Gold

"Filmszene Gold" ist unser eigenes kleines Schmuckkästchen: Aufbewahrungsort für die feinsten Geschmeide, die die Filmgeschichte hervorgebracht hat. Was sich hier befindet, gehört unbestreitbar zu den ganz großen Werken des Kinos, die jeder Filmfan kennen sollte.
Die Darstellung von Gewalt findet im Kino allzu oft, um nicht zu sagen fast immer in einem Kontext von Unterhaltung statt, und dadurch wird die Gewalt in ihrem wahren Naturell gefährlich verharmlost. Die Präsentation von Gewalt als Spaß findet ihre pervertierte Kehrseite dann in einem abstoßenden Trend wie „Happy Slapping“-Videos auf Schulhof-Handys.
Große Kunst und politische Propaganda – das sind zwei Pole, die sich oft gegenseitig ausschließen und selten vereinbart werden können. Umso erstaunlicher, dass Sergei Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“ die Idee kommunistischer Revolution propagieren und trotzdem ohne weiteres bei der Brüsseler Weltausstellung 1958 zum „besten Film aller Zeiten“ gewählt werden konnte.
„It’s real hard to be free, when you are bought and sold in the marketplace. Don’t tell anybody that they’re not free, because then they’re going to get real busy killing and maming to prove to you that they are. They’re going to talk to you and talk to you about individual freedom. But if they see a free individual, it’s going to scare them. It makes them dangerous.”(Jack Nicholson als George Hanson)
Wer John Carpenter nur als kettenrauchenden, schlohweißen Onkel aus TV- oder DVD-Specials kennt, in denen er sich zum Thema Horror äußert, oder einen Film von ihm gesehen hat, der in den letzten 25 Jahren gedreht wurde, der wird nicht nachvollziehen können, warum Carpenter in der Horrorfilmgemeinde wie ein Heiliger verehrt wird.

Wer John Carpenter nur als kettenrauchenden, schlohweißen Onkel aus TV- oder DVD-Specials kennt, in denen er sich zum Thema Horror äußert, oder einen Film von ihm gesehen hat, der in den letzten 25 Jahren gedreht wurde, der wird nicht nachvollziehen können, warum Carpenter in der Horrorfilmgemeinde wie ein Heiliger verehrt wird.

