Herzlichen Glückwunsch zum 20., Filmfest Hamburg!

von Margarete Prowe / 28. September 2012

Unsere Redakteurin Margarete Semenowicz berichtet in diesem kleinen Festival-Tagebuch vom 20. Filmfest Hamburg, das vom 27. September bis zum 06. Oktober stattfindet. Mehr über das sympathische Festival in der Hansestadt gibt es auf der offiziellen Website www.filmfesthamburg.de.

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Donnerstag, 04.10.2012: Ehre, wem Ehre gebührt

Kim Ki-DukAm heutigen Abend wird der Ehrenpreis des Festivals vergeben, der Douglas-Sirk-Preis, alljährlich verliehen an einen Regisseur, der sich um die Filmkunst besonders verdient gemacht hat. Der diesjährige Preisträger ist der höchst umtriebige Südkoreaner Kim Ki-Duk, eine wahre Arbeitsbiene, die gar nicht anders kann, als immer weiter zu filmen. In den 16 Jahren seiner Karriere hat Kim Ki-Duk bereits 18 Spielfilme gedreht - darunter solch herausragende Werke wie "Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling", "Bin-Jip" oder "Hwal - Der Bogen" - und selbst wenn er in einer Schaffenskrise steckt, macht er eben darüber einen Film und dreht eine Dokumentation über sich selbst. Das höchst interessante und unterhaltsame Resultat "Arirang" war letztes Jahr auf dem Filmfest in München zu sehen. 

Anlässlich der Ehrung wird in Hamburg Kim Ki-Duks neuerster Film gezeigt, "Piéta", mit dem der Südkoreaner vor kurzem den Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig gewonnen hat - und auch das völlig zurecht. Denn die überraschungsreiche Geschichte um einen rücksichtslosen Geldeintreiber, der sein komplettes Leben ändern will, als er seine ihm unbekannte Mutter kennenlernt, ist von einer beeindruckenden Wucht und vielleicht Ki-Duks bisher bester Film. Auf jeden Fall ist er einer der Höhepunkte des diesjährigen Filmfests, und ein beeindruckendes Argument dafür, dass Ki-Duk seinen Preis heute Abend redlich verdient hat. "Piéta" startet übrigens bereits am 8. November bundesweit in den deutschen Kinos.

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Dienstag, 02.10.2012: Tanz mit Klapperschlangen und Sex mit Arabern

Der außergewöhnliche Dokumentarfilm „Snake Dance“ des belgischen Dokumentar- und Spielfilmregisseurs Manu Riche und des englischen Journalisten und Schriftstellers Patrick Marnham zeigt leise erzählt und in ruhigen Bildern die verschiedenen Orte der Welt, die für den Bau der Atombombe wichtig waren, wie Los Alamos, den Kongo (in Katanga wurde das Uran abgebaut), Nagasaki und Hiroshima, und widmet sich ebenfalls dem Ort Fukushima, in dem eine Naturkatastrophe zum nuklearen Ernstfall führte. Elegant erzählt von Patrick Marnham werden die Leben zweier Männer hier verwoben: des Hamburger Anthropologen Aby Warburger, der in Los Alamos die Kultur der Hopi erforschte und deren Tanz mit einer Klapperschlange als Ritus gegen die Angst beschrieb, und das Leben von Robert Oppenheimer, dem Leiter des "Manhattan Project", das die erste Massenvernichtungswaffe der Welt baute. „Snake Dance“ ist eine Gedankenreise, auf die der Zuschauer sich einlassen muss. Die stillen, oft leeren Landschaften, vor denen der Inhalt erzählt wird, fügen dem Text eine weitere Bedeutungsebene hinzu, die gerade aufgrund ihrer harmlosen Idylle in großer Diskrepanz zum Tanz mit einem lebenden Klapperschlangenkopf im Mund sowie zum Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki steht. Die Filmemacher verzichten bewusst auf Archivmaterial, um die Aktualität der atomaren Bedrohung zu betonen, und geben dem Zuschauer damit einen neuartigen Blick auf diese medial omnipräsenten Ereignisse.

