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Up in the Air

Up in the Air
tragikomödie , usa 2009
original
up in the air
regie
jason reitman
drehbuch
jason reitman, sheldon turner
cast
george clooney,
vera farmiga,
jason bateman,
j.k. simmons,
anna kendrick, u.a.
spielzeit
105 Minuten
kinostart
4. Februar 2010
homepage
http://www.upintheair.de
bewertung

9 von 10 Augen
Paramount Pictures

Hier kommt der Film zur anhaltenden Wirtschaftskrise und dem Leben in den "Nullern", oder wie auch immer man die gerade mühsam hinter uns gebrachte Dekade auch nennen will. In vielerlei Hinsicht ist "Up in the Air" ein Minikompendium der Sachen, die uns in den letzten Jahren umtrieben. Wirtschaftskrise, Zukunftsangst, das Erleben von immer mehr Dingen im virtuellen Raum und vor dem eigenen Computerbildschirm. Moderne Zeiten halt, so wie Chaplin sie zu seiner Zeit satirisch überzogen aufzeichnete und wie "Up in the Air" dies mit etwas leichterem Pinselstrich auch macht. Ob dieser Film nun auch zu einem Klassiker werden kann oder aber in ein paar Monaten vergessen ist, wollen wir hier gar nicht mutmaßen. Fest steht, dass "Up in the Air" einer der besten Filme dieses Jahres sein wird, denn Jason Reitman baut auf der Qualität seiner Vorgängerfilme "Thank You For Smoking" und "Juno" auf und liefert erneut einen wunderbaren Blick in das Leben seiner Figuren.

Die zentrale Figur in "Up in the Air" ist Ryan Bingham (George Clooney). Ryan ist jemand, der sich selbst als ein Mann ohne Zuhause vorstellt. Sein Zuhause sind die Flugzeuge, die Flughäfen und die Hotelsuiten, die er in seinem Job tagaus, tagein erlebt. Bingham ist der Inbegriff des frequent flyer - täglich fliegt er kreuz und quer durch Amerika, um seinem Job nachzugehen. Und der ist: Leute feuern. Als externer 'Jobterminator' soll er dafür sorgen, dass Massenentlassungen möglichst problemlos über die Bühne gehen. Bingham ist ein Meister des geschliffenen Wortes, des Euphemismus und der falschen Anteilnahme, und ein Experte in seinem Beruf. Freunde oder Familie braucht er nicht, ihm genügen One Night Stands mit Hotelbarbekanntschaften, wie der ebenfalls Vielfliegerin Alex (Vera Farmiga). Jedoch wird sein geschätzter Lebensstil bedroht: Binghams Boss (Jason Bateman) hat die junge Natalie (Anna Kendrick) eingestellt, die die bisherige Arbeitsweise revolutionieren will. Aus Kostenzwecken sollen die Entlassungsexperten nicht mehr durch die Gegend fliegen, sondern ihre Arbeit per Internet erledigen. Ryan ist mehr als unglücklich und wird nur noch unglücklicher, als ihm aufgetragen wird, Natalie auf seine nächsten Reisen mitzunehmen, um ihr seinen Job "von der Pike auf" zu zeigen. Bald prallen Egos und Lebenseinstellungen aufeinander, und irgendwann muss sich auch Ryan fragen, ob sein Leben auch anders aussehen kann als die Jagd nach Vielfliegermeilen....

