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Antichrist

Antichrist
psycho-horror , dänemark 2009
original
antichrist
regie
lars von trier
drehbuch
lars von trier
cast
charlotte gainsbourg,
willem dafoe, u.a.
spielzeit
109 Minuten
kinostart
10. September 2009
homepage
http://www.mfa-film.de
bewertung

5 von 10 Augen

Dieser Film macht es einem wirklich nicht leicht über ihn zu reden oder zu schreiben, denn nach Reden oder Schreiben ist einem gar nicht zu mute, wenn man Lars von Triers "Antichrist" gesehen hat. Denn die meisten verlassen das Kino leicht fröstelnd. Der Film macht es einem auch nicht leicht einen klaren Gedanken zu fassen, denn mittlerweile haben - seit der Welturaufführung bei den Filmfestspielen von Cannes - so viele Menschen etwas über ihn gesagt, von führenden Filmkritikern wie Roger Ebert (bewundernd) oder David Bordwell (eher belächelnd) bis hin zu führenden Intellektuellen wie Elfriede Jelinek (sehr klug) oder Daniel Kehlmann (eher weniger klug). So hat sich ein breites Meinungsspektrum gebildet. Man hört viel von der Brutalität einiger Bilder, von der verstörenden Geschichte, die der Regisseur erzählt. Aber an was soll man sich halten? Wie soll man am besten beginnen? Am besten mit dem Anfang.

Und am Anfang hat von Trier einen Prolog gesetzt, der in betörenden Schwarz-Weiß-Bildern zeigt, wie ein kleines Kind seinem Teddybären folgend aus dem Fenster in den Tod stürzt. Gleichzeitig haben seine Eltern - gespielt von Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe - in der Dusche leidenschaftlichen Sex. Das ganze unterlegt von Trier mit Händels Arie "Lascia ch'io pianga", in der es bereits voraussagend heißt: Der Freiheit Wonne schwand meinem Leben / könnt' ich mit Tränen den Tod ersehnen, / er bringt Erlösung von aller Pein. Und die Parallelmontage, die den tödlichen Aufprall des Kindes mit dem Orgasmus der Frau zusammenführt, bindet das Ehepaar an eine uneinlösbare Schuld und legt damit die Weichen für den weiteren Konflikt. Nach dem Tod des Kindes verfällt die Ehefrau (die wie ihr Mann ohne Namen bleibt) in eine schwere Depression. Da der Mann selber als Psychotherapeut tätig ist, beschließt er seine Frau zu behandeln und führt sie, zwecks Therapie und Trauerbewältigung, in eine einsame Hütte, die mitten in einem düsteren Wald steht. Damit begeht er ganz bewusst einen Verstoß gegen den Ethos der Psychotherapeuten, die nie Mitglieder ihrer eigenen Familie behandeln sollen. Schon bald entgleitet ihm seine Therapie und die dämonische Seite seiner Frau beginnt die Situation zu dominieren.

Lars von Trier hat diesen Film gedreht um sich von einer schweren Depression zu befreien, die den erfolgreichen Regisseur befallen hat. "Antichrist" ist also auch eine Art Selbsttherapie. Daher kann man den Film - was einige seiner Befürworter auch tun - als Aufarbeitung einer Depressionserfahrung lesen. Das Problem einer solchen Interpretation liegt auf der Hand. Sie rückt Lars von Trier als Person in den Vordergrund. Diese biographische Lesart schwingt allzu leicht weg vom eigentlichen Werk und schließlich sollte allein der Film hier im Fokus der Betrachtung stehen. Erst wenn man sich also etwas von der Depression des Regisseurs loslöst, bekommt man einen anderen Blick auf den "Antichristen".
Von Trier bedient das Genre des Horrorfilms mit einer ihm eigenen Klasse. Besonders die atmosphärischen Wald-Aufnahmen seines Kameramannes Antony Dod Mantle sind beeindruckend. In diesen Momenten entsteht der Horror rein aus der Umgebung und der Vermutung. Der Rest ist Versatzstück. Der anfangs noch dominierende Ehemann verliert so langsam die Kontrolle über seine Ehefrau, die durch die wilde Natur eine dämonische Seite bekommt. Das Kräfteverhältnis kehrt sich um, und schon haben wir die typischen Motive eines Lars von Trier Films wie auf dem Präsentierteller vor uns: Der Hass auf die eigene Mutter ("Dancer in the Dark"), der durch das weibliche Geschlecht verletzte Mann ("Spuren des Verbrechens"), die verstoßene und von übersinnlichen Eingebungen geführte Frau ("Dogville" / "Breaking the waves"). Das alles paart sich in "Antichrist" mit einer wilden Symbol-Mischung aus der Bibel, dem Schamanismus, Teufelskult, schwarzer Magie, Naturkult, Astrologie und natürlich auch der Hexenkunst. Denn über die letztere hat, wie sich später im Film herausstellen soll, die Ehefrau in dieser Hütte geforscht und sich mit den Schicksalen der ehemals verfolgten Frauen identifiziert.