Fritz Lang darf mit Fug und Recht als der einflussreichste Regisseur bezeichnet werden, den das deutsche Kino je hervorgebracht hat. Denn vielleicht einzig abgesehen von Friedrich Wilhelm Murnaus "Nosferatu" gibt es keinen deutschen Film, dessen Echo so nachhaltig durch die Filmgeschichte widerhallt wie Langs unumstößliche Meisterwerke "Metropolit" und "M - Eine Stadt sucht einen Mörder".
"John Wayne don't run." Diese Antwort bekam William Goldman einst von einem gewichtigen Studioproduzenten als Begründung, warum er das von dem Autor vorgelegte Drehbuch nicht verfilmen wollte.
Niemand liebt das Kino (vor allem das amerikanische) so sehr wie die Franzosen. Nirgends wird die große Kunst des Filmemachens so verehrt und zelebriert wie im Mutterland des bewegten Bildes. Kein Wunder, dass die Filmfestspiele in Cannes zum zweiten Zuhause für Generationen amerikanischer Filmemacher von Martin Scorsese bis Quentin Tarantino wurden.
Bertolt Brecht wäre ein großer Fan dieses Films gewesen. Denn in seinem Meisterstück "Do the right thing" vereint Spike Lee dramaturgische Prinzipien und Techniken aus den griechischen Ursprüngen des Dramas bis hin zu Brechts Epischem Theater.
1950 war das Jahr, in dem Hollywood anfing, sich und seine Aushängeschilder genüsslich selbst zu zerfleischen. Parallel zu Billy Wilders "Sunset Boulevard", der einen einstigen Hollywood-Superstar als psychopathische Irre porträtierte, die mit dem Verlust ihres Ruhmes vollends den Kontakt zur Realität verliert, kreierte Joseph L. Mankiewicz mit "All about Eve" einen grandiosen Abgesang auf die unendliche Eitelkeit des Showgeschäfts.
In James Cameron's "Aliens" sind 57 Jahre vergangen, bevor Ripley in ihrem Rettungsschiff gefunden und wieder aus dem Tiefschlaf geholt wird.
"Letzte Meldung vom interplanetarischen Raumfrachter Nostromo. Hier spricht der dritte Offizier. Die anderen Besatzungsmitglieder - Kane, Lambert, Parker, Bratt, Ash und Captain Dallas - sind tot. Ladung und Schiff sind zerstört. Wenn alles klappt, müsste ich in sechs Wochen die Randzone erreichen. Und sollte ich Glück haben, findet mich eine Raumpatrouille.
Alles endet im Delirium, im Wahn, ausgedörrt vom Durst, geschwächt vom Hunger und gargekocht von der schwülen Hitze des südamerikanischen Dschungels. Das große unheilige Abenteuer der Konquistadoren, die in der Neuen Welt im Namen des Herrn das Eldorado gesucht haben, das gepriesene Goldland aus den Mythen des 16. Jahrhunderts, ist beendet.
Alles endet im Delirium, im Wahn, ausgedörrt vom Durst, geschwächt vom Hunger und gargekocht von der schwülen Hitze des südamerikanischen Dschungels. Das große unheilige Abenteuer der Konquistadoren, die in der Neuen Welt im Namen des Herrn das Eldorado gesucht haben, das gepriesene Goldland aus den Mythen des 16. Jahrhunderts, ist beendet.
Minutenlang fällt kein einziges Wort. Die Anspannung aller Anwesenden ist unerträglich. Unerbittlich bewegen sich die Zeiger weiter nach vorne. Eine ganze Stadt, die den Atem anhält und wortlos dem Ticken des Uhrwerks lauscht, bis aus der Ferne das laut pfeifende Signal des Mittagszuges erklingt.
Es gibt Filme, die sind so gut, dass sich alle über ihre Klasse einig sind, aber keiner eigentlich so genau sagen kann, was diese Filme so herausragend macht.
Auch wenn er bisweilen zwischen zwei Filmen ein Jahrzehnt brauchte - effizienter als Sergio Leone war trotzdem keiner. Denn wer bei einem Gesamtwerk von nur sieben Filmen drei undiskutierbare Meisterwerke nebst einem weiteren Genre-Meilenstein abliefert, der gehört ins Pantheon der größten Regisseure aller Zeiten. Gerade im letzten Jahrzehnt wurde man wieder an Leones ungebrochenen Einfluss erinnert, denn Filmemacher wie Quentin Tarantino oder Robert Rodriguez beziehen sich explizit auf den einzigartigen Stil Leones.
Auch wenn er bisweilen zwischen zwei Filmen ein Jahrzehnt brauchte - effizienter als Sergio Leone war trotzdem keiner. Denn wer bei einem Gesamtwerk von nur sieben Filmen drei undiskutierbare Meisterwerke nebst einem weiteren Genre-Meilenstein abliefert, der gehört ins Pantheon der größten Regisseure aller Zeiten. Gerade im letzten Jahrzehnt wurde man wieder an Leones ungebrochenen Einfluss erinnert, denn Filmemacher wie Quentin Tarantino oder Robert Rodriguez beziehen sich explizit auf den einzigartigen Stil Leones.
Für Zuschauer, die "The Wild Bunch" nur ungenügende Aufmerksamkeit schenken, wird ihr Fazit ungefähr so lauten: Ultrabrutaler Western mit lauter unsympathischen Banditen. Dass dieser Film bei aller dargestellten Gewalt eine poetische, mit Herz und Gefühl ausgestattete Ballade über das Ende alter Mythen und das Ende alter Helden ist, trifft die Wahrheit schon eher.
"Martin - das ist doch eine psychologische Frage. Schreist du ,Barracudas!', sagen die Leute ,Hä, was?' Schreist du aber ,Haie!', dann haben wir am vierten Juli eine handfeste Panik."
Kino macht Träume wahr, haucht Fantasien leben ein, entführt in schönere Welten. Die Flucht aus dem Alltäglichen ist es, die uns ins Kino zieht, die Bewunderung von außergewöhnlichen Dingen, an die man kaum zu glauben wagt, weil sie so fern und irreal wirken.
Die Zukunft begann hier. Vollanimierte CGI-Spektakel sind heute nicht mehr aus den Leinwänden weg zu denken, und diesem Film ist es zu verdanken. "Toy Story" ist nicht nur der Begründer dieser festen Institution, sondern auch ihr erster und vielleicht einziger wahrer Klassiker.
Nachträglich in 3D konvertierte Filme genießen keinen allzu guten Ruf, wirkt der Tiefen-Effekt bei ihnen doch oft sehr künstlich und wenig überzeugend. Wenn man es einem Mann zutrauen konnte, diese weit verbreitete Skepsis zu revidieren, dann wohl James Cameron, der mit seinem "Avatar" das nach wie vor beste und überzeugendste Argument für die Möglichkeiten von 3D abgeliefert hat. Anlässlich des 100. Jahrestags des Untergangs der Titanic brachte Cameron sein legendäres Mammutwerk erneut ins Kino, und zwar in einer 3D-Fassung.
Dass James Cameron den Actionfilm mehrmals neuerfunden hat - siehe dazu auch die "Aliens"-Goldrezension - ist ja die eine Sache und schon aller Ehren wert. Dass er aber den Actionfilm mehrmals innerhalb derselben Filmreihe neuerfunden hat, das ist schon etwas ganz besonderes.
Hollywood-Filme über Hollywood sind so selten, wie sie gut sind. Mit jedem Streifen, der einen kritischen, zynischen Blick hinter die glänzenden Fassaden der Traumstadt wirft, kommt ein Schwung Anekdoten daher über Leute, die die Produktion verdammten und verhindern wollten. Hollywood als Institution ist abhängig von der Illusion immerwährender Glückseligkeit: Wer es hier zu etwas bringt - so muss das breite Publikum neidvoll glauben - lebt das Leben, von dem wir nur träumen können.