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Shootout - Keine Gnade

Shootout - Keine Gnade
action-krimi , usa 2012
original
bullet to the head
regie
walter hill
drehbuch
alessandro camon
cast
sylvester stallone,
jason momoa,
christian slater,
sung kang,
sarah shahi, u.a.
spielzeit
91 Minuten
kinostart
7. März 2013
homepage
bewertung

6 von 10 Augen
Shootout - Poster

Die 80er sind zurück, aber sowas von. Nach seinem Politik-Intermezzo ballert sich Arnie wieder wie in guten alten Zeiten durch "The Last Stand", Bruce Willis klopft zum fünften Mal als John McClane seine coolen Sprüche, und auch Sylvester Stallone ist nach seiner erfolgreichen Alte-Helden-Hommage mit den "Expendables" jetzt mit einem weiteren Film am Start, bei dem - abgesehen von den nun pflichtschuldig einzustreuenden, selbstironischen Bemerkungen über alt werdende Männer - alles wieder so schön klar Shootout - Keine Gnadeund einfach ist wie damals, als ein echter Held nicht mehr brauchte als vernünftige Muckis, ein volles Magazin und ein paar gut sitzende Oneliner.

Alles parat in "Shootout" (eine Adaption eines französischen Comic-Romans), der auch mit dem Mann auf dem Regiestuhl deutlich klar stellt, welchem Zielpublikum er sich verpflichtet fühlt: Veteran Walter Hill hat Arnie einst in "Red Heat" inszeniert und zeichnete verantwortlich für den 80er-Buddymovie-Klassiker "Nur 48 Stunden", sein letzter relevanter Kinofilm war 1996 die Bruce-Willis-Ballerorgie "Last Man Standing". Genau der richtige Mann also für ein Revival jener Sorte von Action-Kino, wo der Held ungeduldig mit den Füßen scharrt, wenn so ein ödes Verhör losgeht und er froh ist, wenn er statt einer weiteren Frage eine Kugel in Richtung des bösen Buben abfeuern kann. "Shootout" ist genau solch ein Testosteron-überladener Männerfilm der alten Schule, und wer's nicht glauben will, dem sei gesagt, dass es hier (dank einer dekadenten VIP-Party) mehr Frauen mit prallen nackten Brüsten als mit Sprechrollen gibt, dass hier sowieso nur zwei Frauen überhaupt sowas wie minimale Plot-Relevanz haben, und dass eine von den beiden ebenfalls schon in der ersten Filmminute ihren blanken Busen in die Kamera halten darf. Das soll überhaupt kein Vorwurf sein. Nur eine Klarstellung, um welche Sorte Film es sich hier handelt. Wer seine Freundin belabert, ihn ins Kino zu begleiten, soll nachher nicht sagen, wir hätten ihn nicht gewarnt.

Shootout - Keine GnadeStallone spielt hier den Auftragskiller James Bonomo (ja, dämlicher Name, zumal sein Spitzname auch noch Jimmy Bobo ist), der zur Eröffnung einen Routineauftrag erledigt, als es an die Bezahlung gehen soll dann knapp einem Mordanschlag seiner Auftraggeber entgeht, dem jedoch sein Partner zum Opfer fällt. Kurz darauf wird Jimmy von dem Polizisten Taylor Kwan (Sung Kang) kontaktiert, der gerade ebenfalls seinen Partner verloren hat - denn der wurde von Jimmy in der Eröffnungsszene umgelegt. Taylor macht eine eigenwillige Rechnung auf: Besagter Partner wollte als korrupter Polizist ein paar mächtige Gangster erpressen, dafür wurde er umgenietet, und um die Spuren zu verwischen, sollten die beauftragten Killer ebenfalls dran glauben. So betrachtet sind also dieselben bösen Buben für den Tod des jeweiligen Partners sowohl von Taylor als auch von Jimmy verantwortlich. Also macht es doch Sinn, wenn sie beide jetzt gemeinsame Sache machen, um die Schweine zur Strecke zu bringen, oder?