Es ist zwecklos zu fragen, ob die Ehefrau zur Hexe mutiert oder vom Teufel besessen ist, wenn sie die Genitalien ihres Mannes und ihre eigenen verstümmelt. Denn das Chaos regiert hier die Welt, wie ein teuflischer Fuchs plötzlich mit menschlicher Stimme in die Kamera zischt. Und so katapultiert sich der Film in völlig verrückte metaphysische Sphären, denen man eigentlich nur noch folgt, weil die beiden Hauptdarsteller sich die sprichwörtliche Seele aus dem Leib spielen. Insbesondere Charlotte Gainsbourg präsentiert hier die fraglos mutigste, eindrucksvollste und verstörendste darstellerische Leistung des Jahres. Sie verleiht dieser Frau eine abartige Körperlichkeit, die einen nicht so schnell loslässt. Dabei ist diese Performance in jeder Minute eine Gratwanderung, zwischen hemmungsloser Peinlichkeit und überwältigender Verkörperung.
Ihre herausragende Leistung rettet den Film auch davor als frauenfeindlich angesehen zu werden. Die Dominanz, die sich ihre Figur im Laufe des Films erwirkt, und wie von Trier dies - sowohl beim Sex als auch bei den gewalttätigen Ausschreitungen der beiden - inszeniert, verbietet sogar diese Sichtweise des Films. Selbst die von der Presse im Vorhinein als schockierend und abstoßend beschriebenen Szenen, die den Film den Stempel des Skandalwerks auferlegten, erweisen sich bei der Sichtung als marginal. Sie sind fast beiläufig in dieser Geschichte, die endet, wie sie begann, und zwar mit einem Epilog in Schwarz-Weiß. Doch nicht das was man sieht ist bei von Trier abstoßend. Auf einer rein formalen Ebene muss man dem Regisseur eigentlich ein Lob aussprechen; nein, vielmehr geht es hier nicht um die Frage wie hier etwas erzählt wird, sondern was hier gesagt wird.

Die Welt ist Satans Werk und die Natur sein Tempel, sagt der Film. Eine solche Einstellung zur Welt impliziert regelrecht die Vorstellung, dass alles dem vernichtenden Untergang geweiht ist. Doch nicht die düstere, pessimistische Weltsicht ist das Problem, sondern die Idee, dass man am besten erst gar nicht geboren werden sollte. Das illustriert von Trier in seinem Film durch ein Reh, das eine Totgeburt mit sich trägt. Das sind nicht die Gedanken eines Depressiven, sondern die Vision eines Autorenfilmers, der nicht den Dialog mit den Zuschauern sucht, sondern ein einsames Selbstgespräch führt. Doch wer erlöst uns aus dem Grauen dieser Welt? Von Triers vollkommen inakzeptable Antwort lautet: der Tod. Doch gerade das Werk, mit dem er am Ende seinen eigenen Film vergleicht - Andrei Tarkowskis "Der Spiegel" - hätte ihn eines besseren belehren müssen. Tarkowski nimmt den Zuschauer an die Hand und führt ihn mit einer erstaunlichen Weisheit durch das Leiden seines Lebens. Und genau hier erkennt man, dass nicht der Tod uns erlösen kann, sondern allein der Mensch.

