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Begabt - Die Gleichung eines Lebens

Begabt - Die Gleichung eines Lebens
drama , usa 2017
original
gifted
regie
marc webb
drehbuch
tom flynn
cast
chris evans,
lindsay duncan,
octavia spencer,
mckenna grace, u.a.
spielzeit
100 Minuten
kinostart
13. Juli 2017
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

begabt 1Frank (Chris Evans) führt mit seiner Nichte Mary (McKenna Grace) ein einfaches Leben in einer Kleinstadt in Florida. Zum Entsetzen seiner wohlhabenden Mutter (Lindsay Duncan) hat er diese eher ärmliche Existenz bewusst gewählt, um Mary vom Einfluss ihrer Großmutter und auch von anderen Versuchungen fernzuhalten. Denn Mary ist genau wie ihre Mutter hochbegabt, doch hat die sich einst aufgrund des daraus resultierenden Drucks und der sozialen Isolation das Leben genommen. Ein ähnliches Schicksal möchte Frank seiner Nichte gern ersparen, doch auf Dauer lässt sich Marys Begabung nicht verbergen: Als sie schließlich schulpflichtig wird, erkennt ihre Lehrerin Bonnie (Jenny Slatze) sehr schnell, dass diese Schülerin in ihrem Unterricht klar unterfordert ist. Doch den Vorschlag, Mary sofort auf eine entsprechend ausgerichtete Spezialschule zu schicken, lehnt Frank ab. Das ruft dann endgültig wieder seine Mutter auf den Plan, die schließlich einen Prozess um die Zukunft des Kindes anstrengt und auch das Sorgerecht beantragt. Gemeinsam mit seiner Nachbarin Roberta (Octavia Spencer), die zugleich auch Marys beste Freundin ist, zieht Frank in einen Kampf, bei dem er ziemlich schlechte Karten hat.
 

begabt 2Während zeitgleich ein neuer „Spider-Man“-Film anläuft, kehrt der Regisseur der letzten beiden, nur mäßig populären Abenteuer des Marvel-Helden lieber wieder ins Fach des stark menschelnden Dramas zurück. Es war fast spürbar, dass sich Marc Webb im Blockbuster-Kino nicht richtig wohlfühlt, zu bemüht und angestrengt wirkten dort die Versuche des Mannes, der seine Karriere einst vielversprechend mit der Indie-Komödie "(500) Days of Summer" startete. In „Begabt“ widmet er sich nun einem Thema, dass vor allem in den USA viele beschäftigt, hat sich dort doch fast schon eine „Industrie“ zur Förderung hochbegabter Kinder gebildet. Im Fall von Mary handelt es sich aber nun gleich um den Sprössling eines der „klügsten Köpfe des gesamten Planeten“ was doch etwas dick aufgetragen wirkt, zumal sich eben diese Genialität anscheinend mühelos komplett vererbt und (trotz eines eher einfältigen Vaters) eine Tochter erzeugt hat, deren geistige Fähigkeiten mühelos die sämtlicher Erwachsener um sie herum übertrumpfen.

begabt 3Wenn man diese Prämisse dann aber schluckt und mal so hinnimmt, dann entfaltet sich ein sehr ambitioniertes und gut gespieltes Drama, in dem die unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden und es kein ganz eindeutiges „richtig“ oder „falsch“ gibt. Zwar ist der von Chris "Captain America" Evans verkörperte Ersatzvater Andy ganz klar der Sympathieträger der Geschichte, aber auch die Gegenseite hat durchaus brauchbare Argumente aufzuweisen. Zumindest wenn es dabei um die Vertreter der Schule und vor allem Marys Lehrerin Bonnie geht, denn mit Großmutter Evelyn hat man leider doch eine Figur entworfen, die in Sachen Engstirnigkeit und Egoismus zwar noch nicht an den Rand der Karikatur gerät, aber schon sehr eindimensional gezeichnet wird. Neben der stets sehr ernsten und im Sozialverhalten „schwierigen“ Mary von McKenna Grace bleibt dann lediglich die von Octavia Spencer mit viel Verve gespielte Nachbarin Roberta übrig, um auch mal etwas Lebensfreude in das ansonsten arg triste Geschehen zu bringen.

begabt 4Die weiter oben erwähnte Angestrengtheit bei den vorigen Filmen von Marc Webb ist aber letztlich auch in „Begabt“ zu spüren, so ehrenvoll und engagiert das Dilemma dargestellt wird, so brav und in gewissem Sinne ausgewogen politisch korrekt kommt die Umsetzung daher. Das ist alles interessant und in einigen Momenten auch sehr emotional, besitzt aber insgesamt nicht genug Wucht und Intensität um den Betrachter wirklich zu packen. Der sitzt davor und bekommt ein solides Stück dramatisches Schauspieler-Kino zu einem problematischen Thema serviert und hat auch im Grunde nicht wirklich etwas daran zu meckern. Aber „ganz nett“ ist ja auch nie wirklich ein Kompliment.

Volker Robrahn

Leider nur Durchschnittsware

6

Leider nur Durchschnittsware !

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