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Outtakes

Filmszene Gold

  • Herzlichen Glückwunsch, Mumpitz-Praktizierende Alberne Ahnungslose (MPAA) - Eine Jubiläumsbilanz

    Bringt die Kerzen und den Champagner, Filmfreunde, denn seit nunmehr 40 Jahren beglückt uns das Ratings Board der "Motion Picture Association of America" (MPAA) nun mit intelligenten und nachvollziehbaren Bewertungen und Altersfreigaben, die oftmals über Wohl und Weh eines Films und seines minderjährigen Publikums entscheiden. Denn was liegt zwischen einem frisch zeugungsfähigen Jüngling und einem Paar nackter Brüste auf der Leinwand, außer der MPAA und ihrer Alterseinstufungen.

    Simon Staake
  • Schwarzer gegen grauer Panther

    Was das Duell zwischen Spike Lee und Clint Eastwood über Obamas neues Amerika sagt

    28.06.2008 - Im Rapjargon würde man sagen, sie haben beef miteinander, der in einem battle endet, in dem sich beide dissen. Und während einer Partei im verbalen Scharmützel der letzten Tage und Wochen, dem Afro-Amerikaner Spike Lee, diese Begriffe wohl etwas sagen werden, so wird der fast 80-jährige Jazzfan Clint Eastwood mit Sicherheit damit nichts anfangen können.

  • Sie küssen und sie schlagen uns

    03.09.2008 - Großartig! Überragend! Bombastisch! Das müssten so in etwa die Adjektive sein, die sich Deutschlands erfolgreichster Filmproduzent Bernd Eichinger samt seiner Firma Constantin Film für ihr neustes Megaprojekt "Der Baader-Meinhof-Komplex" wohl von Publikum und natürlich auch von den Journalisten wünschen. Um dem möglicherweise anders lautenden Echo von vorzeitig erscheinenden Filmkritiken oder anderen Formen von kritischer Berichterstattung vorzuwirken, scheint dem Verleiher mittlerweile jedes Mittel recht.

    Patrick Wellinski
  • In Memoriam: Sydney Pollack (01.07.1934 - 26.05.2008)

     

    "With a movie you're creating from the beginning this particular work,
    let's not call it work of art, because very few movies are works of art,
    let's just call them bits of popular culture, whatever they are,
    sometimes very rarely by accident a movie becomes a work of art."
    -
    Sydney Pollack

    Patrick Wellinski
  • Die Macht der Bibelkrieger - Jetzt auch im Kino

    26.12.2007 - Pünktlich zum größten aller christlichen Feste mischt sich in den Weihnachtsumtrunk ein fader Beigeschmack - zumindest für Filmfreunde. Denn wenn man sich anschaut was in den USA gerade mit der Multimillionendollar -Produktion "Der goldene Kompass" passiert, könnte man durchaus mal kurz vom Glauben abfallen.

    Volker Robrahn

    Hätte man mich nicht mit der Nase darauf gestoßne wäre mir (als überzeugte Christin) gar nicht aufgefallen, dass in dem Film so radikale Religionskritik geübt wird. Ich sehe das doch eher als Kritik an einer machtbesessenen, rücksichtslosen Obrigkeit. Und wenn man es wirklich auf die Religion bezieht, dann kritisiert der Film höchstens die Institution, also die Kirche. Aber mal ehrlich, eine Bande von Bösewichtern, die Kindern ihre Seelen rauben will und sie so gefügig machen, das könnte man auch als Kritik an unserer Konsumgesellschaft auffassen. Ist doch alles eine Frage der Interpretation.
    Zwei Dinge finde ich bei dieser Diskussion beängstigend:
    1. Dass die christlichen Fundamentalisten in den USA überhaupt ihren Glauben durch den Film kritisiert sehen.
    2. Dass die wirklich so viel Macht haben, dass sich ihre Anschauung auf die Einspielergebnisse auswirkt.
    Denn: Selbst wenn hier Kritik geübt wird, das muss erlaubt sein. Von einem Fantasy-Kinderfilm sollte niemand seinen Glauben angegriffen sehen und selbst wenn es so wäre, sollte man damit souverän umgehen können. Man müsste sagen können, dass sich jeder ein eigenes Urteil bilden sollte. Aber das ist eben typisch für die Amerikaner, lieber verdammen, als sich wirklich damit auseinander zusetzen. Aber ein Sekten-Guru wie Tom Cruise ist ein anerkannter Filmstar. Viel interessanter sind da seine Beziehungsgeschichten, als seine radikalen religiösen Ansichten. Tja, die USA sind eben ein Land der Widersprüche.

    Sehr gut geschrieben. Und leider sehr wahr.

    In der heutigen Zeit bestimmt immer noch ein Aberglaube das Leben der
    Menschen.
    Er zerstört immer noch mehr, als er je versucht hat aufzubauen. Welche Greueltaten im Namen der Kirche begangen wurden, sind nicht mehr aufzuzählen. Im Namen aller sogenannten Götter, im übrigen.