Patrick Wellinski

FÜNF Sterne auf der Grundlage weltanschaulicher Differenzen? Na na na, das geht nun wirklich nicht! Man mag zur Botschaft des Films stehen, wie man will (so habe ich persönlich schon ein Problem mit der Aussage: "Die Natur ist Satans Kirche"), aber das allein kann sich nicht so gravierend auf die Bewertung des Kunstwerks als Ganzes auswirken. Da ist von "überwältigender Verkörperung" die Rede, von "herausragender Leistung" "atmosphärischen Waldaufnahmen", die "beeindruckend" seien - und dann wird der Film mit läppischen fünf Augen abgestraft?

Nein wirklich, das ist inakzeptabel.

Leider ist der Film in meiner Heimatstadt noch nicht in die Kinos gekommen, so dass ich noch ein wenig warten muss, bis ich ihn mir ansehen kann. Aber sobald es so weit ist, werde ich an dieser Stelle noch eine eigene Kritik einbringen.

1

Eine ideologisch gefärbte Kritik kommt einer Selbstzensur gleich. 5 Sterne weil der ideologische Unterbau eines Kunsterzeugnisses nicht denen des Rezensenten entspricht?
Man mag zu den Antworten die von Trier hier findet stehen wie man will, aber diese Haltung darf keinerlei Einfluss auf die endgültige Bewertung des Films als solchen haben.
Da filmszene sich in der Vergangenheit immer ostentativ bemüht hat der Zensur durch verspätete Pressevorführungen und der allzu oft zur reinen PR mutierten "Berichterstattung" mancher Presseerzeugnisse entschieden entgegenzutreten, erscheint mir diese Selbstzensur umso erstaunlicher.
Wird von Trier ideologisch bewertet, was heißt das dann für die Bewertung eines Films der eher weniger die Arthouse Klientel anspricht.
Sollten dann nicht Filme wie Transformers: Die Rache und GI Joe in all ihrer jingoistischen, faschistoiden Gewaltverherrlichung, mit ihren stark neokonservativen und fremdenfeindlichen Untertönen und ihrem (im Falle von Transformers) schon beinahe atemberaubenden ("Bay-schen") Rassismus, nicht ähnlich behandelt werden?
Ich denke, das weltanschauliche Differenzen, es sei denn, dass sie geltendes Recht verletzen, grundsätzlich nicht in die Bewertung einfliessen sollte. Das ist nicht Ihre Aufgabe als Rezensent. Sie sollen einen Film besprechen und müssen mich, den Zuschauer, nicht vor Fragestellungen "beschützen", deren Beantwortung mein Vorrecht als Betrachter, als Leser des angebotenen Medientextes, ist. Eine Bewertung, die als "gut" oder "schlecht", "richtig" oder "falsch", die rezensierbare Qualität des Films in keinster Weise berührt.

1

??? Seid wann sollen Rezensenten denn nicht mehr zu der im Film propagierten Weltanschauung Stellung nehmen dürfen?
Ich muss übrigens sagen, dass ich im Film den Tod nicht als Ausweg erlebt habe, eher die Aussage:
Man kann sich auf garnichts verlassen, alles ist voller Boshaftigkeit und Irrsinn und da hilft es nichtmal wenn man sich die Schere in die Vagina rammt, dem Partner mit einem Holzblock den Sack zerquetscht oder die eigene Frau mit der Hand erwürgt.
Sinnloser Tabubruch allerorten, weil Herr von Trier mit der Gesamtsituation unzufrieden ist.
Selbst schuld wer da reingeht. :P

1

Der Film ist absolut schlecht, trotz guter Leistung der Schauspieler und einiger interessanter Aufnahmen. Die Kameraführung nervt auf's übelste, die billigen Geräuscheffekte ebenso, außerdem die völlig wahllos eingefügten Kapiteltafeln. Dazu die langweilige und platte Geschichte mit Trivialmoral, reine Zeitverschwendung der Film, auf keinen Fall anschauen!

*************SPOILER**********

Zumindest eine Szene regt herzlich zum Lachen an, wo der Fuchs zum männlichen Hauptdarsteller spricht, dafür gibt's von mir ein Auge.

schlimmer film, und übrigens spart euch auch den film "grace" der war noch viel schlechter.

