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The Fast and the Furious

The Fast and the Furious
action , usa 2001
original
the fast and the furious
regie
rob cohen
drehbuch
gary scott thompson
cast
vin diesel,
paul walker,
michelle rodriguez,
jordanna brewster, u.a.
spielzeit
105 Minuten
kinostart
11. Oktober 2001
homepage
bewertung

8 von 10 Augen

"The Fast and the Furious" ist das, was man gemeinhin einen Überraschungserfolg nennt. Mit durchschnittlichem Budget und talentierten, aber bis dato nur Insidern bekannten Nachwuchsschauspielern ausgestattet, erhoffte sich der Verleih lediglich einen moderaten Kinodurchlauf und eine lukrative Videoauswertung. Doch ziemlich unerwartet wurde die Story über illegale Autorennen und hochgezüchtete Maschinen zum ganz großen Frühjahrsknaller an den amerikanischen Kinokassen und Hauptdarsteller Vin Diesel von einigen begeisterten Fans bereits zum "coolest actor on earth" gekürt. Nicht ganz zu unrecht, denn "The Fast and the Furious" liefert perfekt gemachte Unterhaltung mit einem hervorragend aufgelegten Darstellerensemble und hält genau das, was der Titel verspricht.

Vin Diesel gibt dabei Dominic Toretto, den uneingeschränkten König der illegalen Racing-Szene von Los Angeles. Wer zu seiner Gang gehört und von ihm akzeptiert wird, hat es geschafft. Das ist auch das Ziel des neu in der Szene aufgetauchten Brian (Paul Walker), dem es nach Anfangsschwierigkeiten gelingt, das Vertrauen Dominics zu gewinnen. Die großen Probleme beginnen jedoch, als sich Brian in Dominics Schwester Mia (Joanna Brewster) verliebt. Denn Brian ist ein Cop, als Undercoveragent in die Gang eingeschleust, um einen Beweis für Dominics Beteiligung an mehreren brutalen Überfallen auf Trucks zu liefern. Aufgrund der extrem präzisen Fahrweise der Räuber vermutet die Polizei diese im Umfeld der Straßenrennszene. Brian gerät nicht nur wegen Mia in einen Gewissenskonflikt - auch mit Dominic hat er mittlerweile aufrichtig Freundschaft geschlossen. Dieser hält trotz des wachsenden Mißtrauens der anderen Mitglieder der Gang schützend seine Hand über Brian. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, wie lange dieses Spiel noch gutgeht.

Wer freundlich sein will, nennt die Handlung "klassisch", wer es etwas böser meint, holt die Begriffe "dünn" und "klischeehaft" hervor. Beides ist richtig, und wer bei der Konstellation "guter Cop verliebt sich in die schöne Schwester seines Zielobjekts" ärgerlich den Kopf schütteln will, darf es tun. Aber es ist genau die richtige Geschichte, um "The Fast and the Furious" funktionieren zu lassen, denn dieser Film in diesem Umfeld erfordert echte Männerfreundschaften und tragische Liebesgeschichten, um beim Publikum zu wirken. Ansonsten blieben nur die bis zur Grenze des Beherrschbaren hochgezüchteten, bunten Fahrzeuge und die mit ihnen abgehaltenen Rennen. Diese sind rasant, spannend und spektakulär, und manchem autoverrückten Zuschauer mag das bereits genügen - für den Erfolg beim Massenpublikum ist ganz sicherlich das Mitleiden mit den Charakteren essentiell.

Und da die wichtigsten Figuren nach dem Schema "rauh, aber herzlich" daherkommen und absolut sympathisch wirken, nimmt man auch gern an ihrem Leben an der Grenze zwischen Spaß, Übermut und Todesverachtung teil. Shootingstar Vin Diesel darf dabei nach "Pitch Black" diesmal nicht nur cool sein, sondern seine Figur wesentlich facettenreicher anlegen. Wobei keinerlei Zweifel bleiben: Wenn Toretto seinem Freund Brian androht "ihm den Hals umzudrehen" falls er ihn verrät, dann weiß man, daß dies keine leere Drohung ist. Und auch Paul Walker ("The Faculty") bietet eine ganze Menge mehr als man dem "Schönling" anfangs zutraut. Für Michelle Rodriguez als Torettos Freundin gilt das allerdings nicht - gegen "Girlfight" wirkt ihre neue Rolle zwangsläufig wie eine Erholung.

Moralisch hinterfragen darf man dies alles natürlich nicht. Selbstverständlich sind diese Rennen verboten, leichtsinnig und gefährlich. Keineswegs ist Dominic nur der gutmütige "Familienpatriarch", der alles zusammen hält, sondern hat auch eine sehr dunkle Seite. Und vieles in der Untergrundwelt der Racer ist nicht halb so ehrenhaft wie es nach außen verkauft wird. Allerdings verschweigt der Film dieses nicht, sondern zeigt es - womit man ihm Verlogenheit kaum vorwerfen kann. Aber darum geht es auch nicht, denn "The Fast and the Furious" ist nicht für den ernsthaften Kinogänger gedacht, sondern in erster Linie ein packender, erstklassig inszenierter Unterhaltungsfilm. Und der liefert seinem Publikum in dieser Hinsicht wesentlich mehr als die vor gut einem Jahr groß gehypte Bruckheimer-Produktion "Nur noch 60 Sekunden". Und dem in deutschen Landen noch nicht angelaufenen Rennfilm "Driven" mit Sylvester Stallone und unserem Hollywoodexport Til Schweiger nimmt "The Fast and the Furious" sogar gleich mehrere Runden ab. Das ist vielleicht eine unerwartete Feststellung, aber eine durchaus erfreuliche, zeigt sich doch erneut, daß ein nicht ausschließlich "von der Stange" sondern mit Herzblut und Spaß inszenierter Film auch den verdienten Erfolg genießen kann. In diesem Sinne: "Gentlemen, Start Your Engines!" 

Volker Robrahn

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