Ein guter Indikator, ob man "Up in the Air" mögen wird oder nicht, ist die Frage, ob man Jason Reitmans vorherigen Film "Juno" mochte oder nicht. Denn seine Vorlieben aus jenem Film hat sich Reitman auch hier bewahrt, dieselbe Mischung aus bissig aber niedlich und auch einen ähnlich süßlich-aber-hippen Indie-Soundtrack, der hier allerdings weniger passend wirkt, als in eben jenem Film um hippe Teenager. Was ihn aber vor allem mit "Juno" eint, ist der angeschlagene Ton, in dem "Up in the Air" so selbstsicher und elegant ist, dass man ihn - wie auch schon bei Reitmans anderen Filmen geschehen - leicht mit Arroganz verwechselt. Dabei ist es eine Freude zu sehen, wie dieser immer noch sehr junge Filmemacher konstant die vollkommene Kontrolle über Ton und Stimmung seines Films beibehält und wie er und Partner Sheldon Turner die Dialoge des Drehbuchs geschliffen haben, bis sie funkeln.
Das kann und sollte man mögen, muss man natürlich nicht, unbestreitbar ist es aber eine beachtliche Leistung. Auch deshalb ist es einfach, über die wenigen Momente, in denen sich Konventionen oder Klischees einschleichen, großzügig hinwegzusehen. Natürlich gibt es eine entscheidende Storywendung gegen Ende, die man vorausahnt, natürlich lernt Ryan beim das letzte Drittel eröffnenden Familienbesuch, dass seine Lebensphilosophie vielleicht doch Schwachpunkte hat. Aber wie bei "Juno" geht es nicht darum, auseinanderzupflücken, welche Elemente nun doch Standard-Hollywood sind, sondern wie geschickt Reitman und seine Crew deren Stolperfallen entgehen. Zum Ende wird es beispielsweise nachdenklich und besinnlich, aber nicht rührselig. Und bis auf einen wirklich klischierten Moment, auf den man besser verzichtet hätte (das plötzliche Alles-Stehen-Und-Liegen-Lassen nach einer 'Eingebung'), ist der große Trick, wie "Up in the Air" diese Elemente so zusammensetzt, dass man, obwohl man es besser weiß, das Gefühl hat, hier etwas Neues und Frisches zu erleben.
"Up in the Air" mag in Sachen Originalität nicht "Being John Malkovich" sein, und will und soll das auch gar nicht, aber in den letzten Jahren hat man kaum einen Studiofilm aus Hollywood gesehen, der seine Einzelteile so brillant managt und zusammensetzt und der seine Themen mit Intelligenz und Respekt behandelt. Überhaupt muss man lange überlegen, wann es zuletzt einen Hollywoodfilm gab, der intelligent war und dabei gleichzeitig einen solchen Spaß machte wie "Up in the Air".

Denn würde man wirklich diesen eigentlich doch reichlich deprimierenden Geschichten der Figuren zusehen wollen, wenn es nicht so verdammt viel Spaß machen würde? Ryan Bingham ist im Grunde genommen ein Hochstapler, gegenüber seinen Mitmenschen und gegenüber sich selbst, aber natürlich auch ein so unglaublicher Charmebolzen, dass man trotzdem jeden Moment mit ihm genießt. Viel hat das natürlich mit George Clooney zu tun, dessen Ähnlichkeit zu den berühmten "leading men" der goldenen Ära Hollywoods mittlerweile so groß ist, dass man mit ein bisschen Augenzusammenkneifen nun wirklich meint, Cary Grant vor sich zu sehen. George Clooney ist die perfekte Besetzung für einen Mann, der nur von und für die Oberfläche lebt. Nicht, weil Clooney selbst oberflächlich wäre (seine offensichtliche Intelligenz und hohes soziales Engagement sind da Gegenbeweis genug), sondern weil diese Rolle Clooneys öffentliche Persona - der Womanizer, der Schönling, der Schönredner - perfekt nutzt. Bingham ist all das, was man Clooney zuschreibt.
Während bei genauerem Hinsehen Clooney schon immer sein gutes Aussehen mit einer ganz beiläufig eingebrachten Tiefgründigkeit (und in Sachen Karriere folgerichtig dann auch mit mutiger Rollenwahl) gekontert hat, dauert es in "Up in the Air", bevor Bingham aus seiner zu einem einzigen Marketing-Gimmick gewordenen Lebensphilosophie ein wenig ausbrechen kann und die Einsamkeit durchscheinen lässt, die sein Leben mit sich bringt. "Tiefgründig" spielen ist einfach, oder - besser gesagt - wirkt einfacher, weil man es mit ein paar Manierismen und vor allem dem entsprechenden Text schafft, sich als Denker zu etablieren. "Oberflächlich mit der eventuellen Möglichkeit von vergrabener Tiefgründigkeit" zu spielen ist dagegen sehr schwierig, und Clooney meistert dies hier wunderbar.

