich/ungarn 2012
original
asterix et obelix: au service de la majesté
regie
laurent tirard
drehbuch
gregoire vigneron
cast
gérard depardieu,
catherine deneuve,
fabrice luchini,
edouard baer,
guillaume gallienne, u.a.
spielzeit
110 Minuten
kinostart
18. Oktober 2012
homepage
http://www.asterix-obelix-derfilm.com
bewertung

7 von 10 Augen

briten 1Ein neuer Asterix-Film ist ein Ereignis, welches im Allgemeinen weder die Comic- noch die Filmfreunde in den porösen Zustand freudiger Erwartung versetzt. Zwar generieren sowohl die Zeichentrickfilme als auch die Adaptionen mit realen Darstellern allein aufgrund der Bekannt- und Beliebtheit der Marke „Asterix“ stets europaweit ausreichend Zuschauer um damit weiterzumachen, doch richtig befriedigend war bisher keine der diversen Umsetzungen. Während die ersten beiden Realfilme „ ...gegen Cäsar“ und „Mission Kleopatra“ immerhin noch gemischte Ergebnisse mit auch einigen gelungenen Ideen brachten, entpuppte sich der bisher letzte Beitrag „Asterix bei den Olympischen Spielen“ dann aber endgültig als alberne und überzogene Klamotte.

Das hat man wohl auch auf Seiten der Produzenten bemerkt, denn ohne es offiziell so zu verkünden hat man sich nun an eine Art Neustart gemacht, wirft viel vom vorlagenfremden und überflüssigen Ballast ab und konzentriert sich ganz auf die Essenz der Comicalben. Das Ergebnis ist erfreulich und macht „Asterix & Obelix – Im Auftrag ihrer Majestät“ zum bisher klar empfehlenswertesten Film der Reihe.

 

Abriten 2ls Vorlage hat man sich diesmal für zwei Alben aus der Hochphase des Comics entschieden: Den Hauptteil bestreitet dabei die Geschichte „Asterix bei den Briten“, angereichert mit ein paar Elementen aus „Asterix und die Normannen“. In Gallien ist ziemliche Ruhe eingekehrt, denn fast alle römischen Soldaten befinden sich im Feldzug gegen England. Dass die Briten dabei in die Defensive geraten liegt allerdings hauptsächlich an der Stillosigkeit der Invasoren, die es doch tatsächlich wagen ihre Angriffe während der heiligen Teepause zu setzen. So schickt die Queen (Catherine Deneuve) also ihren zuverlässigen Untertan Teefax (Guillaume Gallienne qualifiziert sich schon mit seinem Namen für diese Reihe) zu den Verwandten nach Gallien, um von dort den sagenumwobenen Zaubertrank mitzubringen. Die Mission verläuft zunächst erfolgreich, denn Asterix und Obelix (Eduard Baer und Gérard Depardieu) begleiten den überaus korrekten Teefax auf der Rückreise und nehmen dabei auch noch den jungen Grautvornix (Vincent Lacoste) mit, einen verzogenen Schnösel, dessen Erziehung ihnen anvertraut wurde. Schwierig wird es erst, als ihnen unterwegs das Fass mit Zaubertrank abhanden kommt und sich unsere beiden Freunde zusätzlich noch von einigen amourösen Verwicklungen ablenken lassen. Dass ihr alter Gegenspieler Julius Cäsar (Fabrice Luchini) außerdem noch die furchterregenden Krieger vom Stamm der Normannen als Söldner engagiert hat, ahnen sie dabei noch gar nicht.

 

Dass so Einiges nicht stimmte und es auch nach drei Realfilmen immer noch mächtig ruckelte, lässt sich auch daran erkennen, dass man für „Im Auftrag ihrer Majestät“ erneut die gesamte Besetzung ausgetauscht hat, abgesehen von der einzig verlässlichen Konstante Gérard Depardieu in seiner Paraderolle als Obelix. Mit Edouard Baer, der sich in „Mission Kleopatra“ noch mit einer kleinen Nebenrolle begnügen musste, haben wir daher nun bereits den dritten „Asterix“-Darsteller und es ist der Erste, der seiner Figur tatsächlich mal so etwas wie eigene Persönlichkeit verleihen kann. Sein Asterix gibt sich dabei erstaunlich ernsthaft und oft melancholisch, wünscht sich eine Frau an seiner Seite und schämt sich gelegentlich sogar für den plumpen Obelix. Überhaupt traut man sich endlich mal die unzertrennliche Männergemeinschaft ein wenig seriöser mit dem Thema „Liebe“ hantieren lassen zu lassen, auch wenn dieses Element dann natürlich ein eigenes und so nicht in der Vorlage zu finden ist.