Während „Snake Dance“ leise und indirekt daherkommt, ist die französische Regisseurin Yolande Zauberman ganz direkt und ruft Menschen in Tel Aviv einfach die Frage ins Gesicht: „Would you have sex with an Arab?“. Aus den aufgenommenen Antworten auf diese Frage, die den in Tel Aviv lebenden Arabern (immerhin 20 Prozent der Bevölkerung) wiederum als „Would you have sex with an Israeli Jew?" gestellt wurde, entwickelte sie einen Dokumentarfilm, dessen Titel Programm ist: „Would you have sex with an Arab?“

Die italienisch-belgisch-französische Koproduktion stellt einen Blick von außen auf die israelische Gesellschaft dar und zeigt auch nur einen Bruchteil davon: das Partyvölkchen von Tel Aviv, gern auch mal stoned oder betrunken, in Discos und beim Raven am Strand. Die Antworten dieser kleinen Gruppe sind sehr unterschiedlich, mal nachdenklich, mal urkomisch, doch der Film erreicht nur an den Stellen etwas Tiefe, an denen die Regisseurin den Interviewten nach Hause folgt und ihre zum Teil muslimisch-jüdischen Eltern nach ihren Erlebnissen fragt. Diese Art von Guerrilla-Filmmaking ist zwar amüsant und witzig anzuschauen, doch gibt Zauberman wenig Kontext, was man an der Frage einer jungen Zuschauerin in Metropolis-Kino erkennen konnte, die nach dem Film in der Diskussionsrunde fragte: „Nehmen alle Menschen in Israel durchgehend Drogen oder sind betrunken?“

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Montag, 01.10.2012: Bollywood!

Die Sektion 'Tanz!' bietet 2012 leider eher mittelmäßige Filme und erreichte mit „Bollywood: The Greatest Love Story Ever Told“ ihren vorläufigen Tiefpunkt. Was 2001 auf dem damaligen Filmfestival in Cannes als einführender Dokumentarfilm zum indischen Mainstreamkino geplant wurde, kann nach dem Anschauen leider nur als das längste Bollywood-Musikvideo der Welt oder auch als Äquivalent zu den Länder-Werbefilmen auf CNN und Co. bezeichnet werden.

Die Regisseure Rakeysh Omprakash Mehra (*1963, „Rang De Basanti“) und Jeffrey Zimbalist (*1978) schnitten motivisch übereinstimmende Ausschnitte aus x Filmen der indischen Filmgeschichte zusammen zu einem wilden Flickenteppich, der nicht einmal von der Unterteilung in die Kapitel „Unabhängigkeit“, „Eskapismus“, „Das System“ und „Eine neue Ordnung“ zusammengehalten werden kann, die mit den Katastrophen der indischen Geschichte der letzten Jahrzehnte untertitelt werden. Dutzende Frauen im Regen, 20-mal ein entsetzter Gesichtsausdruck oder ein andächtig blickender Mann bescheren dem Zuschauer kein tiefergehendes Verständnis für die hochproduktive Filmfabrik Bollywood, sondern wirken auf Dauer eher ermüdend und abschreckend.

Auch die rasanten Schnitte und die durchgehenden Musik- und Tanzszenen helfen nicht darüber hinweg, dass die winzigen Interviewschnipsel mit indischen Regisseuren und Schauspielern einfach nicht ausreichen, um ein westliches Publikum, welches sich für Bollywood interessiert, vom Facettenreichtum des indischen Mainstreamkinos zu überzeugen. Einzig die Ausschnitte aus den 60ern und 70ern sind denkwürdig, bieten sie doch verrückte Hippies und Co., die man nicht erwartet hätte. Auch Ausschnitte und musikalische Titel aus den Filmen des wunderbaren indischen Regisseurs Guru Dutt („Pyaasa“) werden gezeigt, allerdings fehlt auch hier zu viel Kontext, um wirklich zu verstehen, was man gerade sieht. Daher sollte sich der geneigte Zuschauer lieber ein paar Bollywoodfilme anschauen, anstatt sich dieser Doku auszusetzen.

Ein Gutes hatte die Vorstellung immerhin: Davor wurde der überaus lustige russische Animationsfilm „The God“ (2003) von Konstantin Bronzit gezeigt, in dem eine Statue des Gottes Shiva trotz ihrer vielen Arme nicht gegen eine einfache Stubenfliege ankommt.

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Sonntag, 30.09.2012: Exotische Reise nach Kaschmir

Albert Wiederspiel, der Leiter des Filmfestes Hamburg, versprach seinen Gästen ein exotisches 20. Jubiläum und nirgendwo zeigt sich dies schöner als im Auftaktfilm des Festivals, in der indisch-amerikanischen Produktion „Valley of Saints“. Die Familie des Filmemachers Musa Syeed (*1984)  stammt aus Kaschmir (sein Vater war dort politischer Gefangener in den 60ern), doch Musa selbst wurde in den USA geboren und nähert sich mit diesem, in Kaschmir gedrehten Film der elterlichen Heimat an. Stellt „Valley of Saints“ auch einen verklärenden  Blick aus westlicher Sicht dar, so trösten die wunderbaren Bilder in atemberaubender Landschaft mit leuchtenden Farben und wunderbarem Score sowie die gut ausgesuchten Laiendarsteller darüber hinweg und lassen das Publikum von der Ferne träumen.  

