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Findet Dorie

Findet Dorie
animationskomödie , usa 2016
original
finding dory
regie
andrew stanton, angus maclane
drehbuch
andrew stanton, victoria strouse
cast
albert brooks,
ed o'neill,
ellen degeneres,
hayden rolence,
ty burrell,
kaitlin olson, u.a.
spielzeit
97 Minuten
kinostart
29. September 2016
homepage
http://www.findetdorie-film.de
bewertung

7 von 10 Augen
Findet Dorie - Poster

Wenn man bedenkt, dass "Findet Nemo" der vielleicht populärste Film im gesamten Pixar-Pantheon ist, dann ist es eigentlich ziemlich erstaunlich, dass es bis jetzt gedauert hat, bevor eine Fortsetzung dazu entstand, schließlich haben sich die Animations-Genies aus dem kalifornischen Ameryville schon vor einigen Jahren endgültig den Gesetzen des Marktes gebeugt und begonnen, nicht nur zu ihrem Ur-Meisterwerk "Toy Story", sondern auch zu anderen Filmen Sequels (bzw. ein Prequel) zu produzieren. Findet DorieÜber die Sinnhaftigkeit der entstandenen Geschichten konnte man sich dabei durchaus streiten, und sowohl "Cars 2" als auch "Die Monster-Uni" konkurrieren mit um die letzten Plätze wenn es um eine qualitative Hitliste aller Pixar-Werke geht. Es war darum vielleicht auch der außergewöhnliche Status von "Nemo", der die Pixar-Chefs eine ganze Weile zögern ließ in Sachen Sequel - wollte man diese heilige Kuh wirklich noch einmal anfassen? Man entschied sich schließlich für "Ja", und rein wirtschaftlich betrachtet hat sich die Sache definitiv mehr als gelohnt: Die Fortsetzung spielte am ersten Wochenende in den USA über 135 Millionen Dollar ein und verabschiedete sich Mitte August schließlich mit insgesamt fast 480 Millionen Dollar aus den amerikanischen Kinos, was ihn (wenn nichts sehr Unerwartetes mehr passiert) zum erfolgreichsten Film des Jahres macht. Trotzdem ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass "Findet Dorie" auf lange Sicht solch einen festen Platz im Herzen seiner Zuschauer behalten wird wie es sein Vorgänger seit 13 Jahren tut. Denn dafür fehlt dieser Fortsetzung dann doch das wirklich Besondere.

Es war auf jeden Fall eine kluge Entscheidung des Pixar-Teams, den neuen Film noch mehr auf Dorie zu konzentrieren und sie ganz ins Zentrum der Handlung zu rücken, ist der grundoptimistische Fisch mit dem fehlenden Kurzzeitgedächtnis doch eine der beliebtesten und wohl auch genialsten Figurenschöpfungen, die das Pixar-Universum bisher hervorgebracht hat. Findet DorieNach der erfolgreichen Rettung des kleinen Nemo im ersten Film lebt Dorie jetzt zusammen mit Nemo und seinem Vater Marlin als Quasi-Kleinfamilie im Korallenriff, bis sie eines Tages auf die Frage gestoßen wird, wo eigentlich ihre eigene Familie ist. Der Hauch einiger aufkommenden Erinnerungen, die sich in den Tiefen von Dories eigentlich alles vergessenden Gehirns festgesetzt haben, liefern ihr auch ein paar vage Hinweise, wo sie ihre eigenen Eltern finden könnte, und so macht man sich auf den langen Weg an die kalifornische Pazifikküste, um Dories Verwandtschaft hoffentlich zu finden. Während im ersten Teil Marlins und Dories abenteuerliche Reise vom Great Barrier Reef nach Sydney noch fast den ganzen Film einnahm, hält man sich nun mit der x-mal so langen Strecke einmal quer durch den gesamten Pazifik allerdings gar nicht erst lange auf, dank dem Strömungs-Express und den bekannten Schildkröten-Freunden aus Teil Eins ist der Ozean in einer Filmminute durchquert und wir finden uns relativ schnell am eigentlichen Ort der Handlung ein: dem "Marine Life Institute", eine Mischung aus Forschungs- und Tierrettungeinrichtung und ozeanischem Zoo. Hier glaubt Dorie ihre Eltern finden zu können und macht dabei diverse neue Bekannte, die ihr bei ihrer Mission helfen, während Marlin und Nemo wiederum Dorie wiederzufinden versuchen, da sie auf dem Weg voneinander getrennt wurden. 