    Aber Amerika ist noch immer das Land der Superlative, wenn es um Dummheit geht. Das wird sich auch nicht ändern. Das wir auch hier solche armen Geister haben, ist ebenfalls bekannt.

    Das ich aber wohl nie die Vorsetzungen von einem der besten Fantasy-Filme nach Herr der Ringe sehen werde,macht mich traurig und wütend zugleich.

    Die religiöse Rechte der Vereinigten Staaten unter dem Verweis auf demokratische Freiheiten zu verteidigen ist etwa so, als würde man Bücherzensur und -verbrennungen unter der Rubrik "freie Meinungsäußerung" zusammenfassen.

    Geistesgeschichtlich befinden sich weite Teile dieser Fundamentalchristen noch im tiefsten Mittelalter: überall sind Dämonen am Werk, und alles, was mit der wörtlich verstandenen Schöpfungsgeschichte einer Hirtenkultur der Bronzezeit nicht in Einklang zu bringen ist, *muss* von vornherein Teufelszeug sein.

    Nun sei es jedem freigestellt, jedweden Unsinn zu glauben - aber dieselben Leute setzen sich dann dafür ein, dass die Schöpfungsgeschichte als "gleichwertige Theorie" neben der Evolution unterrichtet wird, laden die Gemeinde kollektiv zu Gibsons "Passion" - oder betreiben eben eine beispiellose Schmierkampagne gegen Filme wie "Der Goldene Kompass".

    Zeitweise war dort drüben sogar Anne Franks Tagebuch auf dem Index - weil die junge Dame geschrieben hat, dass sie nicht an Gott glaubt, und somit als Identifikationsfigur für gute amerikanische Kinder nicht in Frage kommt.

    Das Outtake trifft den Nagel auf den Kopf: In den USA zeigen sich die Vorboten des nächsten dunklen Kapitels der Menschheitsgeschichte: Werte wie Meinungs- oder Religionsfreiheit und das Recht, seinen Verstand frei einzusetzen werden von christlichen Fundamentalisten systematisch untergraben, um bevormundende Erziehungsideale aus den 50ern uneingeschränkt anwenden zu können.
    In meinem Bekanntenkreis sind einige Leute, die einen Schüleraustausch in die Staaten gemacht haben. Vorallem in Texas' Familien haben Schule, Kirche und Eltern in ihrem Handeln beängstiende Ähnlichkeit mit dem Vorgehen des kompass'schen Magisteriums, frei nach der Losung: "SELIG (werden/sind) die geistig (Armen/Beraubten/Bevormundeten)".

    >>" Es ist das gute Recht der Menschen, egal ob in Amerika oder Europa, einen Film zu gucken oder eben nicht."

    Genau dieses "Recht" wird aber eingeschränkt durch diese bescheuerte Boykottierung seitens dieser überzeugten Christen. Ein Film, der anzunehmenderweise kein Geld einspielen wird, wird auch nicht produziert.

    Abgesehen davon ist Religion, die sich in den letzten Jahrzehnten nur noch durch Luftleer-Argumente und pro-christlichen Agnostizismus behauptet, wie Fastjack schon richtig sagte ein Aberglaube, den es im 21. Jahrhundert nicht mehr geben dürfte.

    @Angie

    Ich hab nie gesagt das ich allein die Wahrheit gepachtet habe. Und Respekt vor religiösem Fundamentalismus ? Nein tut mir leid, dafür kann ich keinen Respekt und auch keine Toleranz aufbringen. Ich bin lediglich der Meinung das die Religion ein veraltetes Instrument ist, dessen wir uns endlich entledigen müssen, denn schau dich doch mal auf der Welt um ....die letzten Jahrhunderte und auch heute noch ist die Religion für den Großteil des Übels auf unserer Erde verantwortlich....nix gegen die gemäßigten Gläubigen hier in Europa die reflektieren können. Aber alle meine Verachtung gegen jeglichen Fundamentalismus ob er nun islamisch oder christlich ist...und die Aktion die grad drüben in Amerika in Bezug auf den Film abgeht, ist nichts anderes als extremistische evangelikale Hetzpropaganda...und sowas hat in einer Demokratie eben nichts verloren. Unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit bilden sich nämlich so langsam Demokratiefeindliche Strukturen...

    @fastjack:
    Wir leben nunmal in einer demokratischen Gesellschaft genau wie die Amis. Und wenn dort nunmal die Mehrheit der Bevölkerung so religiös ist, dass sie diesen Film boykottieren, dann dürfen sie das auch (auch wenn es so gut wie keinen Grund gibt).
    Du hast natürlich recht damit, dass religiöse Motive für die Bewertung eines Films nicht den Ausschlag geben sollten. Aber das zeigt ja auch, dass die Filmkultur keine Subkultur ist, sondern eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielt, genau wie Religion.
    Ich würde mir etwas mehr Respekt auf beiden Seiten wünschen. Glaubst du wirklich, alle religiösen Menschen wären strohdoof und du allein hast die Wahrheit? Damit stellst du dich auf diesselbe Ebene wie die religiösen Fundamentalisten, die dasselbe behaupten, nur umgekehrt.