Der See Dal in Kaschmir ist bekannt für seine landschaftliche Schönheit. Gulzar, ein Bootsmann für Touristenausflüge, der am See lebt, beschließt, mit seinem besten Freund Afzal aus der Gegend zu fliehen, wo es für ihn nur Armut und keine Perspektive gibt. Doch aufgrund von Unruhen wird eine Ausgangssperre verhängt und so bleiben die beiden daheim. Gulzar beginnt, für eine hübsche, junge Frau zu arbeiten, die die Umweltverschmutzung des Sees untersucht, und kommt ihr bald näher.

Die Gegend um den See Dal ist wenig bekannt, denn es gibt bis heute Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes, da zum Beispiel im Sommer 2010 bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften über 100 Menschen ums Leben kamen. Das Anliegen von Musa Syeed war mit „Valley of Saints“ zu zeigen, wie es auch trotz Unruhen und Armut stille Momente und Schönheit geben kann. Die politische Situation in Kaschmir wirkte sich direkt auf den Film aus: Zu Beginn der Dreharbeiten kam es zu Unruhen und wie im Film zu Ausgangssperren, so dass darauf verzichtet wurde, amerikanische Schauspieler einzusetzen und mit einer größeren Crew zu drehen, da es so gefährlich war. Meist bestand das winzige Film-Team nur aus den einheimischen Schauspielern, Regisseur und Kameramann sowie dem Produzenten, der hier zum ersten Mal im Leben Ton aufnehmen musste.

Die Geschichte an sich ist zwar behutsam, aber auch vage erzählt und vieles wird nur angedeutet. So werden zum Beispiel protestierende Männer gezeigt, die "Freiheit!" rufen, doch muss der Zuschauer Hintergrundwissen mitbringen, um hier zu verstehen, welche Unruhen eigentlich gemeint sind. Die Bilder des Films hingegen sind durch die satten Farben und das wunderbare Setting vor einer grandiosen Umgebung  überwältigend und so gewann „Valley of Saints“ auf dem Sundance Film Festival gleich mehrere Preise.

Bei der Vorführung des Films im Passage-Kino waren nicht nur der Regisseur, sondern auch zwei der Hauptdarsteller anwesend, die bei diesem zweiten Screening unglaublich viel Spaß hatten, nachdem die Anspannung der Eröffnungsvorstellung sich langsam gelegt hatte. Gulzar Bhat, der Gulzar spielt, ist auch im wahren Leben Bootsmann und wohnt auf dem See Dal. Afzal Sofi, sein Freund im Film, ist eigentlich Journalist. Es war wunderbar, die beiden im Gespräch über ihre Heimat zu erleben und die Zuschauer freuten sich, als beide zum Abschluss auch noch zwei kaschmirische Lieder für das Hamburger Publikum sangen.

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Samstag, 29.09.2012: Um Erfolg kämpfende Tänzer, thailändische Geister und schwule Palästinenser in Israel

Im Metropolis-Kino wurde gestern die Sektion 'Tanz!' mit der dänischen Dokumentation  „Ballroom Dancer“ eröffnet, in der der ehemalige Tanzweltmeister Slavik Kryklyvyy zehn Jahre später versucht, an seine früheren Erfolge anzuknüpfen. Doch seine Partnerin ist mittlerweile eine andere und dabei als Amateurmeisterin viel jünger als er. Anna wird durch das gemeinsame Proben und die hohen Ansprüche ihres Freundes und gleichzeitigen Tanzpartners immer weiter unter Druck gesetzt. „Ballroom Dancer“ ist das Langfilmdebüt der Dänen Christian Bonke und Andreas Koefoed und zeigt Potential. Die Dramatik des Stoffes (Tanz! Liebe! Gefühle! Scheitern! Hoffen!) würde auch einem Spielfilm stehen und trägt die Dokumentation. Die Tanzszenen wurden mit eigener Musik nachvertont und nicht mit der im Original verknüpft und einige davon sogar nur bei Proben ohne Musik gezeigt. Die Kameraarbeit ist allgemein interessant, es werden viele Einstellungen aus der Entfernung quasi im Verborgenen eingebaut, die den dokumentarischen Charakter des Werkes unterstreichen.Der athletische Tänzer Slavik wird zum Beispiel oft von hinten gezeigt, wenn er geht oder steht, wobei seine gesamte Haltung viel besser als seine Worte ausdrückt, wie enttäuscht oder wütend er gerade über Niederlagen oder seine Partnerin ist. Hier zeigt sich, dass Gestik und Mimik als viel authentischer empfunden werden als die vielen Worte, die in diesem Werk gemacht werden.