Auf so eine hanebüchene Prämisse muss man erstmal kommen, zumal keiner der beiden in seiner Motivation irgendwie glaubwürdig erscheint. Taylor ist ein hyper-korrekter Verfechter von Recht und Ordnung, der eigentlich für einen korrupten Ex-Kollegen nicht viel übrig haben kann, desentwegen aber nun mit einem durch und durch kriminellen Auftragsmörder gemeinsame Sache machen will. Stallone wiederum darf als Jimmy kurz nach Ermordung seines Partners kontemplativ an einem See stehen, betrübt in die Gegend starren und per Voiceover erklären: "Bei sowas kann man schnell sentimental werden...". Dank Stallones fest-gebotoxtem Gesicht sorgt das allerhöchstens für unfreiwillige Lacher im Kinosaal, soll aber als Begründung dafür reichen, dass Jimmy sich nun auf diese eigenwillige Allianz einlässt.

Shootout - Keine GnadeSei's drum, immerhin sieht er dabei besser aus als Kollege Taylor. Der legt im weiteren Verlauf des Films vor allem zwei Talente an den Tag: Er kann gut mit seinem Smartphone umgehen, indem er in der Zentrale anruft und dort die nächsten, Plot-relevanten Informationen erfragt, oder sie gleich per Google rausfindet. Und er lässt sich ganz hervorragend verarschen. In einem ordentlichen Buddy Movie sollte ja ein gewisses Gleichgewicht zwischen den ungleichen Partnern herrschen, hier jedoch ist alles vollkommen auf Stallone zugeschnitten. Bis zur letzten Szene geht hier ausnahmslos jeder Spruch auf Taylors Kosten, der so wenig Konter ansetzen kann, dass er ziemlich schnell nur noch als lahmer Waschlappen erscheint. Zumal er selbst als Telekommunikations-technisch versierter Cop nicht den cleversten Eindruck hinterlässt, vergisst er doch an entscheidender Stelle, wie leicht sich ein GPS-Handy orten und verfolgen lässt. 

Man kann ganz hervorragend über "Shootout" lästern, nicht nur darüber, wie er seinen nominellen Helden-Sidekick derart erbärmlich dastehen lässt. Das Drehbuch ist schließlich auch in vielerlei anderer Hinsicht geradezu stümperhaft, vor allem wenn es um komplett ungelenk umgesetzte Expositions-Szenen geht. Shootout - Keine GnadeDann springt hier auch noch Jason Momoa rum, der schon im "Conan"-Remake klar bewiesen hat, dass er sogar seine Gesichtsmuskulatur so bretthart trainiert hat, dass er zu keiner Mimik mehr in der Lage und entsprechend ein absoluter Nicht-Schauspieler ist. Trotzdem darf er hier eine Figur geben, die vom Film allen Ernstes als ein Söldner charakterisiert wird, für den Geld keine Motivation ist (und was dann??). Unfreiwillig komisch wird es sowieso öfter mal, zum Beispiel wenn Stallones Filmtochter (Sarah Shahi in besagter anderer relevanter Frauenrolle, und auch nicht vor einem kurzen Busenblitzer gefeit) beim korrekten Polizisten Taylor Verständnis für ihren hochkriminellen, auftragsmordenden Vater wecken will: "Seien Sie nicht so streng mit ihm. Er ist auf der Straße aufgewachsen. Er kennt es nicht anders." Achso, na dann. Mehr als einmal ist "Shootout" auch so dermaßen bescheuert unglaubwürdig, dass man sich nicht mehr ganz sicher ist, ob das jetzt ernst gemeint ist oder ein Scherz sein soll, etwa bei Jimmys und Taylors Auftritt auf besagter VIP-Party, bei der sie auf den ersten Blick auffallen wie zwei bunte Hunde, aber vollkommen unbehelligt rein und wieder raus marschieren.