 

briten 3Über weite Strecken bleibt man jedoch erfreulich nah an der Comicvorlage, zitiert zahlreiche Dialoge und Szenen fast wört- und bildlich. Dass die mehr als 40 Jahre alten Gags dabei immer noch gut funktionieren beweist, dass die Ideen des schon 1977 verstorbenen Autors René Goscinny einfach zeitlos gut waren (oder dass sich die Marotten der Briten seitdem nicht groß verändert haben). Dass diese Gags nicht so einfach auf die Leinwand zu bringen sind ist ein bekanntes Dilemma, doch Regisseur Laurent Tirard hat schließlich mit seinem letzten Film, dem ebenfalls nach einer Goscinny-Vorlage entstandenen, liebenswerten Kinderfilm „Der kleine Nick“ bereits bewiesen, dass er genau dafür der richtige Mann ist. Man wird sich also bei der Entscheidung für den neuen Mann hinter der Kamera etwas gedacht haben und diese Rechnung geht weitgehend auf. Tirard besitzt zweifellos ein Gefühl für diese Figuren und lässt sie zum ersten Mal nicht wie reine Cartoon-Figuren sondern weitestgehend „echt“ wirken. Ob man ihm die für solche Produktionen mittlerweile wohl obligatorische 3D-Konvertierung dann aufgezwungen hat ist nicht bekannt. Zwar gelingen auch damit immerhin einige hübsche Effekte, doch notwendig wäre das sicher nicht gewesen, zumal der beste visuelle Gag ohne die dritte Dimension auskommt und jedesmal zu sehen ist, wenn hier eine der Figuren den Zaubertrank zu sich nimmt.

 

briten 4Nun ist deshalb nicht alles Gold was man sich zum Füllen der 110 Minuten hat einfallen lassen, denn für diese etwas zu lange Spielzeit reicht die „Briten“-Geschichte eben alleine nicht aus, so dass man neben dem auch noch recht amüsanten Strang um die auf der Suche nach „Angst, die Flügel verleiht“ befindlichen Normannen die Geschichte mit weiteren eigenen Handlungshappen ausschmückt, von denen dann leider nicht mehr alle so richtig munden. Zwar macht die große Dame Catherine Deneuve als Königin eine gute und mit spürbarem Spaß agierende Figur, doch spätestens beim um einige Nebenfiguren (wie die widerspenstige Verlobte und eine strenge Gouvernante) angereicherten Storybogen um den steifen Teefax schleichen sich dann unübersehbar ein paar Längen ein.

 

Am insgesamt positiven Fazit kann das aber nicht allzuviel ändern: „Asterix & Obelix: Im Auftrag ihrer Majestät“ ist ein sehr amüsanter und oft sogar liebenswerter Film geworden und das ist doch allemal eine freudige Überraschung. Ist es nicht? Es ist.

Volker Robrahn

Eine Queen im Britannien der

Eine Queen im Britannien der Antike? Was für ein Blödsinn. Auch sahen einige Setfotos von Londinium und den britischen Einwohnern eher nach 18./19. Jahrhundert aus als nach 50 v.Chr. Ich bleibe skeptisch. "Asterix bei den Briten" ist so ein herausragendes Album, selbst der Zeichentrickfilm hat noch einigermaße gut funktioniert. Das will ich mir durch so einen Queen-Humbug nicht kaputt machen lassen. Zumal die vorherigen Realverfilmungen auch nicht gerade für Vorschusslorbeeren sorgen. Ich denke einmal die DVD ausleihen wird, trotz der doch überraschend guten Filmszene-Wertung, reichen.

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