Ein eher merkwürdiges Werk war hingegen der Film „Mekong Hotel“ des thailändischen Filmemachers Apichatpong Weerasethakul, der vielen gerade in Deutschland derzeitig eher aus einem ganz anderen Kontext als dem Film bekannt ist: Als Künstler, dessen riesige Installation eines weißen Geistes auf der Documenta in Kassel viele Zuschauer anzog. Als Regisseur wurde er weltweit bekannt durch den Gewinn der Goldenen Palme in Cannes 2010 für seinen Film „Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives". Das dieses Jahr in Hamburg gezeigte, nur 57 Minuten lange Werk „Mekong Hotel“ hingegen kann nur als Fußnote zu seinem sonstigen Werk angesehen werden, da es nicht wirklich einen Film darstellt, sondern eher eine kleine Übung. „Mekong Hotel“ spielt in einem Hotel am Fluss Mekong, der die Grenze zwischen Laos und Thailand markiert. Kleine Szenen, die nicht immer zusammengehören, folgen aufeinander, ein Gitarrenspieler spielt eine kleine Melodie (die uns danach 57 Minuten lang begleiten wird), ein junger Mann trifft eine junge Frau, sie kommen sich näher, doch ihre Mutter ist ein Pob, ein mythologischer weiblicher Geist, der menschliche Innereien frisst. Es gibt schöne Szenen, aber auch einfach minutenlange Beobachtungen von Jetskis auf dem Wasser oder Baggern bei der Arbeit, die wenig Mehrwert erzeugen, außer dem Publikum zu zeigen, wie langsam sich das Leben am Mekong abspielt.  

Das Highlight des Tages war hingegen Yariv Mozers israelische Dokumentation „The Invisible Men“, der eine kaum bekannte Welt in Israel zeigt: das Leben der schwulen Palästinenser, die über die Grenze nach Tel Aviv flohen, welches die gegenüber Homosexualität toleranteste Stadt in Israel ist. Diese Männer wurden in Palästina verfolgt, gefoltert und ihnen der gewaltsame Tod von ihren eigenen Familien angedroht. Doch in Israel halten sie sich illegal auf und werden somit von den Sicherheitsbehörden beim Auffinden immer wieder nach Palästina zurückgebracht, obwohl ihnen dort der Tod droht. Die einzige Rettung aus dieser Situation ist, dass sie Asyl in einem Drittland bekommen, doch ist dies schwer, da nur zwei Länder in Europa ihnen Asyl gewähren. Rechtlich gesehen wäre Israel dazu verpflichtet, ihnen Schutz zu geben. Doch in Israel ist die Situation verfahren: Andere Ausländer können dort Asyl beantragen, Palästinenser jedoch nicht.

Mozers eindringlicher Dokumentarfilm folgt drei Palästinensern, die zum Teil schon seit Jahren illegal in Israel sind, immer wieder gefunden und ausgewiesen werden, dann aber wieder ihren Weg zurück suchen: Louie (32), Abdu und Faris (24). Louie hat eine große Narbe im Gesicht, die ihm sein eigener Vater mit einem Messer zufügte, als er erfuhr, dass sein Sohn mit Männern ins Bett geht, und daraufhin versuchte, ihm die Kehle durchzuschneiden. Abdu wurde von palästinensischen Sicherheitskräften gefoltert, weil er als Homosexueller für diese ein Agent des Mossad sein musste, und Faris wird ebenfalls Mord von seiner Familie angedroht. Mozer begleitet sie zum Beispiel dabei, wenn sie von der israelischen LGBT-Organisation (steht für Lesbian, Gay, Bi, Trans) Hilfe bekommen, wie sie am unauffälligsten in der Öffentlichkeit sind, und zeigt berührend, wie sehr sie um ihre Identität kämpfen, ihre Familien vermissen und Angst davor haben, ihre neue Heimat Israel wieder zu verlassen.

