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Maze Runner: Die Auserwählten in der Todeszone

Maze Runner: Die Auserwählten in der Todeszone
scifi-abenteuer , usa 2018
original
maze runner: the death cure
regie
wes ball
drehbuch
noah oppenheim, grant pierce myers
cast
dylan o'brien,
kaya scodelario,
thomas brodie-sangster,
aidan gillen,
patricia clarkson, u.a.
spielzeit
140 Minuten
kinostart
1. Februar 2018
homepage
http://www.mazerunner.de
bewertung

4 von 10 Augen

maze 3 1Als wir hier in der Besprechung von „Die Auserwählten in der Brandwüste“ leicht ungeduldig anmerkten, dass man nun bis zur Auflösung des großen „Maze Runner“-Mysteriums noch bis Anfang 2017 würde warten müssen, war nicht abzusehen, dass die Wartezeit sogar noch deutlich länger ausfallen sollte. Denn nachdem sich ausgerechnet Hauptdarsteller Dylan O'Brien bei den Dreharbeiten zum abschließenden dritten Teil verletzte und mit mehreren Knochenbrüchen im Krankenhaus landete, mussten die Aufnahmen für mehrere Monate unterbrochen werden, so dass „The Death Cure“ nun mit einem satten Jahr Verspätung in die Kinos kommt. Das ist natürlich für eine Fortsetzungsreihe aus Studio-Sicht extrem ärgerlich, erhöht sich so doch das Risiko, dass die Franchise ein Stück weit aus den Köpfen der Zuschauer verschwindet. So richtig gelohnt hat sich das lange Warten allerdings auch für die treuen Kunden nicht, denn das große Finale entpuppt sich leider trotz jeder Menge darin enthaltener Action als ziemlich unbefriedigende Angelegenheit. 
 

maze 3 2Nach dem schockierenden Verrat von Theresa (Kaya Scodelario) befinden sich die Rebellen um Thomas (Dylan O'Brien) in der Defensive, schlagen jedoch mit einer spektakulären Befreiungsaktion zurück, bei der sie zudem eine mächtige Flugmaschine ergattern können. Da sich aber immer noch einige Weggefährten in den Händen der skrupellosen Organisation WCKD befinden, entschließt sich Thomas schließlich zu einer gefährlichen Rettungsoperation im Herz des Feindes, das sich trotz der vorausgegangenen Verwüstungen in der noch immer existierenden Hauptstadt befindet. Dort sucht WCKD-Chefin Ava Paige (Patricia Clarkson) unter immer größer werdendem Druck nach einem Heilmittel gegen den tödlichen Virus – und schreckt dabei auch weiterhin nicht vor brutalen Experimenten an den „Immunen“ zurück. Gejagt von den Schergen ihres obersten Helfers Janson (Aidan Gillen) kommt es zu einem wilden Katz- und Maus-Spiel zwischen den Parteien, bei dem aber beiden langsam die Zeit davonläuft.

maze 3 3„Katz- und Maus-Spiel“ bedeutet in diesem Fall, dass dieser Film im Grunde aus nicht viel mehr als einer einzigen, fast zwei Stunden langen Action-Sequenz besteht, bei der ständig hin und her, vor und zurückgerannt wird und bei der sich die Loyalitäten sowie die Beantwortung der Frage „Wem kannst Du trauen?“ gleich mehrfach verschieben. Nur ist das leider nicht besonders spannend umgesetzt, auch wenn man sich wirklich mächtig ins Zeug legt um dem Betrachter durch eine Überdosis an Geballer und Explosionen einen anderen Eindruck zu vermitteln.

Zu Beginn funktioniert das auch noch, wenn man in einer viertelstündigen, durchaus beeindruckenden Zug-Verfolgungsjagd ein wenig auf „Mad Max“ oder „Fast & Furious“ macht. Aber irgendwann ist das alles halt nur noch ermüdend, zumal es auch keine originellen Einfälle und Ideen zu bestaunen gibt, es wird hier nichts geboten was man so nicht auch schon oft anderswo gesehen hat. Man greift stattdessen sogar gleich mehrfach in den Setzbaukasten mit ̶b̶̶e̶̶w̶̶ä̶̶h̶̶r̶̶t̶̶e̶̶n̶ abgegriffenen Standardklischees, wenn etwa die Beschossenen wie selbstverständlich von keiner Gewehrsalve getroffen werden, dafür aber stets in dem Moment, wo einer der „Guten“ aussichtslos in die Mündung einer Pistole starrt, in letzter Sekunde aus dem Hintergrund ein Retter auftaucht. Eine Gewissheit, die sich offenbar auch auf die Darsteller übertragen hat, die selbst im heftigsten Kugelhagel nie den Eindruck vermitteln, als befänden sie sich gerade in großer Lebensgefahr. Auch auf der zwischenmenschlich-psychologischen Ebene entfernt man sich immer weiter vom Niveau, das andere moderne Dsytopien wie etwa die „Panem“-Reihe erreichen, denn für das Ausloten tiefgründiger Motivationen bleibt trotz einer Laufzeit von 140 Minuten halt wenig Zeit, wenn man ständig kämpfen muss.

maze 3 4Diese Entwicklung weg vom verschachtelten Mystery-Thriller hin zum reinrassigen Actionfilm vor Endzeitkulisse deutete sich ja bereits im Vorgänger an und es ist bedauerlich, dass sich das nun noch einmal deutlich steigert. Denn was im Labyrinth des ersten Teils noch so komplex und durchdacht schien, erweist sich am Ende größtenteils als große Blase mit jeder Menge daraus langsam entweichender heißer Luft. Riesenspoiler: Das einzig brauchbare Heilmittel gegen den die Menschheit Stück für Stück zu zombieartigen Monstern machenden Virus ist tatsächlich genau derjenige, der schon von Beginn an als große Hoffnung und Messias aufgebaut wurde. Warum es dazu aber solche Konstruktionen wie das gewaltige Labyrinth mit all seinen Fallen und Prüfungen tatsächlich benötigte, bleibt im Rückblick mindestens fragwürdig.

maze 3 5Die Kenner der Buchvorlage beklagten schon bei den Vorgängern eine starke Simplifizierung der Romane von James Dashner, was dazu führte, dass diverse Zusammenhänge und Hintergründe der Geschichte in den Adaptionen unklar blieben. Die Enttäuschung gerade dieser Zielgruppe dürfte sich nach Sichtung des letzten Teils nun noch steigern, denn wer die Vorlage eben nicht gelesen hat wird kaum glauben können, dass diese doch ein ganzes Stück tiefgründiger daherkommt. Was ja nicht so dramatisch schlimm wäre, wenn denn die Filme dafür andere Stärken ausspielen würden. Doch auch an Schauwerten gibt das in der deutschen Fassung als „In der Todeszone“ betitelte Finale nicht mehr viel her, spielt dieses doch zum überwiegenden Teil in einer visuell nicht besonders aufregend inszenierten Stadt.

Auch in diesem Punkt konstatieren wir daher nachlassende Attraktion und die abschließende Bewertung dokumentiert, wie mit „Maze Runner“ eine zunächst sehr viel versprechend gestartete Reihe mit jeder neuen Episode ein Stück uninteressanter wurde.

Volker Robrahn

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