Unterstützt wird Clooney dabei kongenial von den beiden Damen an seiner Seite: Vera Farmiga gehört ja (wie Clooneys Partnerin Tilda Swinton in "Michael Clayton") zum Schattenkabinett der wunderbaren Nebendarstellerinnen, die in ihrer Rolle voll verschwinden können. Was Farmiga hier wieder einbringen darf ist ihr enormer, dabei aber vollkommen erwachsener und reifer Sex-Appeal, den sie schon in "Running Scared" und "The Departed" zeigte. Das erste Zusammentreffen zwischen ihrer Figur und Clooneys sprüht mit seinen gewagten, witzigen und geschliffenen Verbalvorspiel vor Erotik, noch bevor sich die beiden ausgezogen haben. Aber Farmiga gibt ihrer zurecht etwas mysteriös bleibenden Figur noch eine andere Seite: eine starke, unsentimentale Frau mit eingebautem "Bullshit"-Detektor. "Ich bin eine Erwachsene" sagt sie an einer Schlüsselstelle des Films und es stimmt - gegen sie nimmt sich Ryan trotz allem Charme wie ein Teenager aus, als ihn dann doch romantische Ideen packen.
Und dann ist da noch Anna Kendrick, bisher in Teenietrash wie "Twilight" vollkommen unter Wert verkauft, aber hier durchaus stark als Vertreterin der Generation Twitter. Das Sparring zwischen ihr und Clooney lebt von den aufeinander prallenden Unterarten von Arroganz ihrer beiden Figuren: hier die junge Aufsteigerin, die ihr Leben genau vorgeplant hat, dort der sich für etwas weiser haltende ältere Mann, der seine genau geplante Lebensvorstellung um jeden Preis behalten will. Beide werden einsehen müssen, dass sie trügerischen Lebensentwürfen gefolgt sind. Wie der Film dies darstellt, ohne den Zeigefinger zu heben oder in die Stereotypenkiste zu greifen, macht ihn zu einer solchen Freude.

Mehrmals wurden hier nun Begriffe wie Spaß und Freude benutzt, womit der Eindruck aufkommen könnte, es würde sich hier um eine waschechte Komödie mit Schenkelklopferfaktor handeln. Natürlich ist "Up in the Air" das bei Weitem nicht, den endgültigen Schritt ins große Kino macht der Film mit seiner nahezu perfekten Art, Tragik und Komik zu vereinen. Fast alles hier ist eigentlich tieftraurig: die Massenentlassungen, die Freude von Binghams Boss darüber, die zunehmende Entmenschlichung, die Bingham als Lebensmodell wählt und die Natalie als Geschäftsmodell der Zukunft etablieren will, dann die hilflosen Versuche Binghams, zu anderen Menschen eine Verbindung aufzubauen, die über seine charmanten Sprüche und Slogans hinausgeht. Und trotz all dem hat man eine fantastische Zeit im Kinosessel, lacht öfter als bei so mancher nominaler Komödie und ist dabei froh, dass der Film seine Intelligenz nicht für ein paar Lacher aufs Spiel setzt, sondern sich diese ganz natürlich aus Plot und Charakteren ergeben. Selbst beim Besuch auf dem Lande bei Ryans Familie gräbt man Gott sei dank nicht die im Hollywoodstandard in solchen Fällen ja immer beliebten Landeiklischees oder Hinterwäldler mit eigenwilligem Charme aus.