Und trotzdem (oder auch gerade deswegen): Spaß macht dieser ganze Quatsch dennoch. Das ist vor allem den trockenen Sprüchen zu verdanken, die Stallone durchweg klopft, denn auch wenn das Drehbuch ansonsten echt erbärmlich ist - die Oneliner sitzen hier fast ausnahmslos und sind echt komisch. Und irgendwie ist es auch ziemlich erfrischend, mal wieder so einen absolut gradlinigen Film zu sehen, der weder sich noch seine Figuren allzu ernst nimmt und sich eigentlich nur eine kleine Entschuldigung von Handlung zurechtlegt, um alle Nase lang jemandem gepflegt in den Kopf schießen zu können. Das zu 100 Prozent männliche Zielpublikum wird sich hier jedenfalls sehr gut amüsieren können, und da ist es auch irgendwie wurscht, dass der Film über 91 Minuten immer nur dieselben Noten anschlägt und natürlich keine Überraschung und keine Wendung zu bieten hat. Erzählerisch haben die 80er gerade im Actionbereich eben nicht viel her gemacht. Geil fanden wir's damals trotzdem alle. 

Frank-Michael Helmke

Großes Lob an Sie, Herr

Großes Lob an Sie, Herr Helmke! Hab den Film noch nicht gesehen, wenn er jedoch nur halb soviel Spass macht, wie die Rezension, halt ich ihm schon mal nen Platz im Bluray Regal frei! Weiter so bitte!

Wow, da kann man echt

Wow, da kann man echt gespannt sein. Klingt auf jeden Fall gut.

Was mich stört ist der "Wir machen aus einem englischen Titel einen anderen Titel" Weg.

Warum hat man nicht einfach mal eines Comics in die Hand genommen ?

Kugel im Kopf (klingt doch Nett)

Ich habe ihn Gestern gleich

9

Ich habe ihn Gestern gleich anschauen dürfen und muss sagen: Der Film ist geil! Wenn man vorher diese rezension gelesen hat, dann ist er noch geiler. Man darf nämlich wirklich nichts erwarten.
Wer sich noch an Tango & Cash oder City Cobra erinnert und die damals gut fand, der kommt hier wirkich auf seine Kosten.
Ein ganz entspanter Film, bei dem man sich gepflegt im Kino zurücklehnen und ihn genießen kann. Keine Überraschungen, keine Windungen und Wendungen, keine übergeordnete Moral - einfach viel BummBumm, Schießen und Laut!
So liebe ich Sylvester!

Abgesehen von der

7

Abgesehen von der vorhersehbaren Story ein guter Film.

Männerfilm wie früher. Wer

8

Männerfilm wie früher.

Wer nur 48 Stunden mag und City Cobra toll fand darf sich freuen.

Und wieder einmal Hut ab. Man kann von Sly halten was er will, er ist
fit wie ein Turnschuh. Wo Arnold sich bewegt wie ein Opa, da springt
Stallone noch rum wie mit 30. Respekt

Und komm keiner mit Anabolika, die reduzieren kein Körperfett ^^

Die Oneliner von Stallone

6

Die Oneliner von Stallone sind echt der Brüller, dazu noch gefällig inszenierte Action und ein Sly in Höchstform. Da hat er sich tatsächlich wieder einige Muckis antrainiert und sieht seltsam verjüngt aus. Der Film macht irgendwie Spass und steckt Bruce Willis' völlig mißlungenen neuen 'Stirb Langsam' locker in die Tasche.

Wow...schlechter geht's nicht

1

Wow...schlechter geht's nicht mehr. Der Film ist einfach nur eine Beleidigung aller betroffenen Sinne und des Verstandes.

-schlecht gespielte u. unglaubwürdige Besetzung
-hohle u. unlogische Geschichte
-ruckelnde Actionszenen (macht man immer dann wenns die Schauspieler nicht drauf haben)

bin sehr, sehr enttäuscht von Sylvesterste :(((

An einigen Stellen sieht es

6

An einigen Stellen sieht es etwas nach B-Movie aus, und Hauptdarsteller und Regisseur sind nun auch in die Jahre gekommen, aber dennoch hatte ich noch geringere Erwartungen an diesen Film. Ich empfinde es aber als positiv, dass man auf zu viele langatmige Dialoge warum man nun tut was man tut verzichtet, und es recht ordentlich ohne ganz großes Feuerwerk krachen lässt. Wer nicht die Erwartung besitzt, einen Sly in besten Zeiten zu erleben, sollte eigentlich ganz gut unterhalten werden.

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