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Killer's Bodyguard

Killer's Bodyguard
action-komödie , usa 2017
original
hitman's bodyguard
regie
patrick hughes
drehbuch
tom o'connor
cast
ryan reynolds,
samuel l. jackson,
gary oldman,
elodie yung,
salma hayek, u.a.
spielzeit
118 Minuten
kinostart
31. August 2017
homepage
http://www.fox.de/killers-bodyguard
bewertung

5 von 10 Augen

bodyg 1Die Lust an seinen Job als Bodyguard ist Michael Bryce (Ryan Reynolds) nach einem Fehlschlag mit anschließender Suspendierung eigentlich ziemlich vergangen, trotzdem übt er ihn weiter aus, wenn auch ziemlich unmotiviert. Ausgerechnet seine Ex-Freundin (Elodie Young) ist schließlich dafür verantwortlich, dass er einen Auftrag erhält, der ihm noch weniger schmeckt: Bryce soll den bekannten Auftragskiller Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) beschützen und sicher zu einer wichtigen Gerichtsverhandlung nach Den Haag bringen, wo dieser gegen einen üblen Diktator (Gary Oldman) aussagen will. Bryce und Kincaid standen sich zuvor mehrfach auf unterschiedlichen Seiten gegenüber und sind daher von dieser Art „Wiedersehen“ nur mäßig begeistert. Aber beide haben eine Motivation den Job zu Ende zu bringen, Bryce erhofft sich eine Rehabilitierung und Kincaid wurde versprochen, dass seine ebenfalls inhaftierte, heißblütige Ehefrau (Salma Hayek) freigelassen wird, wenn er sich als Kronzeuge zur Verfügung stellt. Also raufen sich die beiden Streithähne schließlich zusammen und sehen sich dabei einer ganzen Armada von Killern und Scharfschützen gegenüber.
 

bodyg 2Eines der Plakatmotive von „Killer's Bodyguard“ (offenbar hält man das deutsche Publikum für zu doof um den Begriff „Hitman“ zu verstehen) zeigt einen Ryan Reynolds, der Samuel L. Jackson so auf seinen Armen durch den Regen trägt wie es einst Kevin Costner mit Whitney Houston tat. Doch mit dem „Bodyguard“ aus den 90ern hat dieser neue Leibwächter sonst nur wenig gemein,was aber leider nicht bedeutet, dass er deshalb besonders originell oder eigenständig wäre. Vielmehr haben wir es mit einer typischen Buddy-Komödie zu tun, in der sich zwei Typen, die sich zunächst spinnefeind sind und nicht ausstehen können, im Verlauf der Geschichte zusammentun um irgendwann zu erkennen, dass der jeweils Andere doch eigentlich ganz in Ordnung und ein feiner Kerl ist. Gut, die Figur von Samuel Jackson hat zwar zig Leute ermordet, aber ein kurzer Satz mit dem Hinweis darauf, dass das doch allesamt recht üble Typen waren, relativiert diesen kleinen Schönheitsfehler schnell.

bodyg 3Der Verlauf der Geschichte ist also zu fast einhundert Prozent vorhersehbar, und wenn das der Fall ist braucht ein Film ein paar andere Verkaufsargumente. So eines ist hier in erster Linie der Action-Faktor, denn von Anfang bis Ende lässt man es in Sachen Explosionen und Autostunts ordentlich krachen, Höhepunkt ist eine Verfolgungsjagd zu Lande und Wasser durch die Grachten von Amsterdam, wie man sie noch nicht gesehen hat (es sei denn man kennt den holländischen Semi-Klassiker „Verfluchtes Amsterdam“ aus den späten 80er Jahren). Trotz aller handwerklichen Klasse ist „Killer's Bodyguard“ mit einer Laufzeit von zwei Stunden allerdings ein gutes Stück zu lang geraten, um nicht im letzten Viertel deutlich zu ermüden. Noch eine Wendung und noch eine Action-Szene obendrauf sind da eher zuviel des Guten, auch wenn der Faktor „Erschütterung der Glaubwürdigkeit“ dabei zu vernachlässigen ist, denn die geht hier bereits in den ersten Minuten über Bord, wenn Ryan Reynolds eine ängstliche Zielperson lässig durch jede Menge Kanonen- und Bombenfeuer geleitet.

bodyg 4Erfreulicherweise halten einen aber die beiden Hauptdarsteller mit ihrer Spielfreude bei der Stange. Vor allem innerhalb der unüberschaubaren Anzahl an Rollen, die Samuel L. Jackson in den letzten Jahren angenommen hat, gehört sein zwiespältiger Darius Kincaid eindeutig zu den besseren Figuren, die immerhin für etwas mehr als nur ein paar Grimassen und Sprüche taugt. Bei den Nebencharakteren hat man zwar ebenfalls große Namen verpflichtet, dann aber darauf verzichtet diesen auch etwas Brauchbares in die Hand zu geben. Als Konsequenz daraus agiert Gary Oldman in seiner schon oft gegebenen Schurkenrolle einfach auf Autopilot und Salma Hayek in ihren wenigen Szenen als cholerische Ehefrau nah an der Karikatur.

So steht hier am Ende eine produktionstechnisch hochwertige und namhaft besetzte Actionkomödie, der es aber an zu vielem und vor allem an Originalität mangelt, um richtig aufregend oder interessant zu sein.

Volker Robrahn

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