"Up in the Air" hat jede Menge Themen, die alle an seine Figuren und ihre Lebensentwürfe gebunden sind. Ob nun zum Thema Generationenunterschied, zum Zynismus von Konzernen bei ihren Massenentlassungen oder einfach zu den Lebenslügen, die wir uns aufbauen und manchmal auch wieder (freiwillig oder unfreiwillig) wieder einreißen - zu allen hat er ziemlich weise Dinge zu sagen. Und damit legt er eine Punktlandung hin. Intelligente und großartige Unterhaltung - dieses Entlassungspaket für von Hollywood-Dutzendware genervte Kinogänger sollte man unbedingt mitnehmen.

Simon Staake

10

Amen! Der hervorragend geschriebenen Rezension von Herrn Staake ist nichts mehr hinzuzufügen. Up in the air ist pure Poesie und ein kraftvoller Appell an die Menschlichkeit und Liebe ohne allerdings mit dem Finger winkend zu sehr Moralapostel sein zu wollen.

Der ganz ganz große Gewinner der diesjährigen Academy, da leg ich mich fest

9

Den Vergleich mit Juno kann ich beileibe nicht nachvollziehen. Wären die beiden Filme nicht vom selben Regisseur, wäre man nie auf die abwegige Idee gekommen diesen Vergleich zu ziehen.

Der wirklich zutreffende, und springende Punkt, bei Film und Rezension ist, dass man sich hier tatsächlich über die ganze Zeit hinweg großartig unterhalten fühlt. Trotz der eigentlich Depressions-induzierenden Thematik und gerade wegen der Tiefgründigkeit der Themen kann man bei Up in the Air jede Minute Aufsaugen.

Genialer Film, auch wenns am Ende nicht für den Oscar reichen wird.

8

Guter Film, kann dem Herrn Staalke zustimmen.
Besonders hervorzuheben ist, dass der Film trotz seiner Thematik nie zu schwerer Kost wird, sondern stets leicht, unterhaltsam aber trotzdem intelligent bleibt. Ein Spagat den man nicht so häufig zu Gesicht bekommt.
pL

9

Schön, in Zeiten, wo jeder von 3D-Remakes, Reboots oder anderweitigen künstlerischen Bankrotterklärungen spricht, mal wieder einen Hollywoodfilm zu sehen, der die Bezeichnung "Originell" zu jeder Sekunde verdient hat - "Up In The Air" gehört zu diesen wenigen wundersamen Filmen, die von tieftrauriger Melancholie durchzogen sind und dabei dennoch den Zuschauer mit einem positiven, erheiternden Gefühl aus dem Kino entlassen. Es ist erstaunlich, dass ein Film vor einem derart bitteren Hintergrund diese Wirkung erzielen kann, ohne dabei irgendetwas zu verharmlosen oder weichzuzeichnen. Die Inszenierung ist makellos, die Figuren sind präzise ausgearbeitet und überragend gespielt, die Handlung ist immer clever genug, abgestandene Klischees elegant zu umschiffen - hinzu kommt ein feiner Soundtrack, der die tragische Leichtigkeit der Geschichte stets passend einfängt.

"Up In The Air" ist ein wunderbarer, lange nachwirkender Film, dem die Honorierung durch die Academy wahrscheinlich verwehrt bleiben wird - auch, weil dort das Einspielergebnis die Nominierung sinnentleerter Playstation-Blockbuster zum "Besten Film" zu rechtfertigen scheint. Traurig.

9

Schön, in Zeiten, wo jeder von 3D-Remakes, Reboots oder anderweitigen künstlerischen Bankrotterklärungen spricht, mal wieder einen Hollywoodfilm zu sehen, der die Bezeichnung "Originell" zu jeder Sekunde verdient hat - "Up In The Air" gehört zu diesen wenigen wundersamen Filmen, die von tieftrauriger Melancholie durchzogen sind und dabei dennoch den Zuschauer mit einem positiven, erheiternden Gefühl aus dem Kino entlassen. Es ist erstaunlich, dass ein Film vor einem derart bitteren Hintergrund diese Wirkung erzielen kann, ohne dabei irgendetwas zu verharmlosen oder weichzuzeichnen. Die Inszenierung ist makellos, die Figuren sind präzise ausgearbeitet und überragend gespielt, die Handlung ist immer clever genug, abgestandene Klischees elegant zu umschiffen - hinzu kommt ein feiner Soundtrack, der die tragische Leichtigkeit der Geschichte stets passend einfängt.