Findet DorieUnd dann geht es rund, und zwar ziemlich. "Findet Dorie" legt über seine gesamte Laufzeit ein furioses Tempo hin, kaum ist eine Bedrohung per Action-Sequenz überstanden, folgt auch schon die nächste, und auf seinen zwei Handlungssträngen springt der Film von einem abenteuerlichen set piece zum nächsten wie seine Protagonisten von einem Aquarium zum anderem. In seiner Aneinanderreihung sorgt das für ein ziemliches Spektakel und auch enorme Kurzweil, Langeweile kommt hier jedenfalls für keine Sekunde auf, und die permanente Abwechslung durch die ständigen Wechsel des Handlungsortes innerhalb des Ozean-Freizeitparks und seinem Innenleben sprüht nur so vor Einfallsreichtum, was sich aus diesem Setting noch alles herauslassen lässt. In gewohnter, liebgewonnener Pixar-Manier wird der Film dabei bevölkert von einer ganzen Reihe großartiger neuer Figurenschöpfungen, die mit ihren eigenwilligen Charakteren den Humor- und Witz-Level auf gewohnt hohem Pixar-Niveau halten. Man hat in Ameryville also mal wieder sein bestes Handwerk an den Tag gelegt.

Also alles super und kein Grund zur Klage? Nicht so ganz. Das Pixar-Team spielt hier zwar in gewohnter Manier seine gewohnten Stärken aus, wozu neben toller Plot-Konstruktion und großartigen Handlungswelt- und Figurenschöpfungen auch ein herzschmelzender Geschichtskern gehört - wer hier nach den ersten zwei Filmminuten, in denen wir Dorie als Fisch-Kleinkind mit ihren Eltern kennenlernen, nicht schon voll emotional involviert ist, muss ein Herz aus Stein haben. Man wird allerdings auch das Gefühl nicht los, dass sich das Pixar-Team hier ein wenig in gewohnter Routine verliert und es über goldenes Handwerk eben doch nicht richtig hinausgeht. Grundsolide und blitzsaubere Arbeit, aber der Funke der ganz großen Inspiration, der Pixars wahre Meisterwerke von "Toy Story" über "WALL-E" bis zum letztjährigen "Alles steht Kopf" auszeichnete, der fehlt hier eben. 

Findet DorieBei genauerer Betrachtung erweist sich das konsequent hohe Tempo des Films dann auch als sein heimlicher Schwachpunkt. Denn Dorie bzw. Marlin und Nemo werden hier so non-stop von einer bedrohlichen Episode zur nächsten gescheucht, dass allein durch die Menge die Wirkung flöten geht. Hier werden in solcher Rasanz scheinbar unüberwindliche Hindernisse überwunden, dass beim Zuschauen bald das Gefühl der großen Dramatik schwindet und sich der eigentlich anzustrebende "Oh Gott, da kommen sie nie wieder raus!"-Eindruck nicht mehr so richtig einstellen mag. Hier wäre ein bisschen weniger vermutlich mehr gewesen, ein gelegentlicher Bremser in der Handlung ratsam um das Gefühl zu vermitteln, dass man nun aber wirklich in einer Sackgasse angekommen ist, aus der es kein Entrinnen mehr gibt. 

