Madame Web

Originaltitel
Madame Web
Land
Jahr
2024
Laufzeit
116 min
Genre
Release Date
Bewertung
4
4/10
von René Loch / 20. März 2024

Cassandra Webb (Dakota Johnson) kann dank eines Vorfalls, der sich vor ihrer Geburt ereignet hat, in die Zukunft schauen. Sie nutzt diese Fähigkeit, um drei junge Frauen vor einem Mann zu beschützen, der diese umbringen möchte.

Das neueste Spin-off von „Spider-Man“ namens „Madame Web“ ist besser als erwartet, aber erwartungsgemäß auf vielen Ebenen dennoch eine Katastrophe. Die Dialoge klingen KI-generiert, der Humor ist zum Fremdschämen und die Motivation des Bösewichts gibt einmal mehr – wie zuvor schon bei „Morbius“ – allerhand Rätsel auf. Er scheint einfach böse zu sein, weil er böse sein möchte. Die sich permanent in alle Richtungen drehende Kamera möchte mit diesen Bewegungen vielleicht eine Spinne im Netz nachahmen, sorgt aber in Kombination mit den schnellen Schnitten nur dafür, dass einem bereits frühzeitig schlecht wird.

Gerüchten zufolge wurde die Handlung von „Madame Web“ im Rahmen von Nachdrehs einfach mal vom ursprünglich geplanten Jahr 1993 um zehn Jahre nach hinten verlegt. Wie chaotisch die gesamte Produktion gewesen sein muss, zeigt sich schon in den ersten Minuten, in denen bei einer konfrontativen Szene mit harten Zooms gearbeitet wird – ein Stilmittel, das man eher aus B-Movies kennt und das später im Film einfach nicht mehr auftaucht.

Bizarr ist auch das Ende, das offenbar einerseits die Funktion erfüllen soll, das Publikum mit einem guten Gefühl aus dem Saal zu entlassen, und andererseits bestimmte „Vorgaben“ aus den Comics integrieren möchte. Das Ergebnis ist, dass einem Charakter im Finale wirklich furchtbare Dinge zustoßen, die danach ganz einfach mit einem lockeren Spruch zum akzeptierten Zustand erklärt werden.

Dass der Film insgesamt keine Katastrophe ist, liegt vor allem an Dakota Johnson, dem Herz für Außenseiterinnen und einigen spannend inszenierten Momenten, die vermuten lassen, dass sich da vielleicht doch irgendwo ein potenziell unterhaltsamer Film versteckt haben könnte. Beispielhaft ist die Szene in einem Zug, in der Cassandra zum ersten Mal auf die drei Teenagerinnen trifft. Realität und Visionen sind für sie kaum auseinanderzuhalten, worunter Cassandra sichtlich leidet. In diesen Momenten passen die hektischen Schnitte tatsächlich zum Inhalt.

Im Gegensatz zu vielen total vergurkten Comic-Verfilmungen hat „Madame Web“ zumindest eine Protagonistin, mit der man sich einigermaßen identifizieren kann. Sie blickt aufgrund ihrer Lebensumstände zynisch auf die Welt, entscheidet sich dann aber dazu, Verantwortung zu übernehmen. Mangels physischer Superkräfte sind die vier jungen Frauen ihrem Verfolger zunächst ziemlich hilflos ausgeliefert. An der einen oder anderen Stelle sorgt das zumindest für ein bisschen Spannung. Man darf sich aber sicher sein, dass auf jede halbwegs spannende Szene wieder eine Szene folgt, deren Dialoge jegliche Atmosphäre killen. Dass hier die Drehbuchautoren von „Gods of Egypt“ am Werk waren, merkt man.

Bilder: Copyright

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