1

Ein absolut kranker Film von einem offensichtlich geistesgestörten Lars von Trier: Mr. Dafoe's nackter Hintern (würg!) gepaart mit einem quatschenden Fuchs, zerquetschten Hoden und abgeschnippelten Schamlippen. WER WILL DAS BITTE SEHEN ???

Die von der Redaktion vergebenen 5 Augen lassen mich zum ersten mal ernsthaft an der Seriosität von filmszene.de zweifeln. Ein schlechter Witz ist das !

10

Meine Vorredner haben diesen Film schlichtweg nicht verstanden, oder sich von ihrem Ekel und ihrer Abscheu so vereinnahmen lassen, dass ihnen der Blick für das wesentliche verloren gegangen ist... Kein Problem, so etwas passiert, aber dann sollte man sollte man sich von vorneherein keine Kunstfilme anschauen ;)

Ein einziges Wort reicht, um diesen Film zu beschreiben: Meisterwerk!

2

Ich kann mich hier leider nur den vorhergehenden Kommentaren anschliessen. Ich kenne Lars von Trier nicht, ich kenne auch seine ganz persönliche Depression nicht – und offensichtlich fehlt mir der künstleri-sche und intellektuelle Tiefgang, die Aussage und den Sinn dieses Films zu erfassen.

Um es mal ganz gerade heraus zu sagen: Was für ein kranker Scheiss! Ich hatte mir ein schönes Stück Horror erhofft, das vielleicht ein wenig vom Mainstream abweicht und neues bietet. Ich will's nicht leugnen: Auf eine Art habe ich das ja auch bekommen, derart abstoßende und widerliche Bilder von diversen Genitalien und Verstümmelungen gab's meines Wissen noch nie auf der großen Leinwand.

Abgesehen davon hat der Film aber nichts zu bieten ausser der großen Frage, die bleibt: Was für ein krankes Hirn denkt sich so etwas aus? Und was für eine kranke Welt akzeptiert ein solch inhaltloses Stück Nichts auch noch als Kunstform? Nee nee, da steig' ich aus…genauso wie bei den komischen Kapiteltafeln mit Schmerz und Trauer und so weiter….auch da blieb mir der Sinn verborgen.

Einen Zusatzpunkt gibt's von mir für die teilweise schönen und auch beklemmenden Bilder, rein technisch wurde hier schon gut gearbeitet, keine Frage. Das kann eben nur nicht entschuldigen, dass es inhaltlich einfach ein Vakuum bleibt.

--- SPOILER ---

Ich muss aber auch sagen, der Fuchs ("Chaos regiert") war ein Brüller, einfach weil's in dem Moment so
trashig wird, dass man einfach nur noch lachen kann…

8

Der Film ist immerhin cleverer als ihr.

1

Lars von trier macht pseudointellekuellen Filmkitsch den die Welt nicht braucht!!!

8

Wer hier 1 punkt vergibt sollte eingesperrt werden und mit 24h Rosamunde Pilcher drangsalliert werden :-P

Ja der Film ist harter Tobak. Saw (und Sequels) wirkt dagegen teilweise wie Kasperle-Theater. Aber im Gegensatz zu SAW werden die Gewaltszenen nicht aus purer Lust an der Gewalt gezeigt, sondern sind wirklich ein purer Horror. Gezeigt wird "Das Grauen" aus Apocalipse Now. Wer anfällig für Alpträume ist, sollte sich diesen Film auf keinen Fall anschauen, den viele Szenen sind nicht nur im übertragenen Sinn "alptraumhaft" sondern wortwörtlich.

Im Gegensatz dazu sind auch einige Filmsequenzen von unbeschreiblicher Schönheit enthalten, allein diese sind schon mehr als 5 Augen wert.

Ich kenne mich nicht mit der im Film zitierten Mythologie aus, aber 100%-tig scheint diese nicht zu überzeugen.

Fazit: Ein Erlebnis, für viele sicher eins das man so schnell nicht vergisst. Trotz der teilweise unfassbaren Gewalt kein Gafferfilm. Lässt in meinen Augen zu viel Interpretationsfreiraum was die Message des Films eigentlich ist: Entweder von Trier ist ein Genie das keiner versteht, oder ein mittelmäßiger Erzähler, der übers Ziel hinausgeschossen ist.