Da in Israel durch den Bau der Mauer und religiöse Gruppen auf beiden Seiten eine vollständige Separierung von Israelis und Palästinenser angestrebt wird, sinkt das Verständnis füreinander laut Yariv zunehmend immer weiter. Nur die EU-Programme, bei denen sich Filmemacher aus dem Nahen Osten treffen, ermöglichen ihm überhaupt, mit diesen in direkten Kontakt zu kommen. Während die Generation von Louie noch Hebräisch lernte, kann der eine Dekade jüngere Faris zwar Englisch, aber kein Wort der israelischen Landessprache sprechen.

Yariv Mozer (*1978) las zum ersten Mal von diesen Individuen in der 2008 erschienenen Studie „Nowhere to run – Gay Palestinian Asylum-Seekers in Israel“. Die darin niedergeschriebenen Lebensgeschichten der einzelnen Individuen schockierten ihn und er beschloss, diese Männer zu finden und einen Dokumentarfilm über sie zu machen. Er konnte „The Invisible Men“ aber erst veröffentlichen, nachdem alle drei Männer einen Zufluchtsort im Ausland gefunden hatten und somit sicher waren. Bei der anschließenden Diskussionsrunde mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, Amnesty International und Queer Amnesty freute Yariv sich, dass beim Filmfest Hamburg das erste Mal sein Film keine Proteste und Demonstrationen hervorrief, denn auf Filmfesten in anderen Ländern wurde ihm vorgehalten, sein Film würde aufgrund der Beteiligung isrealischer Filmförderungsgelder und seiner eigenen Identität als Israeli israelische Progaganda darstellen. Bei der Diskussion zeigte sich das Hamburger Publikum hingegen positiv eingestellt und fragte nicht nur nach der Situation vor Ort, sondern auch nach dem Umgang der EU mit diesen Menschen.

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Freitag, 28.09.2012: Herzlichen Glückwunsch zum 20., Filmfest Hamburg!

Vor 20 Jahren hoben die Programmkinobetreiber Hamburgs und das Filmbüro gemeinsam das „Filmfest Hamburg“ aus der Taufe und schenkten der Hansestadt damit einen Schauplatz, an dem außergewöhnliche künstlerische Werke aus aller Welt gesehen werden konnten. Vom 27. September bis zum 06. Oktober gilt es 2012, sich dem cineastischen Treiben hinzugeben, Filmemachern zu begegnen und zu schauen, wohin der Leiter des Filmfestes, Albert Wiederspiel, uns dieses Jahr führt.

Gestern begann das Filmfest Hamburg nach dem Eröffnungsfilm aus Kaschmir „Valley of Saints“ mit einem rauschenden Fest im Hotel „Grand Elysée“, bei dem Filmemacher, Schauspieler, Festival-Team und andere sich in Anzüge und Kleider warfen und das Jubiläum feierten. Es wird viel geboten in den nächsten Tagen: Zu den diversen Reihen der Vorjahre – Nordlichter (Filme aus dem Norden), Drei Farben Grün (Umweltthema), Agenda 12 (Filme aus aller Welt), Vitrina (Spanisch- und Portugiesischsprachiges), Voilá! (Französisches), Eurovisuell (Europäische Publikumserfolge), Tanz!, 16:9 (Fernsehen im Kino) und dem „Michel - Kinder und Jugend Filmfest“ stößt dieses Jahr eine spannende neue Sektion: Asia Express, die sich der Filmkultur Asiens widmen wird. Der Länderschwerpunkt des Filmfestes liegt dieses Jahr auf der französisch-sprachigen kanadischen Region Québec.

Das Filmfest zeigt dabei nicht nur Spielfilme, sondern hat auch eine schöne Auswahl an Dokumentarfilmen zu bieten, wie man sie in Hamburg selten so mannigfaltig auf einmal sehen kann. Viele Filmemacher stehen dabei in den Kinos nach den Vorstellungen für Fragen zur Verfügung, denn das Filmfest Hamburg ist ein echtes Publikumsfestival (im Gegensatz zum Beispiel zu Cannes, das ein Industrie-Festival für Fachpublikum ist, sozusagen wie die Hannovermesse für das Ingenieurspublikum, nur natürlich mit erheblich mehr Glamour). Zusätzlich werden in Hamburg einige Kurzfilme als Vorfilme gezeigt (wie zum Beispiel der zauberhafte „Ente, Tod, Tulpe“ von Matthias Bruhn, der 2011 auf dem Internationalen Kurzfilmfestival in Hamburg den Friese-Preis für die Kategorie 4-8-Jährige gewann).

Auf jeden Fall gibt es so einiges zu sehen in den kommenden Tagen, und wir werden an dieser Stelle regelmäßig darüber berichten.


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