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Final Fantasy - Die Mächte in Dir

Final Fantasy - Die Mächte in Dir
scifi-animation , usa 2001
original
final fantasy - the spirits within
regie
hironobu sakaguchi
drehbuch
al reinert, jeff vintar
cast
alec baldwin,
donald sutherland,
steve buscemi,
james woods,
ming na,
ving rhames, u.a.
spielzeit
100 Minuten
kinostart
23. August 2001
homepage
bewertung

10 von 10 Augen

Das Streben des Animationsfilms richtet sich seit jeher auf zwei Ziele: Erstens zu zeigen, was "normale" Filme nicht zeigen können, und zweitens dabei so real wie nur möglich auszusehen. "Final Fantasy", konzipiert und entwickelt von Hironobu Sakaguchi auf der Basis seiner gleichnamigen, legendären Videospiel-Reihe, wird in die Geschichte eingehen als der Film, der diesem Streben ein Ende setzte.
Über vier Jahre saßen Hunderte der weltbesten Computer- und Animationskünstler in Honolulu an der Erzeugung eines Films, der sich kein geringeres Ziel setzte, als erstmalig fotorealistische menschliche Charaktere zu erzeugen. Das nun vorliegende Ergebnis ist in seiner Detailtiefe so atemberaubend, daß es beim ersten Zuschauen nahezu unmöglich ist, diese Arbeit gebührend zu würdigen. Denn nach nicht einmal fünf Minuten hat man effektiv vergessen, daß man einen Animationsfilm sieht. Und wird gleichzeitig gefangen von einem Ideenreichtum, der nicht nur im Animationsbereich, sondern auch für SciFi- und Action-Filme Maßstäbe setzt.

Die Handlung spielt im Jahre 2065. Vor 30 Jahren ist ein Asteroid auf der Erde eingeschlagen und hat außerirdische Phantomwesen mit sich gebracht, die große Teile der Menschheit ausgelöscht haben. Die Überlebenden fristen ihr Dasein in hermetisch abgeriegelten "Barrier Cities", der Rest des Planeten ist verwüstet. Doch genau in dieser Verwüstung suchen die junge Wissenschaftlerin Aki Ross und ihr Mentor Dr. Sid nach einzelnen überlebenden Lebensformen, welche die Ingredienzen für jenes Mittel in sich tragen, daß die Menschheit vor der Auslöschung retten kann, während auf der anderen Seite der rachsüchtige General Hein mit einer gigantischen Space-Kanone den Mutter-Asteroiden der Phantome zerstören will - auch wenn dies das Risiko mit sich bringt, den gesamten Planeten zu pulverisieren. Zwischen den Fronten stehen Captain Gray Edwards und seine Konsorten von der Elite-Einheit "Deep Eyes": Militärisch den Befehlen des Generals verpflichtet, moralisch und emotional aber klar auf der Seite Akis.

Besagtes Mittel zu beschreiben, daß Aki und Dr. Sid zusammensetzen wollen, ist nicht ganz einfach, und erfordert einen Ausflug in die Prinzipien der Gaia-Philosophie, welche das geistige Zentrum von "Final Fantasy" bildet. "Gaia" ist die Bezeichnung für jenen Geist, der alle Lebewesen und die Erde miteinander verbindet, die Einheit aller Existenz. Voraussetzend, daß sich die Schwingungen dieses Geistes meßbar feststellen lassen und er sozusagen eine Signatur besitzt, versuchen Aki und Dr. Sid das Gegenbild der außerirdischen Gaia zusammenzusetzen, um sie eben dadurch auszulöschen. Klingt kompliziert und nicht ganz nachvollziehbar, ist es auch, trotzdem gelingt es "Final Fantasy" mit Leichtigkeit, diese Theorie als ein Faktum darzustellen, das man schneller akzeptiert als verstanden hat.