9

Der Film gehört definitiv zu meinen Top 3 des Jahres (Inglourious Basterds, Watchmen). Beim Prolog hat ich nen fettes Grinsen auf meinen
Gesicht....danach verschwand es.......warum? Man war gefesselt, dicht an den Charakteren....es gab ja nur zwei...und die Inszenierung war top-
es kam nie lange Weile auf :) Spoiler:

..und noch nie so einen guten, glaubhaften weiblichen Bosewicht gesehen...-ja, die Frauen sind schlecht :)...Spoiler Ende

...und was haben wir gesehen, die Rückkehr von Adam und Eva ins
Paradies-nach der Emanzipation, das Scheitern zweier Individuen...
oder das leibhaftige Böse...keine Ahnung, es war jedoch ein geiler Trip!

9

Für mich der beste Horrorfilm seit "The Shining".
Und ich meine damit nicht irgendwelchen Gore/Torture-Porn-Müll, sondern den wahren Horror, der im Kopf des Zuschauers entsteht.
Von Triers großartige Regie, seine kunstvoll geschaffene Atmosphäre, sehr gelungen.
Die Szene, die mir den größten Schreck versetzt hat, war keine der Verstümmelungen, sondern die, in der man das Röntgenbild des Fußes des Sohnes sieht.

1

@irgendwer:
Stimmt, die Welt des Films besteht eigentlich nur Lars Von Trier, Saw, Hostel, und Rosamunde Pilcher!
lol

9

Ein Meisterwerk für echte Horrorfans, die was im Hirn haben und den Film verstehen.
Im Kinosaal befanden sich bis auf drei bis vier Leute nur Teenies unter 20, denen mehr als Stöhnen, blöden Kommentaren oder Lachen nichts anderes einfiel, da es Ihr Kopf nicht zuließ, ihr Verstand reichte dafür nicht aus, zumindest nicht für diejenigen, mit denen ich im Kino saß.
Alle mit etwas Bildung und Verstand für subtilem Horror und anschließendem Diskussionsdrang konnten sehr viel mit dem Film anfangen und ich bin immer noch gefesselt.

9

Verstörend! Schockierend! Geil! Traurig! Schonungslos und widerlich! Ein Fest für Horrorfans! Ein Meilenstein im Genre! Ich bin völlig begeistert! Ein Punkt Abzug für den überflüssigen Epilog.

10

Man mann diesen Film in 2 einfache Worte fassen...
DER WAHNSINN!!!!
Im wahrsten Sinne des Wortes

Verstörender, bezaubender Film. Klasse.

10

Einfach ein beeindruckendes, sehr tiefgründiges Kunstwerk!

9

erschreckend aber irgendwie schon klar, dass viele diesen film missverstehen ...
da sind nicht nur diese verstörenden bilder - da ist vor allem diese nähe die sich, lässt man es zu, aufbaut. von der machart des films mal ganz abgesehen, die sollte auch an menschen nicht vorbei gehen die mit dem inhalt nicht viel anfangen können.
auch ich habe diesen film wahrscheinlich anders verstanden als manch andere - doch genau das macht ihn aus. er wirkt lange nach und lässt raum für allerlei interpretationen.

das böse gibt es nicht. nur wenn wir es erschaffen. durch gedanken,
durch verschiedene wege, durch bestimmte entscheidungen.
das sagt dieser film für mich aus.

3

die frage ist doch: "muss man diesen film gesehen haben?" antwort: "nein!"
die 3 augen bekommt er für die technische umsetzung, die teilweise sehr beeindruckenden bilder und den mut. egal wie klug oder nicht, der film entspringt einer kranken seele.
gott sei dank ist das leben nicht so schwarz oder weiß, wie es hier dargestellt wird.

mein aufruf, helft lars! der mann hat ganz offensichtlich schwere psychische probleme und tat mir nach dem film sehr leid...

10

ein geistesblitz braucht keine schönwetter gedanken
sondern tiefschwarze wolken wie im kopfe eines kranken.