"Up In The Air" ist ein wunderbarer, lange nachwirkender Film, dem die Honorierung durch die Academy wahrscheinlich verwehrt bleiben wird - auch, weil dort das Einspielergebnis die Nominierung sinnentleerter Playstation-Blockbuster zum "Besten Film" zu rechtfertigen scheint. Traurig.

6

Enttäuschend!

Die Oscarnominierung und die beiden Vorgängerfilme (beide zählen für mich zum ganz großen Kino) haben mich in diesen Film gelockt. Ganz im Gegensatz zu meinen Vorrednern und dem Rezensenten wurde ich aber weit weniger unterhalten.
Ganz kurz zusammengefasst kränkelt der Film an folgenden Punkten.
1) die recht profane "Lehre"
3) die fehlende Ehrlichkeit (gerade im Vergleich mit Juno und Thank you for smoking)
3) die Vorhersehbarkeit bzw. die Naivität die dem Publikum unterstellt wird

Zu Punkt 1: Schon der Trailer enthüllt letztlich die schlichte Wahrheit, die uns der Film vermitteln will: "Denke an die schönsten Momente in deinem Leben. Warst du dabei allein?" Diese message ist im Kino ja nun wirklich nichts neues (Der geniale "Into the Wild" hat dies auf anderer Ebene auf den Punkt gebracht) blöd nur, dass der Film so tut als würde er den Stein der Weisen enthüllen. Viel zu perfekt und glatt läuft das Leben des Ryan Bingham, bevor er plötzlich von der Liebe überrascht wird. Man kann natürlich die Selbsttäuschung und Fassade als Gegenargument anführen, aus meiner Sicht fehlt dem Film aber schlicht und ergreifend die (Andeutung einer) Schattenseite seines Lebensstils. Der gezeigt Bryan Bingham wirkt unglaubwürdig, da er (wäre er in der Lage sich IMMER/UNUNTERBROCHEN sein Glück vorzugaukeln) viel zu schnell und unmotiviert von der "Erleuchtung" heimgesucht wird (ansonsten müsste er wirklich zufrieden und glücklich sein, doch dann wäre der Film sinnlos....).
Im Endeffekt sind wir damit auch bei meinem zweiten Punkt: Die Hauptfigur wirkt nicht Ehrlich oder authentisch und selbst Clooneys souveränes Spiel kann da keine Abhilfe schaffen. Ein Charakter der sich mit der Einsicht schwerer tut wäre bei der Auslegung der Hauptrolle weit besser gewesen.
Schlußendlich kommt dann Punkt 3 hinzu: Den groben Handlungsrahmen kennt man ja quasi bei betreten des Kinos, leider sind auch sämtliche Zwischenstationen und "Wendungen" mindestens 5 Minuten vorher abzusehen. Beispielhaft (und gleichzeitig schlechteste weil klischeehafteste Szene des Films ist seine große Motivationsveranstaltung gegen Ende des Films).

Was beim Verlassen bleibt ist ein gut besetzter Film, der eine ebenso essentielle wie bekannte Botschaft präsentiert, als enthülle er das Kaninchen am Ende des Zaubertricks.Unterhaltsam sicherlich in Szenen/Details und in den gut geschriebenen Dialogen, als Gesamtkunstwerk versagt aber aber nachdrücklich.

7

Der 2010-Aufguß von Reine Chefsache. Hollywoodmatsch in brillanter Bebilderung mit aktuellem Bezug. Hätte ich mal meinem Ersteindruck vertraut - nicht wert im Kino gesehen zu werden.

9

Guter Film.