    Red doch ned so nen Mist Angie...natürlich hat jeder das Recht auf nen Film zu verzichten. Aber wenn der Film nur deshalb boykotiert wird, weil er Religionskritik übt (und das viel viel abgeschwächter als in den Büchern) und weil der Author überzeugter Atheist und Humanist ist, dann stimmt was gewaltig nicht. Es geht denen doch ned im Ansatz darum ob der Film überhaupt gut oder schlecht ist, sondern nur darin das er in ihren Augen eine Gefahr für die Gehirnwäsche ihrer dogmatisierten Kinder darstellt, die ja in Frage stellen könnten was ihnen tagtäglich an religiösem Wahnsinn eingeimpft wird.

    Das zeigt mal wieder das das neue Jahrhundert und die angehende Verblödung der Menschheit durch die erstarkenden Religionen in allen kulturellen Schichten zu spüren ist und hier das Medium Kino erwischt....

    Traurig traurig....

    Es ist das gute Recht der Menschen, egal ob in Amerika oder Europa, einen Film zu gucken oder eben nicht. Und wenn nicht genug eingespielt wird, um Fortsetzungen zu drehen, besagt das nur, dass die Film-Industrie vom Zuschauer abhängig ist - und das ist für mich keineswegs überraschend. Dabei ist es ganz egal, was für religiöse Hintergründe dabei ausschlaggebend sind. Also von wegen trübe Aussichten, ich weiß nicht was Herr Robrahn von der Filmindustrie erwartet, jedenfalls ist es ziemlich idealistisch, die Leute würden die Filme am meisten besuchen, die auch qualitativ am besten sind. Ich denke, da gibt es genug Gegenbeispiele.

  • Die Schlacht gewonnen, den Krieg verloren - Warum die Autorengewerkschaft ihren "Sieg" nach beendetem Streik nicht feiern sollte - und wir alle verlieren

    Als der Streik der amerikanischen Drehbuchautoren nach über drei Monaten zu Ende ging, hatte die für die mediale Berichterstattung wichtigste Konsequenz bezeichnenderweise nichts mit den Autoren zu tun: Die Stars kommen doch zu den Oscars!

    Simon Staake
  • Hilfe! Wir sind überflüssig

    15.03.2007 - Filmkritiker gehören wegrationalisiert! Zumindest wenn es nach dem Willen von Brian Robbins geht, seines Zeichens Regisseur der allen Hinweisen nach unsäglichen Eddie-Murphy-im-Fettkostüm-Komödie "Norbit" und Produzent der vermutlich sauschlechten, aber in den USA trotzdem schweineerfolgreichen Biker-Klamotte "Wild Hogs". Der jeden kritischen Betrachter ernüchternde Erfolg dieses Schundes aus der Komödien-Resterampe beflügelte den an beiden Filmen beteiligten Herrn doch glatt mal dazu, uns Filmkritiker kollektiv für überflüssig zu erklären.

    Simon Staake
  • Der Grindhouse-Münchhausen

    11.06.2007 - Erstaunlich aber wahr, dass eine deutsche Sagengestalt im Jahre 2007 ihre Auferstehung feiert im unförmigen Körper eines Mafiosi-artigen amerikanischen Filmproduzenten. Gestatten: Harvey Weinstein, Reinkarnation des Baron von Münchhausen. Beruf: Lügenbaron (bisweilen auch Erpresser, Halsabschneider und Filmzerstörer). Sein neuestes Opfer: "Grindhouse".

    Simon Staake

    Ich glaube kaum, dass das körperliche Volumen von Herrn Weinstein etwas mit diesem Flop und seinem Verhalten zu tun hat und selbst wenn, hätte ein wenig mehr understatement ihrer durchaus berechtigten Kritik gut getan.
    Mit dem Aufruf zum guten Ton,
    Peter

  • Zwischen Oscars und Himbeeren

    Dienstag, 17.01.2006 - Wenn Charlize Theron demnächst als leichtgeschürzte MTV-Heldin "Aeon Flux" über die Leinwände hopst, hat sich ein amüsanter Trend der letzten Jahre vollends bestätigt. Direkt nach dem Gewinn eines Oscars scheint es mittlerweile Usus zu sein, gleich einmal in einer absoluten Gurke mitzuwirken.

    Simon Staake
  • Sind wir nicht alle ein bisschen Gangsta?

    Montag, 22.11.2005 - Das muss man sich schon fragen, angesichts der geballten Gaunerpower, die in den letzten Monaten nicht nur musikalisch auf uns niederprasselte, sondern demnächst auch auf der Leinwand überlebensgroß über uns herfällt. "Hustle and Flow" läuft dieser Tage an, die wenig verhüllte Starbiographie "Get Rich Or Die Tryin'" von Mega-Über-Super-Gangsta 50 Cent folgt demnächst. Und das Handy spielt dazu neben 473 weiteren coolen Klingeltönen aus dem Monatspaket immer noch "In dem Candy Shop von mein Block spielt neue deutsche Welle, Homie!".

    Simon Staake