Stattdessen zwingt sich "Findet Dorie" selbst dazu, immer noch eine Schippe draufzulegen, damit die Spannungs- und Aufregungskurve trotz rasant absolviertem Hinderningsparcour auch bis zum Ende immer weiter nach oben zeigt. Weshalb der Film schließlich in einem Showdown gipfelt, der zwar einerseits vor allem dank der 3D-Optik ein wirklich enormes Spektakel ist, andererseits aber nur noch völlig übertriebener Quatsch, bei dem man eher ungläubig amüsiert den Kopf darüber schüttelt, was einem da noch serviert wird, als sich total ergriffen und mitfiebernd in der Armlehne des Kinosessels zu verkrallen. Zumindest, wenn man nicht mehr zehn Jahre alt ist. 

Findet DorieMit seiner enormen Rasanz versteckt der Film auch ein wenig die Tatsache, dass es seiner Geschichte ein wenig an der emotionalen Tiefe fehlt, die Pixar sonst auszeichnet, wenn sie auf der wahren Höhe ihres Könnens agieren. Das liegt zum einen daran, dass Marlin und Nemo auf ihrem Handlungsstrang eigentlich keinen eigenen emotionalen Bogen durchlaufen und eben nichts tun, außer Dorie zu suchen, und bei Dorie der Bogen nicht wirklich vorankommen kann, solange die Frage, ob sie ihre Eltern findet (bzw. ob es überhaupt noch Eltern zu finden gibt) nicht beantwortet ist, was natürlich erst relativ kurz vor Schluss passiert. Allerdings schafft "Findet Dorie" es trotzdem, einen sehr lobens- und erwähnenswerten Subtext unterzubringen. Denn gerade am Anfang und am Ende des Films wird deutlich, dass hier eigentlich eine Geschichte darüber erzählt wird wie es ist, ein geistig behindertes Kind großzuziehen. Wie man manchmal damit hadert und daran verzweifelt, wie man eigene Lösungen und Strategien für den Alltag zu finden versucht, und wie man schließlich darauf vertrauen muss, dass das Kind es trotz Handicap schaffen wird, in der Welt zurechtzukommen. 

Der große Wurf ist Pixar mit dieser Fortsetzung also nicht gelungen, unter den Pixar-Sequels belegt "Findet Dorie" aber zumindest einen überzeugenden Platz Drei (hinter den beiden unerreichbaren "Toy Story"-Fortsetzungen) und bietet in jedem Falle einwandfreie, familientaugliche Kino-Unterhaltung mit sehr hohem Spaß- und Spektakelwert. Denn ein "nur" grundsolider Pixar-Film ist immer noch doppelt so gut wie das meiste, was die Konkurrenz so auf die Beine stellt.

Frank-Michael Helmke

Ein unterhaltsamer Film. Er

7

Ein unterhaltsamer Film. Er kommt ohne Message wie in "Zoomania" oder "Alles Steht Kopf" aus, weswegen man sich an letztere vermutlich länger wird erinnern können. Das Tempo ist gut und es gibt immer etwas was passiert.

Stets bemüht fällt mir zu

5

Stets bemüht fällt mir zu Findet Dorie spontan ein. Sicherlich ist es immer schwierig, ein Sequel zu machen, insbesondere nach so langer Zeit, aber die optisch gut gemachte Fortsetzung kann doch nicht über die echt dünne Geschichte hinweg trösten. Der Film hat mich nicht im Ansatz mitgenommen, weil er von Anfang an wie eine billige Kopie der ursprünglichen Story wirkt. Alles ist extrem weichgespült, und eher für Kinderaugen als für Erwachsene. Richtig gelacht habe ich kaum, die Witze waren ebenfalls sehr bemüht, und irgendwie wird man auch das Gefühl nicht los, als wollten die Macher einfach auf gar keinen Fall etwas verkehrt machen. Dann halt auf Nummer sicher, und das kommt dabei raus.

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