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The Beach

The Beach
abenteuer , usa 2000
original
regie
danny boyle
drehbuch
john hodge, alex garland
cast
leonardo dicaprio,
tilda swinton,
virginie ledoyen,
guillaume canet,
robert carlyle, u.a.
spielzeit
119 Minuten
kinostart
17. Februar 2000
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

Kennt ihr das? Das Wetter kotzt euch an, ihr wollt umbedingt weg von hier!!! Aber es gibt ein Problem: Mallorcas Strände sind zu voll und zu prollig, Mauritius zu teuer. Außerdem alles total mit Touristen überlaufen. Es soll aber noch preiswerte und wunderschöne Plätze auf dieser Welt geben, wo man fernab von TUI-Betonbunkern mit sich selbst ins Reine kommen kann. Um einen dieser Plätze geht es in "The Beach", denn hier haben sich ein paar "Aussteiger" ein solches Paradies auf einer thailändischen Insel errichtet. Und dieses verteidigen sie mit allen Mitteln gegen jeglichen Eindringling.

Eines Tages bekommt jedoch der Tourist Richard (kreisch...Leonardo DiCaprio) eine Karte in die Hände auf der ein sagenhaftes Paradies eingezeichnet ist, "The Beach". Auch wenn er vollkommen ahnungslos ist, was "The Beach" ist oder bedeutet, beschließt er mit einem französischen Pärchen diesen Strand zu suchen. In seinem jugendlichen Leichtsinn gibt er die Karte auch noch an eine andere Gruppe von Rucksacktouristen weiter, was sich später als großer Fehler herausstellen soll.

"The Beach" ist das Paradies, ein Dschungelcamp aufgebaut von Neo-Hippies und Aussteigern, gelegen an einer blauen Lagune, umsäumt von vielen kleinen Hanfpflanzen. Zwar gibt es da auch noch ein paar Einheimische die das alles relativ unwitzig finden, aber die müssen draußen bleiben. Doch im Paradies ist nicht alles so richtig paradiesisch, denn es gibt Regeln: Wer nicht pünktlich zum Essen erscheint wird als Abendunterhaltung "gebrandet". Wer das schon für relativ ungewöhnlich hält, fragt sich bald, warum seine Mitaussteiger alle die ganze Zeit so blöd lächeln. Doch wer nicht permanent gut und cool drauf ist, gerät schnell ins Abseits.

Was für Richard von Anfang an zum Problem wird, ist, daß er die Karte weitergegeben hat, was er der Chefin des Camps Sal (Tilda Swinton) auch noch heimlich gesteht. Aber da ist auch noch die Französin Francoise (Virginie Ledoyen) mit der er auch bald, ohne Wissen ihres Freundes, anbandelt, und so scheint sein eigenes Paradies seine Erfüllung zu finden. Nun sind die Bewohner von "The Beach" aber ähnlich extrem wie auch andere Puritaner, denn Regel Nummer 1 am Strand ist: Spaß haben, Regel Nummer 2: wer keinen Spaß hat oder anderen den Spaß verdirbt, weil er sich von einem Hai anknabbern läßt, hat verloren und kommt auch nicht ins Krankenhaus.

"The Beach" funktioniert klasse als Satire auf Aussteiger und wie sie sich selbst täuschen, doch dann wird es schnell undurchschaubar und ein wenig konfus. Richard's Ausraster, als die Leute auftauchen denen er die Karte gab, ist eben so wenig nachzuvollziehen, wie Sal und ihre Mannen, die sich wie Kleinkinder herumkommandieren lassen.

Danny Boyle hatte augenscheinlich vor eine episches Werk von mehreren Stunden zu schaffen und hat dann, aus was für Gründen auch immer, sich dafür entschieden die zweite Hälfte des Films doch eher im Schnellverfahren zu bearbeiten. Nur so sind seine dramaturgischen Fehler zu erklären. Doch obwohl die Handlung eher verwirrt, zeigt der Film doch wunderbare Bilder mit hipper Drum´n´-Bass Musik unterlegt, was unsere doch eigentlich aufs Korn genommene Klientel anzieht, Mr. Boyle. Natürlich ist da noch der Traum der schlaflosen Teenienächte Leo DiCaprio (KREISCH), der seinen extra für den Strand gestählten Körper in fast ganz nackten Posen in die Kamera hält. Was aber den Film noch unglaubwürdiger macht ist die Tatsahe, daß als Kulisse ein Naturschutzgebiet herhalten mußte, was dann auch vollkommen umgegraben wurde um der Postkartenromantik in unseren Köpfen zu entsprechen (ist das so richtig alternativ aussteigermäßig??).

Alles in allem ist "The Beach" ein guter Film mit einer guten Idee und soliden Schauspielern, und wer gerade Fernweh hat, der wird begeistert sein und ins nächste Reisebüro rennen. Auch alle pubertierenden Leo-Fans werden heulend und kreischend im Kino sitzen. Und das ist für mich eines der Probleme, ich hatte ein paar Mädels von der Sorte "Erste Reihe BSB-Konzert und danach Notarzt" hinter mir sitzen und die kreischten beim ersten Anzeichen von Leo als würde das Kino brennen. Wen sowas nicht vom Filmgenuß abhält und wer es für politisch korrekt hält, Naturschutzgebiete abzuholzen um eine Filmkulisse zu schaffen, dem sei dieser Film als Alternative zum Urlaubsdiaabend empfohlen.

 

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