10

wer sich von der direktheit und vermeintlichen skandalösität von sexszenen und gewaltbildern blenden lässt und diese instinktiv als einzige erkenntnis aus diesem film mitnimmt, tut lars von trier den größten gefallen. denn die wahre natur des "bösen","satan", was auch immer, wird dadurch verkannt und genau dies ist auch ein thema des films, die verblendung der liebenden durch die reduktion aufs körperliche, auf mann und frau, die verwirrung der menschen auf der suche nach sinn, die gewollte polung der zuschauer durch einen sprechenden fuchs. wer diesen als lächerlich sieht, ist in von triers falle getappt. der film spielt auf beeindruckend kluge art und weise mit dem rezipienten, indem er ihn, sollte er nicht widerstehen, ebenso bloßstellt und nackt darstehen lässt wie die entblößten körper in "antichrist".
und dies ist nur eine von vielen dimensionen des films.
ein absolutes meisterwerk.

10

Also habe heute den Film eigt. das 1x gesehen, bei uns in Köln im Spartenkino mit pscholgischer Führung, gut die Tante vorne hat mich gelangweilt, aber der Film hat es in sich,

Viele sagten:" So was Gewaltvolles etc. Doch wie viele Gewaltszenen gibt es, da hat ja fast jede Kinder-Sendung mehr,

Sie sind anders - ja
Sie sind verdammt hart - ja, aber gerade dieses geht doch unter die Haut, und sowas speichert sich der Mensch- ist wie an der Kasse stehen und man denkt sich, man warum habe ich immer das Glück.

Ich sehe das Kind, was am Anfang stirbt, nur um den Fortfahrenden eine gewisse Stärke zu geben, weil für Elten ja nicht schlimmeres gibt, als das eigene Kind zu verlieren, als am Ende zu sehen ist, das die Mutter es doch gesehen hat, steht das für mich der Unterstreichung der Schuldgefühle.

Der ganze Film ist für mich nur ein Gedanken-Chaos die ein Mensch durchlebt, es könnte auch Traum sein. Die Frau steht für mich als die Persönlichkeit da, die gut im Leben steht,der Mann ist das Wrack. Er kann doch nicht über Trauer, Wut etc. die Frau redet über alles, auch mit der Geschichte von den fallenden Eicheln. So wie nun mal eine Frau ist, alles erklären zu müssen.

Auch als die Frau zwischendurch quasi geheilt ist, wird er aus Neid laut. Und will weiter der Beschützer spielen. Auch die Szene die ich für eine Hinterfragung der Psychoanalyse ist:

Bohre nicht in deinen vergangen Wunden, dieses kann ein richtiger Klotz am Bein sein. In punkto Verhaltenstherapie klappt es, so wie man an de Phantasiereise kurz vor dem Wald sehen konnte. Es war ein guter Schritt in die richtige Richtung. Was ja auch zum Herrn Trier passen würde.

Das Ende, ist für mich das der Mann am Ende ganz schön alleine da steht, nur mit seinen 3 Tieren, die Frau ist in Wirklichkeit die Stärke, deswegen auch das er sie umgebracht hat. Ihe Selbstkastration, als eue gekennzeichnet.

FIch finde hätte ich mir den Film vorher angeschaut hätte ich bestimmt anderes regaiert, nur der Film zeigt wirklich die Verarbeitung einer Depression, in den sexuellen Szenen ist j kein Anzeichen von gefühl dabei, außer die 1. Szene (die alles um einen Vergessen läßt)