Ebenso schnell, wie die unglaubliche visuelle Sprengkraft von "Final Fantasy" seine Zuschauer gefangen nimmt. Selbst wenn die simpel gestrickten, militaristischen Gut-Böse-Muster der zwei menschlichen Parteien etwas dünn wirken und bei manch einem vielleicht der philosophische Hintergrund nicht so einfach rutschen will, so ist dies letztlich alles Makulatur und nicht das, was diesen Film zu dem Quantensprung macht, der er unumstritten ist: Unter der schieren kinetischen Energie, dem Rausch von Bild und Ton und der absoluten Freiheit der Ideen, die hier zu beobachten sind, ersticken jegliche Kritikpunkte über flache Charaktere und nicht leicht zu fassende Handlung. Wenn in der Nahaufnahme die Hautporen in Aki's Gesicht zu erkennen sind und ihre Haare in der Schwerelosigkeit zu schweben beginnen; wenn die Kamera ihre unbeschränkte Bewegungsfreiheit in vollen Zügen ausnutzt und gleichzeitig jede einzelne Lichtbrechung bis ins kleinste Detail berücksichtigt und umsetzt; wenn dann noch eine Rasanz und Geschwindigkeit hinzukommt, wie sie im Realfilm so gut wie unmöglich zu erreichen ist - dann bricht "Final Fantasy" wirklich in Regionen vor, die kein Film zuvor betreten hat, und als Zuschauer empfindet man nur noch Dankbarkeit dafür, daß man auf diese Reise mitgenommen wird.

Der Produktionsort auf Honolulu wurde nicht umsonst gewählt: Mitten im Pazifik gelegen bildet die hawaiianische Metropole den Schneidepunkt zwischen Japan und den USA, und genau dies lebt auch in "Final Fantasy" auf. Ausgestattet auf der einen Seite mit einem schmissigen und rasanten Skript voller knackiger One-Liner, wie es einen gelungenen Action-Film der Spaßfabrik Hollywood auszeichnet, und auf der anderen Seite mit den visuellen Traditionen und der kreativen Bandbreite japanischer Animes ist "Final Fantasy" das perfekte Synergie-Produkt aus Kunst und Kommerz, Anspruch und Unterhaltung, Vision und Popcorn. Eine düstere Action-Apokalypse wie einst in "Aliens" kombiniert mit einem Fantasy-Epos á la "Prinzessin Mononoke". Sollte das Publikum aufgrund des doppelten Spartenfilm-Charakters (Animation + SciFi = jene Kombination, die schon "Titan A.E." zu Unrecht floppen ließ) trotzdem ausbleiben, so ist es wirklich selber schuld: Es versäumt den wahrscheinlich wichtigsten, vor allem aber visuell berauschendsten Film dieses Jahres.

Auch wenn's beim Ansehen schwer fällt: Die Rückbesinnung darauf, daß alles Gesehene das Produkt einer Animation ist, künstlich und real nicht existent, ist von Nöten, um der wahren Meisterleistung gebührend gerecht zu werden. Wäre "Final Fantasy" als Realfilm inszeniert worden, es wäre ein guter und sehr unterhaltsamer Actionfilm entstanden. Doch daß sich dieser Vergleich überhaupt aufdrängt, ist Beweis genug, wie nah dieses Projekt tatsächlich der Realität gekommen ist, und wie es sie überflügelt: Einerseits so echt aussehend, daß der Unterschied zeitweise nicht mehr zu erkennen ist, weist "Final Fantasy" andererseits den Realfilm mit der klassischen Waffe der Animation in seine Schranken: Die Fähigkeit, alles zeigen zu können, was die Fantasie sich ausmalt. In ihrer triumphalen Zusammenführung von Wirklichkeit und Imagination ist diese Fantasie wirklich final: Das Kino stößt mit diesem Film an eine seiner letzten Grenzen. Man hat nicht häufig das Privileg, Zeuge einer solchen Revolution zu werden. "Matrix" war die letzte. "Final Fantasy" ist die nächste. Jetzt heißt es: Auf zu neuen Ufern! Es ist einzig fraglich, wo sich diese jetzt noch finden lassen. 

Frank-Michael Helmke

1

Handlung:BESCHEUERT
Charaktere:FLACH

1 Auge für die Computeranimationen.

1

was ist daran so toll ???? das ist blos Science-Fiction-Trash. Keine guten Effekte, schlechtes Drehbuch. Nicht gut.

10

Ein super Film über Phantome die zuflucht suchen und nur eine neue welt suchen. Aber auch über ein ungleiches paar.

