Jumanji 2: The Next Level

Originaltitel
Jumanji: The Next Level
Land
Jahr
2019
Laufzeit
122 min
Genre
Regie
Release Date
Bewertung
6
6/10
von Volker Robrahn / 11. Dezember 2019

Es wurde im Vorwege keinesfalls als sicherer Hit eingeschätzt, aber das modernisierte „Jumanji“ schlug 2017 dermaßen gut ein, dass die Fortsetzung ein absoluter Selbstgänger war. Schließlich bot man vor zwei Jahren sogar „Star Wars“ die Stirn und wechselte sich mit der etablierten Über-Franchise mehrfach an der Spitze der Kino-Charts ab. Ein Szenario, das sich jetzt wiederholen könnte, und das nicht nur weil die Sternensaga zuletzt etwas schwächelte. Denn mit dem erfrischenden und äußerst unterhaltsamen Vorgänger hat sich „Jumanji“ nun selbst eine Anhängerschaft aufgebaut, die hoch motiviert nach mehr dürstet. Da bietet sich natürlich ein Sequel nach dem Motto „alles noch eine Nummer größer“ an und das man so verfährt deutet „The Next Level“ nicht nur im Titel an, sondern liefert auch entsprechend ab. Man war aber doch so klug den zweiten Aufguss auch mit einem neuen inhaltlichen Twist zu versehen und schafft es dank dieser Entscheidung fast noch einmal aufs gleiche Niveau.

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Nachdem die vier Jugendlichen Spencer, Martha, Bethany und Fridge nur knapp ihr Abenteuer in einem real gewordenen Videospiel überstanden haben, waren sie sich eigentlich einig die Konsole nie wieder zu benutzen. Doch während sich die Gruppe im Alltag in alle Winde verstreut hat, ist vor allem Spencer wieder in seine Rolle als träger Außenseiter zurückgefallen und sehnt sich heimlich nach dem aufregenden Leben in der virtuellen Realität. Die anderen stellen beim gemeinsamen Treffen zu Weihnachten fest, dass ihr Freund das Spiel tatsächlich wieder eingeworfen und aktiviert hat. Trotz aller Bedenken beschließen sie ebenfalls noch einmal in die genauso phantastische und gefährliche Welt von „Jumanji“ zu springen, doch die Aufgabe ist noch schwerer als gedacht, denn die bereits gemachten Erfahrungen nützen nicht mehr viel, wenn man sich diesmal in einem völlig anderen Avatar wiederfindet.

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Man hat auf Produzentenseite anscheinend erkannt, dass der größte Trumpf des „Jumanji“-Reboots weniger das Action- und Effektspektakel war, als viel mehr das große Vergnügen den Figuren dabei zuzuschauen wie sie mit einem Körper zurechtkommen, der in völligem Widerspruch zu allem steht was sie zuvor gewohnt waren. Dwayne Johnson als unsicherer, schüchterner Nerd oder Jack Black als verzogene Highschool-Tussi nutzen die Gelegenheit, einmal völlig andere Facetten zu zeigen, dann auch ausgiebig und überzeugend. Das einfach noch einmal zu wiederholen wäre vermutlich auch ein zweites Mal leidlich amüsant, aber natürlich ist es deutlich interessanter die Karten noch einmal ganz neu zu mischen und die Rollen anders zu verteilen. Und um es noch ein bisschen bunter zu gestalten landen diesmal nicht nur unsere vier Vertrauten in der Spielewelt, sondern durch eine Verkettung von (für den Betrachter eher glücklichen) Umständen auch noch die Inkarnationen von Spencers Großvater Eddie und dessen bestem Feind Milo.

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Die wurden uns zuvor in der realen Welt kurz vorgestellt und nur solche schauspielerischen Schwergewichte wie Danny De Vito und Danny Glover sind wohl in der Lage in diesen wenigen Minuten Vorspiel ihren Charakteren so viel Profil zu verleihen, dass wir sie anschließend in neuen Körpern mühelos wiedererkennen. Soll heißen: Dwayne Johnson hat diesmal die Aufgabe einen störrischen alten Grantler darzustellen, und ausgerechnet Schnellsprecher Kevin Hart gibt uns nun den mit seiner bedächtigen und ausufernden Erzählweise die Geduld strapazierenden, weisen Milo. Gerade Hart, der im Vorgänger noch nicht die spannendste Rolle abbekommen hatte, kann hier nun mal richtig gegen seinen Typ anspielen und hat da auch sichtlich Spaß dran. Wenn die Gruppe irgendwann zu der Erkenntnis gelangt, dass die neue Rollenverteilung zur Erfüllung der gestellten Aufgaben nicht wirklich optimal gewählt wurde, ist das zwar korrekt, im Sinne der Unterhaltung der Zuschauer aber völlig in Ordnung.

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Welche Aufgaben das konkret sind ist erneut nebensächlich. Kurz gesagt gibt es da halt einen Fiesling mit dem alles sagenden Namen „Jurgen, the Brutal“ (gespielt von „Game of Thrones“-Bluthund Rory McCann), der die „Jumanji“-Welt verdunkeln will, und statt des Dschungels gibt es in dieser Runde auch viel Wüste, Sand und Eis zu sehen. Die Körper werden im Verlauf noch ein paar Mal mehr geswitcht und es muss auch dabei nicht immer ein menschlicher Wirt sein. Die später dazu stoßende Ming (Awkwafina aus „The Farewell“) darf sich ebenfalls als gebrechlicher Greis geben und macht das dann sogar noch eine Spur überzeugender als The Rock.

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Es bleibt durchgehend unterhaltsam, die Gagdichte ist erneut extrem hoch und auch wenn das Ganze nicht mehr ganz so frisch daherkommt und der eine oder andere Spruch etwas gewollt erscheint, so hat man es doch geschafft die zweite Runde mit genug neuen Einfällen zu versehen um auch diese erfolgreich zu bestehen. Drüben bei Disney darf man sich also wieder warm anziehen.

Bilder: Copyright

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