ich weiß ehrlich gesagt

1

ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich den film bewerten soll. schreiben will ich darüber schon.
lars von trier scheint ein meister seines fachs zu sein, keine frage. er scheint auch ein belesener und äußerst intelligenter mensch zu sein. was mich an seinen filmen stört und was mir fehlt, ist, dass nie nähe aufkommt. einige meiner vorredner schrieben davon, dass ihnen der film nah ging. wie kann das sein? abgesehen von den verstörenden bildern, ich würde einigen hier zustimmen, dass man als kinogänger schon viel schlimmeres gesehen hat.
nein, was mich stört ist, dass der film unheimlich konstruiert wirkt. die darsteller sind gut, die darstellerische leistung ebenfalls, aber man nähert sich ihnen doch nie an. das stilmittel der musik finde ich oft zu stumpf eingesetzt. nur weil man umgefallene bäume zeigt und dazu düstere musik einblendet, wirkt es noch lange nicht. auch der geschichte habe ich mich zu keinem zeitpunkt angenähert. weder war ich in den charakteren drin noch gegen sie. weder hat mich der film angeekelt noch angezogen. ich habe mich über den film, oder über mich oder über herrn von trier, geärgert, dass ich 109Min meines lebens mit so einem "kunststück" verbracht habe. ich kann nichts außer verstörung und ärger empfinden! als therapie für herrn von trier hat das hoffentlich geholfen. als meisterwerk würde ich es nicht bezeichnen. nicht alles, was sich als intellektuelles gold tarnt, ist auch welches.

Dass die Kritiken in der

9

Dass die Kritiken in der Diskussion so zwiegespalten sind, liegt in der Natur der Sache und ist verständlich. So ein Film muss nicht jeder sehen, und dass hier viele Leute bewusst einen Horrorfilm anschauen und dann total angeekelt sind, ist mir zwar nicht recht begreiflich, aber bitte. Dass manche den Film langweilig fanden, weil er nicht ihrem Geschmack von Grauen entspricht, ist auch in Ordnung. Aber die Punktevergabe durch den Reszendenten ist einfach nur ungerechtfertigt. Wo suche ich als Zuschauer denn den "Dialag mit dem Film"? Was ist dass denn für ein Käse? Der Film ist hoffnungslos: Na und, dass kann ich schon aushalten. Der Film hinterlässt eine tiefe Leere: Ja, macht das mal nach! Kann ich auch aushalten. Finde ich sogar mal interessant! Ich habe kürzlich einen Lars von Trier Kritiker gelesen, der allen Ernstes einen Film verrissen hat, weil er "ihn monatelang noch beschäftigt hat". Die Gewalt und Sexszenen sind ekelig und abstoßend. Stimmt! Kann ich aber nicht ändern, springe auch deshalb nicht aus dem Fenster oder schlachte meinen Mann ab! Gehört halt zum Genre!
Einzig und allein - und da gehe ich aber überhaupt nicht konform mit der Kritik - ist die Darstellung der Weiblichkeit in diese Film besprechenswert und dass gerade das Herr Wallinski so ganz und gar gönnerhaft mit einer tollen Darstellung abtut, finde ich als Frau seltsam. Deshalb auch nur 9 Punkte. Ansonsten sehenswert, künstlerisch, erschreckend und phantastisch gespielt!

Der Film thematisiert die

8

Der Film thematisiert die tiefsitzende, unbewältigte Angst eines Menschen vor dem Verlassenwerden und zeigt in übersteigerten Bildern, wie sie bei den meisten von uns zum Glück nur in Albträumen vorkommen, die verzweifelten und durch keine moralische oder anerzogene Hemmung mehr gebremsten Versuche einer Frau dieses zu verhindern. Das wiederum führt zum höchsten Grad der Verlassenheit, in den Tod. Diesen finden hier sowohl das von den Eltern im Liebesrausch vermeintlich verlassene Kind, als auch die Frau, die unfähig ist mit den Schuldgefühlen und der eigenen Angst vor dem Verlassensein zu leben. Sie findet den Tod nachdem ihre entfesselten Ängste in der zerstörerischsten Art wüten... Ihr Mann erscheint als jemand, der obwohl eigentlich Profi, keinen Zugang zu seinen unterdrückten Gefühlen hat und daher von der Macht und zerstörerischen Kraft der Gefühle seiner Frau überrascht und überwältigt wird. Er ist plötzlich selbst zu furchtbaren Taten fähig. Seine moralische Bremse fällt ebenfalls im Angesicht von Todesangst. Lars von Trier stellt hier meisterhaft die unbewältigten Ängste im Menschen als Auslöser von Gewalt und Unterdrückung dar. Die dafür gefundenen Bilder sind ähnlich der in Märchen oder in der Traumwelt sehr direkt und dadurch oft schwer erträglich. Sie wirken stark und wahr. Die Schauspieler erbringen eine großartige Leistung! Bewundernswert intensiv und überzeugend gespielt!!!

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