Spoiler:

Ich muss mal wieder feststellen, daß einige dem Film nicht wirklich folgen können. Soviel an Ryan Bingham auch unsympathisch ist (Materialismus, Vielfliegerei, Leute feuern, mangelnde Ideale) so sympathisch ist gleichzeitig seine Lebensphilosophie, die nicht wie von manchen vielleicht vermutet das Ergebnis einer Atomisierung der Menschen in modernen Gesellschaften oder ein Beispiel für die hysterische Grundangst im Sinne von Fritz Riemann ist, sondern eher seine Wurzeln aus dem Nomadentum und buddhistischem Gedankengut zieht. Er will seinen Rucksack leer machen, um zu sehen, was wirklich hinein gehört - und viele denken fälschlicherweise, sie wissen es.

So redet ihm die eine Frau, mit der seine Zeit verbringt aufgrund ihrer spießigen Gedankenlosigkeit ein, daß die andere Frau, mit der er seine Zeit verbringt unbedingt mehr von ihm will. Daß dieser üble Fehlschluß auch noch mit dem Einimpfen eines schlechten Gewissens überbracht wird führt dann zu der Katastrophe, die sonst gar nicht eingetreten wäre.

So trifft er vor der Hochzeitsfeier auf einen plötzlich unentschlossenen zukünftigen Schwager, dem plötzlich aufgeht, daß er immer nur den vorgegebenen Modellen gefolgt ist und eigentlich ganz anders leben will. Ryan kann das gut verstehen, doch statt den Mann in seiner Eigenständigkeit zu bestärken (was ehrlich wäre, da Ryan selbst nach genau dieser Lebensphilosophie lebt) folgt auch Ryan dem Erwartungsdruck seiner Umgebung und rät plötzlich, dem Erwartungsdruck der Umgebung zu folgen (was die Definition von Spießigkeit ist).

Das bedeutet, daß die Handlung nur zeigt, daß Ryan sein Prinzip nur nicht konsequent genug anwendet.

Auf gewisse Weise ist er wie Jack in "Fight Club", bevor Tyler Durden auftaucht. Letzterer könnte vielleicht auch Ryan's Rucksack endlich füllen.

5

Bild, Synchronisation, Schnitt, Kamera, Cast etc. sind sehr gut. Allerdings ist der Film bzw. die Story langeweile pur und konnte mich nicht eine Sekunde packen.

1

Mir ging's wie Matze. Bin nach etwa 5 Minuten raus gegangen, um der Langeweile vorzubeugen. Die Dialoge sollten wohl witzig und unterhaltsam sein ...

4

Ein schwacher und meiner Meinung nach hoffnungslos überbewerteter Streifen.
Zwar finde ich die Deutung meines Vorredners "oh oh oh" sehr interessant und der Film wäre sicherlich deutlich besser in Erinnerung geblieben, wenn ich er die beschriebene Intention denn auch vermittelt hätte. Leider muss ich feststellen, dass man das gesehene schon arg in diese Wunschform pressen müsste, um dem Film Gehalt zu geben. Weder der offensichtlicher Plot noch ein Subtext lassen für mich etwas tiefgründigeres als schön verpackten Kitsch erkennen.