Es ist schon eine Weile her

8

Es ist schon eine Weile her dass ich diesen Film gesehen habe, und ich erinnere mich noch genau dass mich er Film in erster Linie dahingehend begeisterte dass eine relativ komplexe Hintergrundgeschichte in die Computeranimation übersetzt wure, dass ich es nicht a'la Avatar in erster Linie um gut/böse Geballere und irgendwelches new-age geschwafele ging, Sondern die Welt in guter Manga-Tradition recht komplex und selbsterklährend angelegt war.
Natürlich ist es ein Film seiner Zeit und man tastet dauernd das Bild nach anzeichen dafür ab, dass es sich um eine Computeranimation handelt (sehr gutes Schaumaterial zum Thema "uncanny valley" in dieser Hinsicht übrigens) - so einige Computerspiel-Zwischensequenzen haben diesen Film inzwischen überholt was die reine visuelle Qualität angeht.
Trotzdem ein gewisses Vergnügen das zu sehen - man würde sich wünschen dass es mehr Filme gibt in denen eine komplexe aber intuitive Fantasy-Backstory so gut mit aufwändiger Filmherstellung verbunden wird so wie hier.
Gute Beispiele: Akira, Prinzessin Mononoke
Schlechte Beispiele: Matrix Reloaded/Revolutions, Avatar
Werde ihn mir bestimmt bei Gelegenheit nochmal anschauen.

So, hab es mir doch nochmal

4

So, hab es mir doch nochmal reingezogen. Ist doch interessant wie sehr der Film inzwischen gealtert ist. Inzwischen ist wie z.B. im neuen "Tim und Struppi" Film zu sehen halt doch (spätestens über die Pixar Filme) eine ganz neue Verbindung zwischen Technik und kreativität beim Filmemachen entstanden. "The Ghosts Within" ist inzwischen doch unheimlich gealtert da wir inzwischen doch schon ganz anderes gewohnt sind, und der Vergleich mit Myasaki (Prinzessing Mononoke) ist jetzt doch etwas weit hergeholt, dafür ist handlungsmäßig doch zu oft "Malen nach Zahlen" veranstaltet worden, man kann eigentlich in jedem Augenblick vorhersehen was als nächstes passiert.
Der Film wikt allerdings stets so als ob er in jedem Augenblick dem Zuschauer den Joystick in die Hand drücken wollte... definitiv wie eine auf Spielfilmlänge ausgedehnte Zwischensquenz eben.
Trotzdem ist die Essenz der Computerspielwelten dieser Zeit in dem Film aufgehoben.

Aber einige Sequenzen sind immernoch toll spektakulär, und es bleibt sicherlich für die Zeit eine grosse Leistung, die vielleicht ähnlich wie Tron mal später wieder aufgrund ihrer Imperfektionen und Seltsamheiten gemocht werden wird... manchmal leuchtet eben doch etwas fast menschliches in den animierten Filmfiguren auf... aber eben nur manchmal.

Die Musik ist übrigens interessant, klingt oft wie amerikanische Spielfilmklassiker aus den 50-60er Jahren,

Verzeihung... habe meinen

4

Verzeihung... habe meinen Beitrag nochmal umgeschrieben wegen der vielen "doch"s. :|

So, jetzt habe ich mir den Film nochmal reingezogen. Es ist doch interessant wie sehr der Film inzwischen gealtert ist!
Inzwischen ist wie z.B. im neuen "Tim und Struppi" Film zu sehen (spätestens über die Pixar Filme) eine ganz neue Verbindung zwischen Technik und kreativität beim Filmemachen entstanden und wir erwarten unzwischen wesentlich mehr als "The spirits within" liefert.
Der Vergleich mit Myasaki (Prinzessing Mononoke) scheint beim erneut sehen auch etwas weit hergeholt, dafür scheint die Handlung zu ofte der Strategie "Malen nach Zahlen" zu folgen - man kann eigentlich in jedem Augenblick vorhersehen was als nächstes passiert.
Amüsant zu sehen wie der Film an vielen Stellen so wirkt als ob er gleich dem Zuschauer den Joystick in die Hand drücken wollte... wie eine auf Spielfilmlänge gedehnte Zwischensequenz eben - die aber eben doch die Essenz der Computerspielwelten um die Jahrtausendwende ganz gut wiedergibt.
Einige Sequenzen sind immernoch sehr schön und spektakulär anzusehen, und es bleibt sicherlich als Meilenstein in der Filmgeschichte stehen, der vielleicht ähnlich wie Tron mal später wieder aufgrund ihrer Imperfektionen und Seltsamheiten gemocht werden wird... manchmal leuchtet eben doch etwas fast menschliches in den animierten Filmfiguren auf... aber eben nur manchmal.
Die Musik war ebenfalls interessant, es klingt sehr oft wie amerikanische Spielfilmklassiker aus den 50-60er Jahren. Da hat sich evenfalls mit Hans Zimmer und und Konsorten einiges getan in der Zwischenzeit.

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