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Walk the Line

Walk the Line
biografie , usa 2005
original
walk the line
regie
james mangold
drehbuch
james mangold, gill dennis
cast
reese witherspoon,
joaquin phoenix,
robert patrick,
dallas roberts, u.a.
spielzeit
135 Minuten
kinostart
2. Februar 2006
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

 

Das Gleiche in Country. Dieser Gedanke könnte denjenigen kommen, die sich im letzten Jahr die filmische Umsetzung des Lebens von Ray Charles angesehen haben. Ein weitgehend gelungenes Werk mit einem hervorragenden Hauptdarsteller, der sich dafür auch den verdienten Oscar abholen durfte. Nun also Joaquin Phoenix als Johnny Cash, und die Parallelen sind auffällig bis unheimlich: Zwei Musiklegenden, die Film und Darsteller noch ihren Segen erteilen, bevor sie kurz darauf sterben. Zweimal harte Anfänge in schwerem sozialen Umfeld und ein Kindheitstrauma (auch bei Cash stirbt der Bruder bei einem Unfall). Dann der Weg zum Ruhm und die wohl unvermeidlichen Begleiterscheinungen wie Tourneen mit Drogenkonsum und Seitensprüngen. Schließlich die Läuterung und Rückkehr zum privaten Glück und beruflichen Erfolg.

Genau so sieht das aus, und wer sich auch nur ein bisschen mit dem Leben von Johnny Cash beschäftigt hat weiß natürlich, dass es auch gar nicht anders sein kann. James Mangolds Biopicture deshalb Formelhaftigkeit vorzuwerfen kann als Kritikpunkt also nicht hundertprozentig greifen, denn gewisse Fakten sind nun mal vorgegeben. Zu gut fünfzig Prozent ist der Vorwurf, sich sehr eng in den Mustern des Genres zu bewegen, aber erlaubt.
"Walk the Line" konzentriert sich nämlich ganz auf den dramatischsten und damit ergiebigsten Teil von Cashs Karriere, von den frühen Jahren bei Sun Records bis zum legendären Gefängnisauftritte im Folsom Prison, und richtet den Fokus dabei weniger auf die musikalische Entwicklung seiner Musik als auf die private Romanze mit Kollegin June Carter. Diese wandelt sich über Jahre von einer Freundschaft zur Liebe seines Lebens und muss dabei nicht nur Cashs Drogenprobleme überwinden sondern auch die Tatsache, dass dieser eigentlich schon jung geheiratet und eine Familie gegründet hatte. Etwas boshaft ausgedrückt ist das also die Reduzierung auf eine große Romanze mit ein wenig Musik dazu. Letztendlich aber auch ein verständliches Vorgehen, wenn man einen gut zweistündigen Spielfilm dreht und keine Dokumentation.
Daher erfahren wir hier also wenig über die politische Bedeutung des "Man in Black" und gar Nichts über seine Popcharts-Erfolge in den 70ern, oder gar seine späte musikalische Wiederauferstehung mit den "American Recordings".

Wenn ein Film sich also derart deutlich auf die wilden Jahre seiner beiden Hauptfiguren konzentriert, steht und fällt er natürlich auch mit deren Darstellern. Und damit sind wir an dem Punkt angelangt, bei dem "Walk the Line" voll und ganz überzeugen und begeistern kann. Denn sowohl Joaquin Phoenix als auch Reese Witherspoon liefern hier die bisher beste Vorstellung ihrer Karriere ab. Phoenix durfte man das nach dem bisher Gesehenen auch durchaus zutrauen, bei Witherspoon kommt diese Leistung doch eher etwas überraschend.
Die beiden singen sämtliche Songs selbst, und dabei mag den vereinzelten echten Country-Freunden in unserem Lande jetzt erstmal der Angstschweiß ausbrechen ("vereinzelte" und "echte" Country-Freunde deshalb, weil wir hier ja nicht von "Truck Stop" reden). Aber die können sich die Stirn wieder trocken wischen, denn beide machen ihre Sache auch in diesem Punkt sehr, sehr gut; man schaue sich zum Beispiel nur einmal das großartige Duett "Jackson" an. Es mag vielen schwer fallen, sich überhaupt irgendjemanden in der Rolle von Cash vorzustellen, und natürlich sieht Phoenix auch nicht genau so aus. Aber das vergisst man schnell bei der Intensität seiner Darstellung, ob in den Dialogen mit seinem schwierigen Vater (Robert Patrick in ungewohnter Rolle) oder bei den Energie geladenen Bühnenauftritten.
Am meisten beeindruckt dabei vielleicht die Szene von Cashs erstem Vorsingen im Studio von Sam Philipps (Dallas Roberts). Nachdem dieser seinen uninspirierten Vortrag eines Gospel-Songs kritisiert, wagt der unsichere junge Mann es schließlich, ihm seinen bitteren und zynischen "Folsom Prison Blues" mit tiefer und kraftvoller Stimme vorzutragen - nicht die einzige Musikszene, bei der eine leichte Gänsehaut auftritt.
Obwohl der Film natürlich nicht komplett chronologisch gedreht wurde, scheint es als wenn Joaquin Phoenix mit fortschreitender Laufzeit immer mehr mit seiner Figur verschmilzt. Da die Geschichte zudem kaum einmal in den allzu kitschigen oder melodramatischen Bereich abgleitet, kann man insgesamt auch ein positives Fazit ziehen: Dieser Film über das Leben der Country-Legende Johnny Cash zeigt zwar längst nicht alles, was zeigenswert wäre. Alles was er macht, macht er dafür aber ziemlich gut.

Volker Robrahn

9

Joaquin Phoenix hat wieder mal einen unglaublich intensiven Eindruck hinterlassen!
Meiner Meinung nach war Reese Witherspoon aber ehr gut, als so atemberaubend das man ihr alle Preise nach schmeißen muß.
Ich finde den Film sehr gut gemacht und obwohl ich nicht wirklich viele Lieder von Johnny Cash kannte, hat der Film den Sound super transporiert. Hut ab auch vor den Stimmen der Darsteller. Hervoragend fand ich auch das der Film nicht das ganze Leben von Cash zeigt und ihn trotzdem charakterlich genau zu treffen scheint.
Interessant und sehenswert mit toller Musik und einem brillianten Joaquin "Cash" Phoenix.

10

der film ist geil

10

Ich finde den Film absolut geil....
Und er hat so viele Menschliche Schicksale......
Er ist absolut sehenswert...

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