9

Anfangs tat ich mich schwer mit dem Film. Mit der Hauptfigur Ryan Bingham konnte ich überhaupt nichts anfangen. Das fing bei seinem Beruf an, bei dem es um nichts anderes geht, als andere aus selbigem zu feuern. Dann diese seltsame Lebenseinstellung. Nur keine emotionale Bindungen eingehen, nur nicht seßhaft werden. Sich bewegen heißt leben. Also ständig rauf in die Luft. Das Lebensziel ist eine Zahl: 10.000.000 Flugmeilen.
Wie dann aber Regisseur Reitman die Lebensphilosophie Binghams auf intelligente Weise zerpflückt, war dann schon beeindruckend. Anfangs hat Bingham sein Leben ja noch voll im Griff, reist unbeschwert und sorgenfrei durch die Gegend, und gibt auf Motivationsseminaren auch mal seine Lebensphilosophie zum besten. Soziale Bindungen und Besitzstand sind Ballast, drücken wie ein schwer beladener Rucksack auf die Schultern. Also weg damit. In der Geschäftsfrau Alex scheint Bingham eine Seelenverwandte gefunden zu haben. Man führt voller Begeisterung oberflächliche Gespräche über die schickste Business-Card, aber wen man eigentlich vor sich hat, davon will man nichts wissen. Natürlich wird Bingham irgendwann klar, dass sein Leben in etwa so leer ist, wie sein Kleiderschrank, den er nach jeder Geschäftsreise wieder auffüllen muss.
Im Grunde behandelt der Film also die Frage nach dem Sinn des Lebens. Das tut er geschickt, intelligent und berührend, aber nie kitschig. Wer auf anspruchsvolle Unterhaltung steht, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.

9

Mich hat der Film erstklassig unterhalten. Witzig, intelligent, leider garnicht so abwegig. Hält der Spezies "Vielflieger" brutal den Spiegel vor die Nase :-). Ich sehe meine Sammelleidenschaft jetzt jedenfalls kritischer...

10

Genialer Film, wirklich anspruchvolle unterhaltung !!

1

Gähn !! Alles zu vorhersehbar. Langweilige Dialoge. Wo ist der Witz, den die Werbung so in den Vordergrund stellt? Komödie? Drama? Fehlanzeige! Die Werbetexter haben wohl einen anderen Film gesehen. Schade um die Zeit.

1

leute, habe ich einen falschen film gesehen?? langweilige story, langweilige darsteller & humorlos.. nach 55 min qual ausgemacht.

4

Schlechter Film,keine Ideen platte Dialoge,die Story war von der ersten Minute schon erzählt,warum also 10 Punkte,den Film hätte meine Oma drehen können.also wirklich

8

Hervorragende Unterhaltung auf leisen Sohlen. Unaufgeregt, stimmig und intelligent erzählt. Der perfekte Film um einen schönen Tag ausklingen zu lassen.

@oh oh oh: interessant - woher weisst Du denn, dass der Protagonist des grandiosen FightClub´s Jack heisst?

9

Hab den Film mit höchstem Vergnügen gestern auf DVD gesehen - und anschließend die entfernten Szenen. Die sind in diesem Fall mal richtig interessant, da sie - wären sie im Film verblieben - einen viel mainstreamigeren Film und einen anderen Ryan ergeben hätten. So ist es viel charmanter und interessanter geworden und hat ein paar Fragen offen gelassen - wie sind die Leute von der Party z.B. plötzlich auf dem Boot gelandet? :) Da haben einige Leute ganz offensichtlich die richtigen Entscheidungen getroffen!

1

film für Ü50er, da kommt er bestimmt an. finger weg, wer jünger ist und keine beziehungprobleme hat..

7

Ein wirklich netter Film. Schön, dass Hollywood hier nicht Ryan noch "umerzogen" hat, sondern, dass er letztendlich seine Einstellung behalten konnte. Hatte erst erwartet, dass er jetzt mit seiner Affäre "ordentlich" zusammenkommt und wir wieder alle wissen sollen, dass der Mensch nicht für Ryans Lebensführung geschaffen ist. Hätte eigentlich ein Ende eines europäischen Filmes sein können. Hollywood bewegt sich langsam ... Netter Film.

9

Ein unheimlich schöner Film mit liebenswürdigen Figuren, spaßigen Dialogen, anrührenden Szenen und einem passenden Ende.
Trotz der recht einfachen Moral die hier unaufdringlich vermittelt wird findet sich wenig Kitsch und kein erhobener Zeigefinger. Insgesamt ein vergleichsweise intelligenter Film, der zu Tränen und zum Lachen rühren kann.

Tragikomik at its best und ein Tip für jeden Videoabend in Gesellschaft.

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