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Ben Hur

Ben Hur
historien-epos , usa/italien 2016
original
ben-hur
regie
timur bekmambetov
drehbuch
john ridley, keith r. clarke
cast
jack huston,
toby kebbell,
rodrigo santoro,
morgan freeman,
nazanin boniadi,
pilou asbæk, u.a.
spielzeit
125 Minuten
kinostart
1. September 2016
homepage
http://www.benhur-film.de/
bewertung

5 von 10 Augen
Ben Hur Filmplakat

Beim Lesen der AnkJack Huston & Toby Kebbellündigung einer Neuverfilmung von „Ben Hur“ musste man sich unweigerlich fragen, was das denn soll. Warum eines der einflussreichsten und – in diesem Fall ist das Wort tatsächlich angebracht – legendärsten Werke der Filmgeschichte noch einmal neu verfilmen? Dass auch William Wylers Monumentalfilm von 1959 nicht die erste Verfilmung des Stoffes war und genau wie die nun erscheinende Fassung auf einem 1880 erschienenen Roman von Lew Wallace basiert, trägt nur wenig dazu bei, die Zweifel am Sinn und Zweck einer Neuverfilmung zu schmälern. Schließlich muss sich jede neue Fassung an Wylers mit elf Oscars ausgezeichnetem, dreieinhalbstündigem Mammutwerk messen. Eine denkbar ungünstige Voraussetzung für den neuen „Ben Hur“ also. Aber hier ist sie nun mal, die als „atemberaubend und actiongeladen“ angekündigte Neuverfilmung von Regisseur Timur Bekmambetov („Wächter der Nacht“, „Abraham Lincoln Vampirjäger“).

Judah Ben Hur (Jack Huston) wächst zusammen mit seinem Adoptivbruder Messala (Toby Kebbell) in einer wohlhabenden Familie in Jerusalem auf. Die beiden stehen sich nahe, aber während Judah sich vor allem seinem jüdischen Glauben verpflichtet sieht, macht Messala eine Karriere in der römischen Armee. Als Messala nach Jerusalem zurückkehrt, wird Judah fälschlicherweise für einen Verräter und Feind der Römer gehalten. Messala kennt kein Erbarmen und schickt seinen Bruder zur Strafe als Sklave auf eine römische Galeere. Nach fünf qualvollen Jahren gelingt Judah schließlich die Flucht und er trifft auf den Scheich Ilderim (Morgan Freeman). Mit diesem tüftelt er einen Plan aus, um Rache an Messala zu nehmen: Er will in einem großen Wagenrennen gegen seinen Bruder antreten – und ihn besiegen.

Morgan Freeman
Der Film sieht von den ersten Minuten an zumindest gut aus. Kulissen, Kostüme und Effekte sind handwerklich gut gemacht, wie man es von einer 100 Millionen Dollar teuren Hollywood-Produktion im Jahr 2016 ja auch erwarten kann. Wo im Original noch tausende von Statisten für Massenszenen engagiert werden mussten, hatte es Bekmambetov hier natürlich deutlich leichter und konnte ganze Armeen im Computer erzeugen.

Aber obwohl es handwerklich wie gesagt nichts auszusetzen gibt, gibt es doch auch nichts, was wirklich positiv hervorsticht oder einen sogar begeistern könnte. Fast keine der groß angelegten Sequenzen des Films weiß wirklich zu beeindrucken. Mit Bekmambetov saß offenbar ein Könner seines Handwerks auf dem Regiestuhl, aber so etwas wie eine eigene Handschrift des Regisseurs oder eine besondere Vision davon, wie er die epische Geschichte visuell präsentieren will, ist hier nicht zu erkennen. Stellenweise wirkt es, als sei ihm gar nicht bewusst gewesen, was für eine Gelegenheit sich ihm hier bot. Jedenfalls ignoriert er die meisten Möglichkeiten, die römischen Bauten und eindrucksvollen Szenerien pompös in Szene zu setzen. Auch das Wagenrennen im Schlussteil des Films sieht zwar gut und rasant aus, aber man vermisst eben auch hier das gewisse Tüpfelchen Kreativität, das daraus eben nicht nur eine Actionsequenz wie viele andere gemacht hätte.

Der einzige Abschnitt des Films, der konzeptionell überzeugen kann, ist Judahs Aufenthalt auf der Galeere. Als es zu einer großen Seeschlacht kommt, verfolgt der Film das Geschehen nämlich konsequent aus Judahs Sicht und bleibt fast nur bei den Sklaven unter Deck. Damit vermittelt er äußerst wirkungsvoll Judahs Panik und die Lebensgefahr, in der er schwebt.

Dramaturgisch wiederum ist der Film äußerst simpel und holzschnittartig aufgebaut. Wer hier „gut“ und wer „böse“ ist, ist stets klar. Mit der Erläuterung der Motivationen der einzelnen Charaktere hält man sich nicht länger als absolut nötig auf und keine der Ben HurFiguren ist besonders vielschichtig angelegt. Für die Leistungen der zumindest im Kino meist recht unbekannten Darsteller gilt dabei das Gleiche wie für den Film an sich: sie sind solide, aber keineswegs bemerkenswert. Morgan Freemans Auftreten etwa in der Mitte des Films sorgt für einen kurzen Aha-Moment, aber über die Schwächen in der Inszenierung und Dramaturgie des Films kann auch ein Oscarpreisträger nicht hinweg spielen.

Die Geschichte über Verrat, Rache und nicht zuletzt den Kampf der Besatzer gegen „religiöse Fanatiker“ (in diesem Fall die Christen) ist natürlich zeitlos und momentan vielleicht relevanter denn je. Trotzdem ist diese neue Fassung von „Ben Hur“ im Großen und Ganzen ziemlich überflüssig. Auch wenn Bekmambetov keineswegs einen misslungenen Film abgeliefert hat, so kann „Ben Hur“ doch auch in keiner Hinsicht begeistern und bietet letztlich nicht mehr als solides Mittelmaß. Das ist als Existenzberechtigung für ein Remake eines so gewichtigen Klassikers eindeutig zu wenig. 

Maximilian Schröter

Hoffentlich sieht das

Hoffentlich sieht das Publikum das genauso. Sonst beschert uns Hollywood bald auch noch Remakes von Casablanca, Gandhi und Vom Winde verweht.

Das US Publikum hat den

Das US Publikum hat den dummen Versuch ja schon abgestraft.
Das war auch Monumental, ein Monumentaler Flop.

Gut so, dann bekommen wir auch keine weiteren, unnötigen Remakes.

Schade, wird mal wieder zeit

Schade, wird mal wieder zeit nach einem schönen alten Römer Film wie Gladiator... aber so wird das nix !

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